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Rekordhelfer

96 042 Euro gespendet Rekordhelfer

Die Hilfsbereitschaft der Schaumburger ist rekordwürdig: Mit 96 042 Euro hat die „Aktion Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten in der Saison 2014/2015 eine Bestmarke erreicht.

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Freuen sich über dicke Stapel von Überweisungsträgern für die „Weihnachtshilfe“: Martina Koch (vorne von links), Ursula Müller-Krahtz und Uwe Krusche sowie „Weihnachtshilfe“-Koordinator Stefan Rothe (hinten von links) und SN-Chefredakteur Marc Fügmann. 

Quelle: rg

Stadthagen. Schöner kann man ein 20-jähriges Bestehen eigentlich nicht begehen, sind sich die Verantwortlichen von SN und Sozialverein Schaumburg einig.

1995 haben die SN unter der Federführung von Redakteur und Koordinator Stefan Rothe die „Aktion Weihnachtshilfe“ aus der Taufe gehoben. Ziel ist es, unverschuldet in Not geratene Schaumburger finanziell zu unterstützen. „Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen“, zeigte sich die Vorsitzende des Sozialvereins, Ursula Müller-Krahtz, begeistert von der Selbstlosigkeit der Schaumburger.

In 20 Jahren habe sich die Aktion zu einer echten Marke gemausert, pflichtete Rothe bei: „Meist werde ich schon im Herbst auf dem Stadthäger Marktplatz angesprochen, ob es denn in diesem Jahr wieder die Weihnachtshilfe geben werde.“ Das mache sich auch in den Namen der Spender bemerkbar: Jedes Mal seien viele neue dabei, aber eben auch zahlreiche „alte Bekannte“, die jedes Jahr wieder spenden.

Teil des Erfolgsrezeptes: „Die Unterstützung geht von Schaumburgern an Schaumburger.“ Das jedenfalls ist die Überzeugung von SN-Chefredakteur Marc Fügmann. Er lobte die Arbeit des Sozialvereins, der über die Verteilung der Mittel entscheidet. Ohne Bürokratie- und Verwaltungskosten werde das Geld da eingesetzt, wo es gebraucht werde. Stets könnten die SN sich auf die Fachkenntnisse des Vereins verlassen. Fügmanns besonderer Dank galt zudem den Spendern, ohne die „die Aktion nicht möglich wäre“.

Was wird mit dem Geld gemacht? Härten werden abgemildert, etwa die der fünf in den Schaumburger Nachrichten zur Vorweihnachtszeit vorgestellten Fälle. Diese dienen aber nur als Beispiele, um die Not exemplarisch darzustellen. Insgesamt betreut der Sozialverein im Verlauf eines Jahres rund 250 Fälle, wie Müller-Krahtz erklärt.

Das Budget des Sozialvereins speist sich dabei nahezu ausschließlich aus den Weihnachtshilfespenden, führt Vorstandsmitglied Dr. Jörg-Uwe Krusche aus. Es wird zum Beispiel da eingesetzt, wo Bürgern die Energiekosten über den Kopf wachsen, wo das Geld für den Umzug fehlt, wo in der Großfamilie auf einen Schlag neue Schuhe für alle neun Kinder her müssen oder wo die Krankenkasse die Übernahme teils überlebenswichtiger Medikamente verweigert – eine Problematik, mit der sich besonders Mediziner Krusche auskennt.

„Es gibt also zahlreiche Fälle, in denen das soziale Netz nicht packt“, sagte SN-Chef Fügmann. Gegenüber Müller-Krahtz, Krusche und der Geschäftsführerin des Sozialvereins, Martina Kramer, zeigte er sich zuversichtlich: Ende 2015 soll es die 21. „Aktion Weihnachtshilfe“ geben.  jcp

Junger Frau Berufsstart ermöglicht

So wirkungsvoll können die Spenden helfen

Die 20-jährige Sandra P. war kurz vor Ende ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin, als sich plötzlich eine Lücke in der Finanzierung ihres Lebensunterhaltes auftat. „Zwei Behörden stritten, ob sie BaföG oder Hartz IV bekommt, sie erhielt keine Zahlungen mehr“, erinnert sich Ursula Müller-Krahtz, Vorsitzende des Sozialvereins, an einen „Fall“ vor 15 Jahren.

Sandra P. hätte ihre Ausbildung abbrechen müssen, um sofort ein Einkommen zu erzielen. Weder im familiären noch im sozialen Umfeld hatte sie jemanden der helfen konnte. So sprang die Weihnachtshilfe ein. Nur so konnte Sandra P. ihre Ausbildung beenden, anschließend einen Job als Physiotherapeutin aufnehmen. „Ich bin so glücklich, dass mir die Weihnachtshilfe einen Berufsstart ermöglicht hat“, schrieb die junge Dame damals in einem Dankesbrief.

Eine ganz andere Notsituation war die vor acht Jahren von Peter B. (35), der auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Trotzdem pflegte er seine Mutter in deren Wohnung. Nach dem Tod der Mutter erlosch das Wohnrecht, sodass Peter B. umziehen musste. Die Küche und das gesamte Mobiliar der Mutter waren aber zu marode, um mitgenommen zu werden.

Von seiner minimalen Erwerbsminderungsrente konnte sich Peter B. keine neuen Möbel kaufen. Aus Spenden der Weihnachtshilfe wurden Teile der neuen Wohnungseinrichtung beschafft. „So haben die Spender zu einem Neustart in einer kritischen Lebenssituation beigetragen“, sagt Martina Kramer, Geschäftsführerin des Sozialvereins.

In aller Regel sind es nach den Worten von Müller-Krahtz überschaubare Beträge, die effektiv zur Verbesserung von Lebensumständen in akuten Notlagen beitragen. So wurde für einen bedürftigen Altenheimbewohner ein behindertengerechtes Dreirad beschafft, um ihm Mobilität zu ermöglichen. Mittellose junge Eltern konnten durch Spenden mehrfach ihr krankes Frühgeborenes in einer etwas weiter entfernten Klinik besuchen.

Einer einkommensschwachen Frau wurde der Kauf einer neuen Matratze ermöglicht, wodurch üble Rückenbeschwerden erheblich gelindert wurden.

Die Liste von Beispielen aus 20 Jahren ließe sich schier endlos verlängern. Insgesamt wurde mit den rund 1,36 Millionen Euro schon rund 2500 Empfängern geholfen.

„In allen Fällen haben die Spenderinnen und Spender der Weihnachtshilfe dazu beigetragen, die Lebensqualität von Menschen in Notlagen zu verbessern oder sogar neue Perspektiven zu geben“, sagt Ursula Müller-Krahtz.

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