Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis „Rettungsanker“ für Plattdeutsch
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis „Rettungsanker“ für Plattdeutsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 18.05.2011
Ernst Spannuth besucht den Kindergarten Meinsen, um den Jüngsten auf spielerische Weise Plattdeutsch beizubringen. Quelle: kil
Anzeige

Landkreis (kil). Die SPD-Landtagsfraktion hat einer Pressemeldung zufolge einen Entschließungsantrag zum Schutz des Niederdeutschen und des Saterfriesischen beschlossen. Im Antrag sind 14 Vorhaben angeführt, um Regional- und Minderheitssprachen als Merkmale der kulturellen Vielfalt zu schützen.

Die konkreten Forderungen betreffen unter anderem die Sprachförderung ab dem Vorschulalter sowie entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote für Erzieher. Grand Hendrik Tonne, Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Schaumburg/Nienburg, äußerte in einer Pressemeldung auch in Bezug auf Schaumburg Besorgnis: „Die niederdeutsche Sprache ist ein Stück Kultur und Identität im ländlichen Raum“, die nicht schleichend schwinden dürfe.

Diese Meinung vertreten auch Platt-Freunde und entsprechende Gruppen in Schaumburg, die seit mehreren Jahren verstärkt den „Rettungsanker“ auswerfen. Viele Schaumburger beherrschen heute kein Platt mehr. In der „Generation 60 plus“ gibt es noch mehrere, die sich über jede Gelegenheit freuen, die Mundart zu sprechen. In Erzählcafés – unter anderem bei den „Plattdütschen Frünnen“ im Stadtgarten-Café der Kreisstadt – können sie die Sprache beim Klönen pflegen.

Jugendlichen und jungen Erwachsenen fehlt hingegen oftmals der Bezug zur Sprache, sofern sie keine sprachkundigen Groß- oder Urgroßeltern haben. Nur vereinzelt – zum Beispiel in einigen Dorfjugenden – zeigen auch sie Interesse.

Großen Einsatz, um die Sprache unter jungen Leuten wieder aufleben zu lassen, zeigt der Arbeitskreis Platt der „Schaumburger Landschaft“, der – nicht zuletzt um junge Leute anzusprechen – auch auf „facebook“ im Internet unterwegs ist. Nach Aussagen von Arbeitskreismitglied Hartmut Ahrens habe sich die Platt-Landschaft „ausgedünnt“. Experten zufolge gebe es gute Aussichten auf einen Spracherhalt, wenn der Anteil der Sprachkundigen bei mindestens 40 Prozent liege. Das sei im Landkreis nicht der Fall. Wie viel Erfolg der Arbeitskreis am Ende hat, ließe sich nicht voraussagen.

Die Bereitschaft der 20- bis 50-Jährigen, Plattdeutsch neu zu lernen, sei unterschiedlich. „Viele finden es zwar schade, dass die Sprache verloren geht“, ließen sich aber von den Mühen des Lernens abschrecken, so Ahrens. Ein Ansatz des Arbeitskreises besteht deshalb darin, bereits Kinder und Jugendliche durch Projekte an Kindergärten und Schulen an Platt heranzuführen. In den Grundschulen Helpsen, Steinhude und Niedernwöhren sei dies bereits umgesetzt worden. Workshops an den weiterführenden Schulen seien bereits in Planung.

Kinder lernen bekanntlich am schnellsten. Ernst Spannuth schnackt regelmäßig und spielerisch mit den Kindergartenkindern aus Meinsen auf Plattdeutsch. Viele der „Kleinen“ erzählten, dass ihre Großeltern und Eltern Platt beherrschten. Schwer falle ihnen das Lernen nicht. Auch Spannuth ist überzeugt, dass die Kinder das Erlernen der Mundart nicht verwirre. Im Gegenteil. Es fördere ihre Lernfähigkeit für andere Fremdsprachen.

Die Chance, Plattdeutsch zu lernen, gibt es auch an der Volkshochschule (VHS) Schaumburg. Ansprechpartner Udo Ziert zufolge sind die Kurse „von einem gemischten Publikum“ bisher immer gut besucht gewesen.

„Leistung und Lebensqualität“ lautet das Motto der Schaumburger Regionalschau 2011 am kommenden Wochenende von Freitag, 20. Mai, bis Sonntag, 22. Mai, in Stadthagen. Veranstalter ist der Landkreis Schaumburg.

17.05.2011

Der seit 2007 laufende Modellversuch Eingliederungshilfe, der vergangenes Jahr bis 2015 verlängert worden ist, trägt immer mehr Früchte.

17.05.2011

1Am kommenden Wochenende, vom 20. bis 22. Mai, findet in Stadthagen die 4. Schaumburger Regionalschau statt. Veranstalter ist der Landkreis Schaumburg, dessen Landrat Jörg Farr im Gespräch mit dieser Zeitung seine grundlegende Einschätzung zu dieser Großveranstaltung darlegt.

16.05.2011
Anzeige