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Rückkehr aus Angst vor Einreiseverbot

Landkreis / Flüchtlinge Rückkehr aus Angst vor Einreiseverbot

Während in Niedersachsen die Zahl der Abschiebungen 2015 gestiegen ist, sind in Schaumburg kaum Asylbewerber zurück in ihre Heimat geschickt worden. Nach Worten des Ersten Kreisrates, Klaus Heimann, gab es in Schaumburg vor allem freiwillige Rückkehrer.

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Viele Asylbewerber fürchten sich vor der Abschiebung. Manche verlassen aus Angst vor einem Einreiseverbot sogar „freiwillig“ das Land.

Quelle: Symbolbild: dpa

Von Tina Bonfert

Landkreis.  „Viele Menschen reisen freiwillig aus, um nicht mit einem Einreiseverbot belegt zu werden“, erklärt Heimann. Insgesamt 123 Asylbewerber aus dem Landkreis sind laut Stephan Hartmann von der Beratungsstelle für Zuwanderer bei der Arbeiterwohlfahrt Schaumburg dieses Jahr freiwillig in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die meisten kamen aus den Balkanstaaten, hatten somit kaum Aussichten auf ein Bleiberecht.

 Mit den Balkanstaaten gibt es Hartmann zufolge spezielle Abkommen, die eine Abschiebung abgelehnter Asylbewerber erleichtern. Sobald die Identität geklärt sei, könnten Menschen aus den Balkanstaaten zurückgeschickt werden, auch wenn sie keine Papiere besitzen.

 Die Internationale Organisation für Migration (IOM) bietet freiwilligen Rückkehrern finanzielle Unterstützung an. Das sind je nach Herkunftsland die Reisekosten, eine Benzinkostenpauschale, eine sogenannte Reisekostenbeihilfe sowie ein Startkapital. In der Regel liegt die Summe laut Hartmann bei rund 1000 Euro. Die Sätze würden sich nach der Situation in dem jeweiligen Land richten. Für sichere Herkunftsländer wie die Balkanstaaten hingegen würde die IOM lediglich die Flug- beziehungsweise Bustickets übernehmen.

 Die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber gestaltet sich hingegen, wie Heimann erklärt, in den meisten Fällen schwierig. Als Gründe für eine Duldung, die gegen eine Abschiebung sprechen, werden laut Heimann vor allem krankheitsbedingte Reiseunfähigkeit, fehlende Unterlagen oder familiäre Bindungen angeführt. Wenn ein ärztliches Attest vorgelegt werde, könne der Asylbewerber nicht abgeschoben werden, bevor das nicht geklärt sei, sagt Heimann.

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