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SPD-Politiker überrascht von Gabriels Verzicht

Reaktionen aus Schaumburg SPD-Politiker überrascht von Gabriels Verzicht

Die Nachricht, dass Sigmar Gabriel auf die Kanzlerkandidatur verzichtet und den Parteivorsitz niederlegt, hat auch bei heimischen Sozialdemokraten für Furore gesorgt. Alle zeigten sich überrascht, sehen es aber auch als Chance, gestärkt mit dem Spitzenkandidaten Martin Schulz in den Wahlkampf zu gehen.

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Sigmar Gabriel war zuletzt im Januar 2013 bei der Demo zum Erhalt der Arbeitsplätze bei Faurecia zu Gast in Stadthagen.

Quelle: Archiv

Landkreis. „Das hatte ich nicht erwartet“, zeigt sich der Schaumburger SPD-Chef Karsten Becker überrascht vom Schritt Sigmar Gabriels. Es handele sich um „eine souveräne Entscheidung des Parteivorsitzenden, den Kanzlerkandidaten mit den besten Chancen vorzuschlagen“. Das ist auch nach Beckers Überzeugung Martin Schulz. Es sei daher eine respektable Entscheidung von Gabriel, eigene Ambitionen zurückzustellen. Schulz sei „die richtige Persönlichkeit zum richtigen Zeitpunkt“, ist Becker überzeugt. Er sei mit seiner europapolitischen Erfahrung „eine überzeugende Antwort auf die rechtspopulistischen Strömungen in Europa“, fügt Becker hinzu.

Überrascht ist auch der Stadthäger SPD-Vorsitzende Jan-Philipp Beck von der Entwicklung. „Man muss für die Entscheidung Gabriels aber Respekt haben“, meint er. Diese sei nachzuvollziehen, „wenn man sich vor Augen hält, dass laut den Umfragen Schulz die größere Beliebtheit besitzt und die besseren Siegchancen hat“. Er halte Schulz „für einen guten Kanzlerkandidaten“, versichert Beck. Nun gelte es, „geschlossen in den Wahlkampf zu ziehen und vor allem das Kernthema der SPD, die soziale Gerechtigkeit, hervorzuheben“, fordert der Stadthäger SPD-Chef.

Noch am Wochenende habe sie bei einem Parteiseminar in Hessen mit Genossen zusammengesessen, „und wir waren alle fest davon überzeugt, dass Sigmar Gabriel kandidieren wird“, zeigte sich auch die heimische Bundestagskandidatin  Marja-Liisa Völlers überrumpelt von der gestrigen Neuigkeit. Sie zolle Gabriel Respekt für das Geleistete und auch für die Entscheidung, die wohl auch persönliche Gründe habe. „Das ist ein großer Neuanfang für die Bundespartei, mit einem unverbrauchten Martin Schulz in den Wahlkampf zu ziehen.“ Er werde auf eine andere Art auf die Menschen zugehen und frischen Wind mitbringen.

Fest mit einer Kandidatur Gabriels hatte auch Eckhard Ilsemann , Chef der SPD-Kreistagsfraktion, gerechnet. Gerade in seiner Position gegenüber dem neuen US-Präsidenten Donald Trump „hat mir Gabriel sehr gut gefallen“. Nichtsdestotrotz werde auch Martin Schulz die Partei gut vertreten. „Wir müssen uns jetzt orientieren und anders aufstellen.“

Schulz ist nach Worten des SPD-Landtagsabgeordneten Grant Hendrik Tonne , ein „außerordentlich guter Politiker, der mit Sicherheit das Zeug zum Kanzler hat“. Tonne befürworte, dass die Parteispitze nun „eine klare Aussage macht und dadurch den Startschuss für den Wahlkampf gibt“. Es sei der Zeitpunkt gekommen, die Debatte „wer es werden soll“ zu beenden und sich als Partei auf den Wahlkampf zu konzentrieren.

Der ehemalige Innenminister Heiner Bartling hat die Nachricht von einem Bekannten gehört, während er noch am Bückeburger Bahnhof stand. Gabriel und Bartling kennen sich gut: Als Erster niedersächsischer Ministerpräsident war Bartling Innenminister. „Ich habe die Zusammenarbeit immer als sehr positiv empfunden“, so Steinbergens Ortsbürgermeister. Daher bedaure er Gabriels Entscheidung sehr. Doch er habe auch die Stimmung in der Partei mitbekommen, und den Eindruck erhalten, dass die Erwartung war: Wenn Gabriel Kanzlerkandidat wird, fährt die SPD ein schlechteres Ergebnis ein. Das sei nicht nur parteiintern, sondern auch öffentlich diskutiert worden. ssr, col, tbh, mld, rnk

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