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SPD entscheidet sich für Becker

Landkreis / SPD-Wahlkreiskonferenz SPD entscheidet sich für Becker

Karsten Becker ist der SPD-Direktkandidat im Landtags-Wahlkreis „Schaumburg“. Mit 42:27 Stimmen setzte sich der 53-jährige Wendthäger am Freitagabend während der SPD-Wahlkreis-Versammlung im Stadthäger Ratskeller gegen seinen Mitbewerber Eckhard Ilsemann (49) aus Nienstädt durch.

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Seit‘ an Seit‘ mit dem frisch nominierten Karsten Becker (Mitte): SPD-Ministerpräsidenten-Kandidat Stephan Weil (rechts) und Bundestagsabgeordneter Sebastian Edarthy.

Quelle: rg

Landkreis (ssr). Mit herzlich-deftigen Hieben rechts und links auf die Oberarm-Muskulatur gratulierte der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Stephan Weil, als einer der ersten dem strahlenden Sieger. Becker, der Schaumburger SPD-Chef ist, kanalisierte seine kurze Dankesrede anschließend in eine Mischung aus persönlicher Freude und abgewogener Parteiraison. „Ihr habt intelligent gewählt“, rief er den Delegierten zu und erklärte, wie er das meinte: „Ich bin froh über das knappe Ergebnis, weil es niemanden demontiert.“

Das Wahlergebnis und „die sehr faire Art und Weise“ der wochenlangen Bewerbungsphase „stärkt die Schaumburger SPD im Grundsatz und besonders für den Wahlkampf“, sagte Becker. Der frisch nominierte Direktkandidat dankte Ilsemann ausdrücklich für dessen Verdienste dafür. „Wir trinken jetzt gleich ein Bier“, rief er dem keineswegs deprimiert wirkenden Unterlegenen zu.

Die jeweils gut zehnminütigen Vorstellungsreden hatten zuvor erneut verdeutlicht, dass Becker und Ilsemann sich in Grundüberzeugungen und aktuellen politischen Schwerpunktsetzungen kaum unterscheiden. Soziale Gerechtigkeit, mehr Chancengleichheit im Bildungssystem, eine bessere Finanzausstattung für die Kommunen und der Kampf um den Erhalt des Landkreises waren übereinstimmende prägende Stichworte.

Sehr unterschiedlich fielen hingegen Redestil und Auftritt aus. Becker im dunklen Anzug, die Krawatte korrekt in rötlicher Färbung, beim Reden zumeist die Fingerspitzen penibel zusammengeführt. Ein lässig offenes Hemd über dem weißen T-Shirt sowie Jeans hatte Ilsemann ausgesucht, sich energisch-federnd an den Rändern des Rednerpults abstützend.

Beckers Rede fiel durchaus kämpferisch aus, enthielt wohlportioniert auch Polemik gegen die schwarz-gelbe Landesregierung. Der Stil seiner Ausführungen zeichnete sich freilich durch reichlich Daten, Zahlen, Fakten aus. Die Argumente setzte er eher fachlich denn emotional. Er formulierte aber auch: „Soziale Nöte der Menschen zum Maßstab des politischen Handelns machen: Das kann ich.“

Anders im rhetorischen Ansatz Ilsemann, der einen sehr persönlichen Einblick in seine Lebensituation einflocht („Ich mache gerne Brennholz, tobe mit meinem Hund im Wald.“). Die Attacken auf Schwarz-Gelb, die Hinweise auf das Klaffen der sozialen Schere, die Forderung nach einer „Reichensteuer“ – alles trug er mit viel Herzblut vor.

Am Ende entschieden sich die Delegierten mit 60 Prozent für Becker, der umgehend mit seinen Wahlkampf-Planungen beginnen kann.

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