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Sachkundenachweis: Bauern fühlen sich gegängelt

Neue Vorgaben beim Pflanzenschutz Sachkundenachweis: Bauern fühlen sich gegängelt

Viele Landwirte und Gärtner müssen noch einmal die Schulbank drücken. Grund sind neue Vorgaben und Voraussetzungen für den Einkauf von Pflanzenschutzmitteln.

Landkreis. Jeder, der beruflich Pflanzenschutzmittel anwendet, verkauft, über den Pflanzenschutz berät oder Auszubildende sowie Hilfskräfte anleitet, muss ab dem 26. November 2015 den bundeseinheitlichen Sachkundenachweis im Scheckkartenformat besitzen. Die Frist für die Beantragung endet am Dienstag, 26. Mai.

Für Landwirte wie Cord Lattwesen ist diese neue Regelung frustrierend: „Über Pflanzenschutzverordnungen haben wir uns immer regelmäßig informiert, wir haben uns dies jedoch nie quittieren lassen.“ Er müsse also nun für etwas bezahlen, was er sowieso schon weiß – 40 Euro kostet die Bewilligung des Dokuments, für Anträge per Post werden 50 Euro fällig. „Dafür bin ich aber auf der sicheren Seite, wenn mal eine Kontrolle anstehen sollte“, lenkt der Landwirt ein.

Die neue Verordnung gilt auch für jene, die zum 14. Februar 2012 mit in Kraft treten des neuen Pflanzenschutzgesetztes bereits sachkundig waren, wie die Landeswirtschaftskammer Niedersachsen mitteilt. Das neue Verfahren für die Bescheinigung der Sachkunde hat seit dem 27. Juni 2013 bestand.Bislang galten bei den etwa 100.000 Sachkundigen in Niedersachsen der Gehilfenbrief, die Landwirtschaftsurkunde oder das Zeugnis eines landwirtschaftlichen Studiums als Sachkundenachweis, wie dem Landvolk-Pressedienst zu entnehmen ist. Ab Oktober sollen diese Dokumente durch eine einheitliche Plastikkarte abgelöst werden. „Das ist wie beim Führerschein, bloß müssen wir unseren Sachkundenachweis alle drei Jahre verlängern und auch dafür erneut zahlen“, schimpft Lattwesen und ergänzt: „Das ist einfach nur müßig.“

Nur Landwirte, die im Besitz dieser Karte sind, dürfen ab dem 26. November Pflanzenschutzmittel kaufen, verkaufen und ausbringen. Hobbygärtner sind von der Regelung nicht betroffen: Sie dürfen weiterhin ohne Fortbildung und Nachweiskarte Pflanzenschutzmittel benutzen. Die neuen Karten werden voraussichtlich im September an alle Sachkundigen verschickt.

Auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen kann der Nachweis online beantragt werden. Anträge per Post werden nur noch in begründeten Ausnahmefällen angenommen und mit einer Gebühr in Höhe von zehn Euro berechnet. mak

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