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Schärfstes Schwert des Strafrechts

Landkreis/Bückeburg / Missbrauchsprozess Schärfstes Schwert des Strafrechts

Im Prozess gegen einen Schaumburger (54), der vier Familienangehörige sexuell missbraucht haben soll, nimmt sich das Gericht mehr Zeit als geplant. Das Urteil, vorgesehen für den morgigen Freitag, soll jetzt kurz vor Weihnachten verkündet werden.

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Quelle: dpa

Landkreis/Bückeburg (ly). Der Grund: In dem Verfahren geht es auch um Sicherungsverwahrung, das schärfste Schwert des deutschen Strafrechts. Kommt es zu einer Verurteilung, könnte der Angeklagte nach verbüßter Haft für den Rest seines Lebens hinter Gittern bleiben. So etwas will wohlüberlegt sein, zumal das Bundesverfassungsgericht die bestehenden Regelungen zur Sicherungsverwahrung für verfassungswidrig erklärt hat.
Gestern hat die 1. Große Jugendkammer am Bückeburger Landgericht einen Psychiater vernommen. Der Sachverständige attestiert dem Angeklagten einen „Hang zu erheblichen Straftaten“. Das Risiko, dass es in Freiheit zu neuen Übergriffen käme, stuft der Gutachter als hoch ein. Ob diese Einschätzung für die Anordnung von Sicherungsverwahrung ausreicht, entscheidet die Kammer.
Als sicher gilt die Verhängung einer mehrjährigen Haftstrafe, nachdem der Schaumburger einen Teil der Vorwürfe eingeräumt hatte. Zur Last legt ihm Staatsanwältin Denise Homann 81 Taten, verteilt über einen Zeitraum von 18 Jahren. Die Opfer sollen Kinder und Jugendliche aus seiner Familie sein, die zu Beginn der mutmaßlichen Übergriffe sechs, 13 und 14 Jahre alt waren, darunter auch ein Junge.
Mit einer Stieftochter hat der Mann eigenen Angaben zufolge ein Kind gezeugt. Er bestreitet jedoch, das kleine Mädchen als Sechsjährige ebenfalls missbraucht zu haben. Auch an einem Stiefsohn will sich der Schaumburger nicht vergangen haben.
Als junger Mann hat der 54-Jährige schon einmal im Gefängnis gesessen, dem Vernehmen nach wegen Diebstahls. Der Psychiater erkennt bei ihm „eine grundsätzliche Bereitschaft, sich Dinge zu nehmen“ – früher Diebesgut, dann „sexuelle Befriedigung“. Schuldbewusstsein hat der Sachverständige nicht festgestellt.

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