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Aus dem Landkreis Schaumburg als „Hochburg“ beim Pflegedienst
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Schaumburg als „Hochburg“ beim Pflegedienst
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20:26 25.04.2011
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Landkreis (kle). Einer Erhebung aus dem Jahr 2009 zufolge leben in Schaumburg 2610 Pflegebedürftige in Pflegeheimen. Auf 1000 Einwohner kommen damit rund 70 Pflegebedürftige im Alter ab 65 Jahren. Der niedersachsenweite Durchschnitt liegt aber bei lediglich 51 je 1000 Einwohner bei einer Zahl von insgesamt etwa 85.000 Pflegebedürftigen.

Dies lässt jedoch nicht automatisch Rückschlüsse auf die Einwohner Schaumburgs zu. „Durch 49 Pflegeeinrichtungen mit 3331 stationären Pflegeplätzen steht im Landkreis Schaumburg ein großes Angebot an Heimplätzen zur Verfügung“, heißt es von Claudia Kuhlmann vom Fachdienst Altenhilfe des Landkreises.

Bei rund 162.000 Einwohnern unterhält Schaumburg somit im Verhältnis mehr Pflegeheime als die angrenzenden Landkreise Nienburg (laut Landesamtsstatistik 30 Stück bei rund 123.000 Einwohnern) und Hameln-Pyrmont (41 Pflegeheime bei rund 155.000 Einwohnern). Es ist also nicht ausgeschlossen, dass in den Schaumburger Pflegeheimen auch Einwohner aus anderen Landkreisen untergebracht sind.

Was die allgemeine Entwicklung der Zahlen der Pflegebedürftigen betrifft, liegt Schaumburg dagegen wieder „voll im Trend“. Waren 2001 in Schaumburg noch 2121 ältere Menschen in Pflegeheimen untergebracht, waren es vier Jahre später 2413, 2009 schließlich 2610. Dies entspricht weitgehend der niedersachsenweiten Entwicklung.

Kuhlmann bestätigt: „Aufgrund unserer Beratungen im Fachdienst Altenhilfe – 1918 Beratungen im Jahr 2010 – stellen wir fest, dass zumindest der Beratungsbedarf steigt.“ Aufgrund des demografischen Wandels würden immer mehr Menschen immer älter und „benötigen allein aufgrund des Alters Unterstützung im Alltag oder Pflegeleistungen“.

Doch nicht nur der demografische Wandel zeigt sich in der Statistik des Landesamts, auch Entwicklungen von Familienstrukturen und des Berufsalltags werden darin deutlich: Nahm die Zahl der Menschen der Pflegestufe III von 2005 auf 2009 nur unmerklich zu (von 595 auf 603), kletterte die Anzahl der Menschen der Pflegestufe I in derselben Zeit von 872 auf 1026.

Menschen der Pflegestufe III benötigen „täglich rund um die Uhr“ Pflege, so die Definitionen des Landesamts, Menschen der Pflegestufe I dagegen bedürfen nur „mindestens einmal täglich“ Hilfe „bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität“ sowie „zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung“. Dazu fehlt offenbar immer mehr Menschen die Möglichkeit.

Da viele Angehörige beispielsweise „aus beruflichen Gründen ihre Eltern nicht pflegen können“, so die Einschätzung von Kuhlmann, oder weil sie zu weit entfernt wohnen, „werden auch verstärkt professionelle Leistungsanbieter wie Pflegedienste oder Heime in Anspruch genommen werden müssen“. In diesem Zusammenhang gewinne zudem selbst „für niedrigschwellige Unterstützung die ehrenamtliche Tätigkeit immer mehr an Bedeutung“.

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