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Aus dem Landkreis Schaumburg hofft auf Atempause
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Schaumburg hofft auf Atempause
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00:16 21.03.2016
Die Zahl der wöchentlich ankommenden Flüchtlinge soll reduziert werden. 40 Prozent der in Schaumburg Asyl Suchenden sind minderjährig. Quelle: sk
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Die LAB habe mitgeteilt, dass die Verteilzahlen in Niedersachsen auf 1000 bis 1500 Personen reduziert werden sollen, berichtete Heimann im Kreissozialausschuss. „Zwei Prozent davon müssen wir aufnehmen. Das sind pro Woche 20 bis 30 Flüchtlinge.“ Zum Vergleich: Zum Jahresbeginn trafen wöchentlich bis zu 180 Asylsuchende am Kreishaus ein.

Die Zahl der Flüchtlinge, die insgesamt nach Schaumburg kommen, hat sich dagegen nicht verringert. Allerdings soll der Landkreis für die Unterbringung der 1326 Asylsuchenden mehr Zeit bekommen. „Das Land hat den Zuweisungszeitraum bis zum 31. Juli verlängert“, so Heimann. Ursprünglich sollten die Flüchtlinge bis zum 31. März nach Schaumburg kommen.

Allerdings stehe die Ankündigung noch unter Vorbehalt. „Weder auf Bundes- noch auf Landesebene wagt man eine Prognose“, so Heimann. Klar sei nur: „Derzeit kommen weniger Menschen nach Deutschland.“ Dies liege daran, dass die Balkanroute gesperrt ist.

Keine wirkliche Atempause

Trotz der Unsicherheit hat das Schreiben der LAB für kurzes Durchatmen im Kreishaus gesorgt. „Das Problem war nicht, diese Menschen unterzubringen, sondern das Tempo, in dem dies geschehen musste“, erklärte Heimann. Von einer wirklichen Atempause könne man aber auch jetzt nicht sprechen. „Die Arbeit geht erst richtig los. Wir müssen uns nun verstärkt um die Integration kümmern, um Sprachkurse und Hilfe bei der Arbeitssuche.“ Auch die Vernetzung der Ehrenamtlichen soll noch stärker als bisher in den Vordergrund rücken. Der im Herbst ausgefallene Runde Tisch der Unterstützerkreise sei inzwischen nachgeholt worden und soll künftig in kürzeren Abständen stattfinden.

Dennoch, so gab Heimann zu verstehen, habe die Wohnungssuche Priorität. Das Land schaffe derzeit Platz in den Aufnahmeeinrichtungen, durch die zeitverzögerte Zuweisung der Flüchtlinge sei die Situation in den Kommunen weiterhin angespannt.

Um im Landkreis einen Puffer zu schaffen, würden derzeit die Gemeinschaftsunterkünfte in Bad Nenndorf hergerichtet werden. Dadurch werde sich auch die geringe Flüchtlingsquote in der Samtgemeinde erhöhen. Auch in Rodenberg und Niedernwöhren gebe es noch Nachholbedarf, der aber Schritt für Schritt abgearbeitet werde.

Gewisse Unwuchten ließen sich nicht vermeiden

„Die Kommunen, die eine geringe Quote haben, wissen Bescheid. Insgesamt kann man aber sagen: Alle haben sich auf den Weg gemacht.“ Gewisse Unwuchten zwischen den Gemeinden ließen sich nicht vermeiden, betonte Heimann auf Nachfrage aus dem Ausschuss. „Wir haben davon abgesehen, zu sagen: ,Morgen schicken wir euch einen Bus mit 50 Flüchtlingen vorbei.‘“ Zumal klar das Bemühen der Gemeinden zu erkennen sei.

Richard Wilmers (WIR) warf die Frage auf, wie der Landkreis die Kommunen dabei unterstützen will, dem Bedarf an Kita-Plätzen und der Unterbringung der Schulkinder gerecht zu werden. Immerhin seien 40 Prozent der Flüchtlinge minderjährig. Heimanns Antwort: „Das ist eine gute Frage. Die richtet sich aber auch an die höheren Ebenen, das Land und den Bund – da geht es um Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher.“ Ohne ein gewaltiges, vom Bund geschnürtes Integrationspaket werde dies nicht gehen. ber

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