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Schaumburg schwitzt

Hitzewelle Schaumburg schwitzt

 Im Wohnzimmer steht die Luft, die Kleidung klebt am Körper. In Schaumburg steht das bislang heißeste Wochenende des Jahres an. Die SN haben sich einmal umgehört, wie die Schaumburger mit den warmen Temperaturen umgehen.

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Landkreis (ber,sk,js). Dusche gefällig

 An der Vornhäger Straße in Stadthagen bauen Temiz Tepe und Jordan Kotev einen Parkplatz. Ein Rüttler verdichtet das Mineralgemisch für den Untergrund.

Es ist heiß, laut und es staubt. Ohne ausreichende Wasserzufuhr hält die Arbeit in der Sommerhitze kein Organismus schadlos aus. Mindestens fünf Liter Wasser trinken die Bauarbeiter täglich. „Bis zum Frühstück sind schon drei Flaschen geleert“, erklärt Tepe. Damit es nicht so staubt und das Mineralgemisch besser verdichtet, spritzt Jordan Kotev mit dem Gartenschlauch Wasser auf die Parkplatzfläche – und bedenkt dabei auch gleich den Kollegen mit einer Dusche. Das tut gut!

Den Körper entlasten

 Wenn einem schwarz vor Augen wird, sich Schweißausbruch und Schwäche einstellen – dann sollte man sofort seinen Platz in der Sonne verlassen, warnt die Stadthäger Allgemeinmedizinerin Razma Ayubi. Der Kreislauf droht zusammenzubrechen. Soweit sollte es aber gar nicht erst kommen. Wichtig ist, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, am besten Wasser oder Tee.

 Wasser benötigt der Körper ohnehin zum Aufrechterhalten seiner Stoffwechselvorgänge. Bei großer Hitze kommt eine weitere Aufgabe auf ihn zu: Er muss die Körpertemperatur konstant auf 37 Grad halten. Dazu verdunstet er Schweiß auf der Haut. Es entsteht Verdunstungskälte. Allein für diesen Vorgang wird mehr Wasser benötigt. Besonders ältere Menschen sollten jetzt mehr trinken, um Kreislaufproblemen vorzubeugen. Den Durst mit eiskalten Getränken zu löschen, ist zwar angenehm – belastet den Körper aber zusätzlich. Denn die eiskalte Flüssigkeit muss vom Körper aufgewärmt werden. Das kostet Energie und wo Energie eingesetzt wird, wird Wärme frei. Beim Thema Essen kommt das Thema Energie erneut zum Tragen: Schweres Essen kostet Magen und Darm größere Verdauungsarbeit als leichte Speisen. Auch hier kann durch die richtige Essenwahl der Körper entlastet werden.

Wenn der Asphalt kocht

 Bei Hitzezufuhr blubbert nicht nur das Wasser auf dem Herd. Knallt die Sonne auf den Asphalt, kommt Kaltbitumen in Wallung, mit dem schadhafte Stellen im Straßenbelag ausgebessert wurden. „Der von der Hitze aufgekochte Asphalt muss mit Splitt abgedeckt werden“, erklärt Dennis Dreyer, Mitarbeiter der Straßenmeisterei. Gemeinsam mit seinen Kollegen Kay Kabbeck und Bernhard Kuhlmann hat Dreyer am Donnerstag die Kreisstraße zwischen Lauenhagen und Pollhagen bearbeitet. Teilweise reichte das „Absplitten“ nicht. Wo Autoreifen das nicht mehr kalte Kaltbitumen weggerissen haben, sind Löcher entstanden. Diese wurden gefüllt und mit Sand abgestreut.

Heißer Aufguss trotz Saunawetter

 Wem das Wetter nicht heiß genug ist, für den steht Saunameisterin Christiane Puhle mit Aufgüssen im Tropicana bereit. Hitze ist die 57-Jährige gewöhnt. „Ich mache den Job seit 20 Jahren, und es macht mir Spaß, auch im Sommer. Mein Kreislaufsystem ist darauf trainiert.“ Auch wenn weniger Gäste im Hochsommer in der Sauna schwitzen wollen, hat Puhle dennoch gut zu tun. „Wir müssen die Gäste bei diesem Wetter intensiver betreuen, sie darauf hinweisen, dass sie sich längere Ruhephasen gönnen und viel trinken.“ Gesund ist der Saunagang auch im Hochsommer, sagt Puhle.

Auf dem Sonnendeck

 Einen unfreiwilligen Aufenthalt auf dem Sonnendeck „genießen“ Fritz Kühn und Alexander Scharamonov. Die Dachdecker schwitzen bei ihrer harten körperlichen Arbeit in Niederwöhren aus allen Poren. „Hier oben weht zumindest etwas Wind“, versucht Kühn der Situation etwas abzugewinnen. „Wenn die Arbeit nicht wäre, ließe es sich aushalten“, lacht Scharamonov. Rund fünf Liter Wasser trinken die Dachdecker während ihrer Arbeitszeit. Auf die Toilette müssen sie nicht. „Das schwitzen wir alles wieder aus.“ Wichtig sei auch eine Kopfbedeckung, um einen Sonnenstich zu vermeiden.

Ramadan

 Noch bis zum 16. Juli läuft der muslimische Fastenmonat Ramadan. Täglich dürfen die Gläubigen bis zum Sonnenuntergang kurz vor 22 Uhr weder essen noch trinken. Da machen die heißen Tage keine Ausnahme. „Man muss da durch“, bestätigte Mehmet Yabas, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde in Stadthagen. Yabas schränkte allerdings ein: „Wenn die Gefahr besteht, dass man umfällt, dann ist man vom Gebot befreit. Die Gesundheit geht immer vor.“

Tiere abkühlen

 Auch der beste Freund des Menschen leidet unter den Temperaturen. Da Hunde nicht schwitzen, regulieren sie ihre Körpertemperatur durch Trinken und Hecheln. Entsprechend muss für den Vierbeiner immer genug Flüssigkeit zur Verfügung stellen. „Ein feuchtes Handtuch kann Wunder bewirken, um dem Hund Abkühlung zu verschaffen“, sagt Tierarzt Detlef Barth aus Stadthagen. Zudem sei es ratsam, nicht gerade zur Mittagszeit spazieren zu gehen. „Der Abend und der Morgen eignen sich weit besser dafür“, rät Barth. Auch ein Ausflug mit dem Pkw in der prallen Mittagssonne sollte vermieden werden.

Einfach genießen

 Am Marktbrunnen in Rinteln genießt Ninal Ayindi mit ihrer Tochter Ceyda das Wetter. Die beiden sind bei ihrer Familie zu Besuch: „Das Wetter ist hier so schön und angenehm, ich muss immer an meinen Mann denken, der in Antalya arbeitet. Er sagt, da sei es auch abends noch so heiß, dass man es fast nicht aushalten kann“, sagt Ayindi. Gleich wird sie mit ihrer Tochter noch ein Eis essen, denn eins ist klar: Ins Bett will die Kleine noch lange nicht.

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