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Schaumburger AfD in Erklärungsnot

Kreistagskandidat teilt bei Facebook rechte Hetze Schaumburger AfD in Erklärungsnot

Weniger als einen Monat vor der Kommunalwahl hat die heimische AfD ihren nächsten Personalskandal. Nachdem Anfang des Jahres die Vizevorsitzende des Rintelner Stadtverbandes wegen ihrer rechtsradikalen Vergangenheit zurückgetreten ist (wir berichteten), macht nun der Hohnhorster Kreistagskandidat Michael Herzberg mit teils bizarren, teils offen rassistischen oder antisemitischen Posts im sozialen Netzwerk Facebook auf sich aufmerksam.

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Landkreis. So teilt er etwa ein Produkt der Seite „Migrantenschreck“, die Waffen mit Hartgummimunition verkauft. Mutmaßlicher Betreiber der Seite ist Mario Rönsch. Der soll auch hinter einer falschen „Anonymous“-Seite gesteckt haben, die unter dem Siegel des Hacker-Zusammenschlusses rechtsradikale Inhalte verbreitete.

Darüber hinaus veröffentlichte Herzberg auch den Beitrag eines Nutzers, dem zufolge die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton das „Globalisierungs-Projekt der jüdisch-zionistischen Finanzmafia mit dem menschenverachtenden Zinssystem fortsetzen“ wolle. Außerdem postete er ein Bild von Frauen in Burka, darunter eines von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans in ihren weißen Roben, dazu der Spruch: „Dann kann ich ja wohl auch anziehen, was mir gefällt!“

Darüber hinaus sind viele Themen dabei, die sich bei der Neuen Rechten großer Beliebtheit erfreuen. Von Chemtrails – dieser Theorie zufolge sind in den Kondensstreifen von Flugzeugen Chemikalien, die die Bevölkerung gefügig machen –, bis hin zu den Ansichten der sogenannten Reichsbürger, für die die Bundesrepublik eine GmbH im Besitz der USA ist.

Herzberg scheint sein Facebook-Profil inzwischen gelöscht zu haben. Zu „Migrantenschreck“ sagt er, er habe die Seite „mehr oder weniger lustig“ gefunden. Die „jüdisch-zionistische Finanzmafia“ habe nichts mit der Propaganda des Dritten Reiches zu tun. Aber man sehe doch, „dass heute alles gesteuert“ werde. Die Ku-Klux-Klan-Roben will er nicht als solche erkannt haben.

In der AfD scheint ein Richtungsstreit entbrannt, wie mit dem Fall umzugehen ist. Während der Kreisverbandsvorsitzende Daniel Carl hinter Herzberg steht und sich dabei von einem großen Teil des Kreisvorstands unterstützt fühlt, fordert der Rintelner Stadtverbandsvorsitzende Jens Wilharm „konsequentes Handeln“, um sich vom rechten Rand abzugrenzen.

Sowohl Carl als auch Wilharm betonen, vorher nichts von Herzbergs Onlineaktivitäten mitbekommen zu haben. Beide halten die dort geteilten Meinungen für indiskutabel.

Der Kreisverbandsvorsitzende argumentiert allerdings, Herzberg vertrete die Meinung in den von ihm geteilten Beiträgen gar nicht. Er habe nur den Fehler gemacht, sie unkommentiert zu veröffentlichen. Er betont, Herzberg habe jüdische Vorfahren.

Wilharm dagegen geht auf Distanz. Nach eigener Darstellung läuft er „Sturm gegen die Aufnahmepolitik“ der Nienburg-Schaumburger AfD. Auf seinen Antrag hin habe die Partei im April die Aufnahmekriterien verschärft. Seitdem kann Carl nicht mehr allein entscheiden, eine Internet-Recherche über Anwärter ist verpflichtend. Zu dem Zeitpunkt war Herzberg allerdings bereits Mitglied.

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