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Schaumburger Jäger sorgen sich um Jagdrechtsreform

Verbote befürchtet Schaumburger Jäger sorgen sich um Jagdrechtsreform

Mit äußerstem Misstrauen sieht man in den Reihen der heimischen Jäger der Reform des Jagdrechts in Niedersachsen entgegen. Zwar seien noch keine Details der für 2015/2016 geplante Novellierung bekannt, jedoch befürchten die Grünröcke in Niedersachsen eine ähnliche Entwicklung wie im grün-rot regierten Baden-Württemberg und im rot-grün regierten Nordrhein-Westfalen. Dort laufen seit Monaten Jäger gegen die geplanten oder schon beschlossenen Änderungen der jeweiligen Landesjagdgesetze Sturm.

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Wilhelm Bergmann

Quelle: jp

Die Jahresversammlung der Jägerschaft Schaumburg in Bückeburg nahm Wilhelm Bergmann, stellvertretender Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, zum Anlass, den Befürchtungen seines Verbands öffentlich Nachdruck zu verleihen. Sowohl in Baden-Württemberg als auch in Nordrhein-Westfalen stehen den Jägern durch einen „ökologischen Umbau“ der jeweiligen Jagdgesetze umfangreiche Verbote und Einschränkungen ins Haus.

So soll beispielsweise in Nordrhein Westfalen, wo der entsprechende Gesetzesentwurf bislang noch nicht verabschiedet wurde, das Schießen verwilderter Hauskatzen, das Verwenden von Totschlagfallen, die Jagdhundeausbildung mit flugunfähigen Enten sowie die Baujagd mit Hunden vollständig verboten sowie die Liste der bejagbaren Tierarten erheblich verkleinert werden.

Im grün-roten Baden-Württemberg wurde hingegen bereits im November ein Landesjagd- und Wildtiermanagementgesetz verabschiedet. Es beinhaltet ebenfalls diverse Einschränkungen und Verbote, darunter das Verbot von Totfangfallen und der Fütterung von Schalenwild. Wildernde Katzen dürfen nur noch nach Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde erschossen werden, wildernde Hunde nur mit polizeilicher Erlaubnis. Massive Proteste und Großdemonstrationen mit bis zu 15000 Teilnehmern in Stuttgart und Düsseldorf waren die Folge.

Wilhelm Bergmann bezeichnete die Gesetzesänderungen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen als Systembruch: „Erstmals stehen Naturschutz und Jagdrecht nicht mehr gleichwertig nebeneinander.“ Und auch von der rot-grünen Landesregierung in Hannover und insbesondere dem grünen Landwirtschaftsminister Christian Meyer schwant den Grünröcken nichts Gutes: „Wir befürchten, dass Minister Meyer das Jagdrecht aus Nordrhein-Westfalen als Blaupause für die Novellierung in Niedersachsen nehmen wird.“ Auf erhebliche Kritik seitens der Jäger stieß bereits die von der Landesregierung beschlossene Änderung der Jagdzeitverordnung, die am 1. Oktober in Kraft trat. Die geplante Intervalljagd in Vogelschutzgebieten sei ein Eingriff in das Eigentumsrecht, erklärte Wilhelm Bergmann und kündigte eine Normenkontrollklage vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht Lüneburg an.

Die Jäger in Niedersachsen sollten sich daher bereithalten, ebenso wie ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg auf die Straße zu gehen. „Stehen Sie Gewehr bei Fuß“, so Vize-Präsident Wilhelm Bergmann wörtlich, „und wenn es zum Demonstrieren nach Hannover geht, dann kommen Sie mit!“

Den Hauptgrund für den umfassenden Paradigmenwechsel in den drei Bundesländern vermutete der LJN-Vizepräsident in dem Umstand, „dass die Politik in Stuttgart, Düsseldorf und Hannover von Politikern dominiert wird, die von einer urbanen Bevölkerung gewählt wurden.“ Diese Großstadtbevölkerung habe keinerlei Bezug mehr zu Wald, Tieren und ländlichen Verhältnissen. „Verhindern Sie, dass unsere Gesetze von Menschen bestimmt werden, die von Jagd und Natur keine Ahnung haben!“, appellierte Wilhelm Bergmann an seine Waidkollegen. „Wir müssen diesen Politikern klar machen, dass wir Jäger uns in der Natur bewegen und sie nutzen, ohne dabei etwas kaputt zu machen.“

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