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Klinikmitarbeiter schlagen Alarm

Demonstration vor Kreistagssitzung Klinikmitarbeiter schlagen Alarm

Der Weg in den Kreistagssaal hat für die Abgeordneten am Dienstagabend an vielen Pappschildern vorbei geführt. Diese wurden von rund 30 Beschäftigten des Stadthäger und des Rintelner Krankenhauses hoch gehalten, die durch die Zusammenlegung zum Gesamtklinikum Gehaltseinbußen befürchten.

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Mit klaren Forderungen konfrontieren die Beschäftigten die Abgeordneten vor dem Eingang zum Kreistagssaal.

Quelle: rg

Landkreis. „Keine betriebsbedingten Kündigungen!“ hieß es ebenso wie „Besitzstände behalten“ und „Verzicht auf Ausgliederung“. Elke Nagel von der Gewerkschaft Ver.di brachte die Forderungen der Protestierenden gegenüber dieser Zeitung auf einen Nenner: „Niemand darf im Gesamtklinikum weniger verdienen als jetzt.“

Während der Etatdebatte des Kreistags griff Heinrich Sasse (WGS) das Thema auf. Es sei die Absicht von Agaplesion, rund 130 Klinik-Beschäftigte in acht ausgegliederte Tochtergesellschaften, wie für das Küchenpersonal etwa der Agaplesion Catering GmbH, anzustellen. Der Konzern „spielt damit ein falsches Spiel“, fügte Sasse unter dem lauten Beifall der Klinik-Beschäftigten hinzu. Die Arbeitnehmer befürchteten dadurch deutliche Gehaltseinbußen.

Landrat Jörg Farr (SPD) führte dazu aus, die Geschäftsführung von Agaplesion habe ihm versichert, dass auch die Tochtergesellschaften Tarifbindungen hätten. Farr weiter: „Agaplesion will natürlich, dass im Gesamtklinikum auf Dauer nur ein Tarifvertrag angewendet wird.“ Die Möglichkeit der Ausgliederung sei zudem ausdrücklicher Teil des Konsortialvertrages, der 2008 unter Beteiligung des Personalrates geschlossen worden sei.

„Agaplesion hat die Aufgabe, als Arbeitgeber attraktiv zu sein“

Die Protestierenden kamen am Ende der Kreistagssitzung in der Einwohnerfragestunde zu Wort. So wollte eine Mitarbeiterin wissen, ob für Beschäftigte, die von Agaplesion nicht übernommen werden, Geld für Qualifizierungsmaßnahmen bereitgestellt wird. Farr betonte, Ziel sei es, möglichst vielen Betroffenen einen Arbeitsplatz in der Kreisverwaltung zu verschaffen. Dafür sei im Einzelfall „bedarfsgerechte Qualifizierung“ erforderlich. „Am Geld dafür wird es nicht scheitern“, versicherte der Landrat. Farr verwies bei dem Ziel, betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich zu verhindern, zudem auf ein Altersteilzeitmodell für Krankenhaus-Mitarbeiter, das der Kreistag wenige Minuten zuvor einmütig beschlossen hatte.

Eine weitere Beschäftigte verwies auf den allgemeinen Mangel an Pflegefachkräften. Entlohne Agaplesion als kirchliche Einrichtung schlechter als öffentliche Arbeitgeber, drohe eventuell die Abwanderung von Pflegern in entsprechende Kliniken des Umlandes. Farr dazu: „Agaplesion hat die Aufgabe, als Arbeitgeber attraktiv zu sein und sich am Markt zu orientieren.“ Das genau sei Inhalt der laufenden Verhandlungen über einen Überleitungstarifvertrag.

Warum die Beschäftigten des Gesamtklinikums für einen Parkplatz 40 Euro monatlich an Gebühr bezahlen sollen, fragte eine andere Mitarbeiterin erregt. Farr räumte ein: „An diesem Punkt sehe ich weiteren Gesprächsbedarf.“ Auf eine weitere Frage hin beteuerte der Landrat, für eine gute Anbindung des Gesamtklinikums in Vehlen an den ÖPNV werde gesorgt.

Die etwa 30 Minuten dauernde Fragestunde verlief in einer ruhigen, von Unmutsbekundungen weitgehend freien Atmosphäre. ssr

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