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Aus dem Landkreis Schaumburger Klinikum ächzt unter Grippewelle
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Schaumburger Klinikum ächzt unter Grippewelle
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16:24 08.03.2018
Das Ausmaß der diesjährigen Grippewelle macht sich auch am Klinikum Schaumburg bemerkbar. Quelle: Symbolfoto, dpa
Landkreis

„Wir haben momentan durchschnittlich 30 Prozent mehr Patienten, in bestimmten Zeitfenster sogar bis zu 80 Prozent mehr Patienten, die mit grippetypischen Zeichen wie Schüttelfrost, hohem Fieber und starkem Husten zu uns in die Zentrale Notaufnahme kommen,“ sagt Chefarzt Dr. Maik Brandes. „Diese Patienten versorgen wir im großen Team unserer internistischen Ärzte schnellstmöglich, um sie danach zur weiteren Behandlung zu ihrem Hausarzt zu schicken.“

Viele Grippe-Kranke müssen beatmet werden

Allerdings hätten Patienten vermehrt neben den grippalen Krankheitsanzeichen auch daraus resultierende weitere Krankheitsbilder, wie zum Beispiel Herzinfarkte, Lungenentzündungen. Holger Finkemeier, Leitender Oberarzt der Zentralen Notaufnahme: „Diese Patienten werden bei uns selbstverständlich aufgenommen. Wir haben momentan viele Patienten, denen es so schlecht geht, dass sie beatmet werden müssen.“

Um die „bestmögliche ärztliche und pflegerische Behandlung zu garantieren“, würden Termine für Kunden, die keine lebensbedrohliche Erkrankungen haben, sondern für geplante Eingriffe ins Klinikum kommen müssen, momentan verschoben. Dr. med. Achim Rogge, Geschäftsführer: „Es tut uns zwar leid, dass wir die Termine dieser Patienten verschieben müssen, aber selbstverständlich geht die Notfallversorgung vor. Um den massiven Patientenandrang in medizinisch und pflegerisch bestmöglicher Qualität gerecht werden zu können, versetzen wir gerade Pflegepersonal aus dem OP-Bereich, aber auch aus den Funktionsbereichen, auf die anderen Stationen.“

Niedersachsen im Ausnahmezustand

Thomas Beckmann, Beauftragter für das Qualitätsmanagement des DRK-Rettungsdienstes und Krankentransports Schaumburg: „Nach unserer Information ist die Situation, die diese Grippewelle momentan auslöst, niedersachsenweit mit einem Ausnahmezustand zu vergleichen.“ Alle Krankenhäuser, die im Umkreis von 100 Kilometern von Schaumburg liegen, hätten sich von der Versorgung von Intensivpatienten abgemeldet.

„Wir arbeiten sehr eng und vertrauensvoll mit dem Agaplesion zusammen und sind uns sicher, dass die Schaumburger Bürger gemeinsam von uns gut versorgt werden können“, betont Beckmann. Der Qualitätsmanager hat eine Bitte an die Schaumburger: „Wenn Sie Anzeichen eines grippalen Infektes haben, bitte rufen Sie nicht die 112 an, sondern setzten Sie sich mit Ihrem Hausarzt in Verbindung. Den Rettungsdienst sollen Sie selbstverständlich rufen, wenn Sie an Herzschmerzen, Schmerzen im Oberarm, die ausstrahlen, Atemnot, oder ähnlichem leiden.“ vin