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Schaumburger Kooperation für Flüchtlinge

Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen Schaumburger Kooperation für Flüchtlinge

Stetiger Zuwachs an Flüchtlingen, mangelnder Nachwuchs im Handwerk – aus dieser Not lässt sich leicht eine Tugend machen. Die Volkshochschule, die Kreishandwerkerschaft und die Berufsbildenden Schulen (BBS) geben 20 Migranten in einer groß angelegten Kooperation die Chance, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

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Maßarbeit am Metall: Die Handwerker in spe zeigen, dass sie an Draht und Kupferrohr die Prüfungsvorgaben erfüllen können.

Quelle: geb

Landkreis. Nach Prüfung der Sprachkenntnisse ermittelt ein Job-Coach, wo die praktischen Fähigkeiten der im Schnitt 29 Jahre alten Anwärter liegen. Daraufhin können sie unter den prüfenden Augen eines Fachpraxislehrers und eines Meisters in den Werkstätten der BBS Stadthagen und Rinteln ihr Können unter Beweis stellen. Bis zu zwei Bereiche aus Bau-, Farb-, Metall- und Holztechnik, Ernährung und dem Friseurhandwerk stehen jedem zur Wahl.

Schon nach zwei Prüfungstagen bemerktn die Fachleute das ernsthafte Engagement der überwiegend arabisch-afrikanischen Teilnehmer. Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens rechnet mit einem Erfolg: „Wir bekommen nur positive Rückmeldungen aus den Werkstätten, die Migranten nehmen alles mit großer Begeisterung auf.“ Zwei haben schon ihre Zusage von Friseurbetrieben, zwei weitere bekundeten in perfektem Deutsch ihr Interesse am Tischlerhandwerk. Viele wollen ihre Familien aus eigener Kraft versorgen. „Die wissen schon, wo sie hin wollen“, meint Maßnahmenleiter Tino Dornberger von der VHS.

Mitte Oktober wird jeder der werdenden Handwerker ein Betriebspraktikum antreten, der Jobcoach steht ihnen dabei zur Seite. Auch Bewerbungstraining, berufsbezogener Sprach- und Matheunterricht und der Umgang mit allen nötigen Hilfsmitteln vom Maßband bis zum PC gehören dazu.

Jörg Farr hält den Moment für Verstärkung an Manpower in den Betrieben für goldrichtig. „Aktuell erleben wir eine hohe Auslastung des Handwerks. Die Zinsen sind niedrig, also investieren Hausbesitzer ihr Geld lieber ins Eigenheim“, so der Landrat.

Die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis, die unter das Aylbewerberleistungsgesetz fallen, schätzt Farr auf knapp 2500 und fordert: „14 Prozent sind unter 18, 60 Prozent unter 25 Jahre alt. Die müssen wir ausbildungsfähig machen.“

Für die Sprach- und Integrationsklassen (Sprint) der BBS gab es bis vor Kurzem noch lange Wartelisten, jetzt habe sich die Lage normalisiert. Kreisdezernentin Katharina Augath lobt die geleistete Arbeit ausdrücklich. „Überall im Landkreis sind Sprachlernklassen eingerichtet und die Abstimmung klappt reibungslos. Auch bei knappen Ressourcen finden wir gemeinsam mit allen Akteuren praktische Lösungen.“

geb

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