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Schaumburger setzt Mobbing-Attacken fort

Schlachtfeld Internet Schaumburger setzt Mobbing-Attacken fort

Seit Jahren schikaniert ein Schaumburger andere Menschen. Sein Schlachtfeld ist das Internet. Der 52-Jährige fühlt sich ungerecht behandelt und glaubt offenbar, dass eine Verschwörung gegen ihn im Gange ist. Jetzt stand er wieder vor Gericht in Bückeburg.

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Landkreis. Gezielt verschickt der Mobber seitdem üble Mails, Bilder oder Videos an seine frühere Lebensgefährtin und deren Rechtsanwalt, manchmal auch an einen größeren Personenkreis oder gar Behörden.

Den Anwalt nennt er beispielsweise „Hurensohn“, die Verflossene „Dorfschlampe“. Trotz mehrerer Verurteilungen zu Haftstrafen kann von Einsicht keine Rede sein. Fünf Tage vor der jüngsten Gerichtsverhandlung stellte der Mann jetzt ein Video ins Internet und riet allen Beteiligten, sie sollten sich „auf ihr Ende vorbereiten“.

Der Schuss ging voll nach hinten los. Richter Peter Rohde, Vorsitzender der zuständigen Berufungskammer am Bückeburger Landgericht, berücksichtigte dies prompt zu Lasten des Angeklagten. Obwohl der 52-Jährige an einer wahnhaften Störung leidet, dem entsprechenden Gutachten zufolge nur vermindert schuldfähig ist und normalerweise eine mildere Strafe bekommen hätte als in erster Instanz, bleibt es nun bei acht Monaten Haft wegen Bedrohung und Verleumdung.

In Zukunft könnte es noch schlimmer kommen. „Ich weiß nicht, ob sie eines Tages in der Psychiatrie landen wollen, denn das kann passieren“, warnte Richter Rohde den Angeklagten vor. Ein Psychiater sieht die Störung des Schaumburgers mit Sorge. Im Gutachten kommt der Sachverständige zu dem Schluss, dass die Symptomatik eher zunimmt. Zudem geht er von hoher Wiederholungsgefahr aus.
Noch sieht der Psychiater „einen Rest von Steuerungsfähigkeit“. Wenn dem Angeklagten sein Weg jedoch irgendwann aussichtslos erscheine, „werden alle Handlungen möglich“, befürchtet er. „Darauf sollte man sehr gut achten.“ Mit anderen Worten: Vielleicht bleibt es eines Tages nicht mehr bei wüsten Mails.

Vor Gericht gestikuliert der Angeklagte wild und wird so laut, dass eine Zeugin den Richter bittet, dafür zu sorgen, dass sie nicht mehr von der Seite angeschrien wird. Die Frau ist eine Schwester der Ex des 52-Jährigen. Sie hat Angst und traut sich kaum noch auf die Straße.
Ihr und ihrem Mann hat der Mobber ein Youtube-Video geschickt. Zu sehen sind abgehackte Gliedmaßen, ein Kinderkopf im Einmachglas und eine Standuhr am offenen Grab, verbunden mit der Ankündigung: „Ich bringe Euch alle vor Gericht.“

Fall Nummer zwei dreht um die Anwälte seiner Ex, die er per Bild im Internet verleumdet, zu einer organisierten Gruppe von „Kinderschändern, Drogendealern und Kapitalbetrügern“ zu gehören.

Langsam wird es eng für den Angeklagten, der bereits im Gefängnis gesessen hat. Bei den acht Monaten, die jetzt verhängt worden sind, bleibt es nicht. Erst vor wenigen Wochen hatte ihn das Amtsgericht Stadthagen wegen ähnlicher Vorwürfe ebenfalls zu acht Monaten Haft verurteilt. Hinzu kommt eine sechsmonatige Freiheitsstrafe aus einem weiteren Verfahren vor dem Landgericht, ebenfalls ohne Bewährung. Noch sind die Urteile nicht rechtskräftig.   ly

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