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Schaumburger sind fassungslos

Reaktionen auf Vorwürfe gegen Polizisten aus dem Landkreis Schaumburger sind fassungslos

Der Schock ist groß im Landkreis, seitdem klar ist, dass der deutschlandweit in den Schlagzeilen stehende Bundespolizist ein Schaumburger ist. Ein ganzer Berufszweig bangt um seinen Ruf.

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Landkreis/Hannover. Wie aufwühlend ist es für die Beamten, die im Landkreis ihren Dienst versehen? Geht ihnen die Tat, derer der 39-jährige Familienvater verdächtigt wird, noch näher, seit bekannt wurde, dass er im Landkreis wohnt? Auf diese Fragen gab es gestern auf SN-Anfrage bei der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg keine Antwort. Es wurde um Verständnis gebeten, dass zu diesem brenzligen Fall derzeit kein Beamter im zuständigen Bereich der Polizeidirektion Göttingen, zu der auch die hiesige PI gehört, Stellung nimmt.

 Derweil hat der Beschuldigte seine öffentlichen Seiten in den sozialen Medien offline gestellt. Die selbst hochgeladenen Fotos, die einiges über seine Hobbys und sein Selbstbild zeigen, sind nicht mehr zu sehen.

 Dafür überschlagen sich an anderer Stelle die Reaktionen: Auf der Facebook-Seite der Schaumburger Nachrichten, die gestern exklusiv berichteten, dass der Beschuldigte aus dem Landkreis kommt, äußern User ihre Fassungslosigkeit: „Solche Leute haben im Polizeidienst nichts zu suchen. Ich frage mich wirklich, ob man so wird oder ob man schon so war. Traurig!“, schreibt Tom Neumann.

 Wiederum andere warnen vor einer Vorverurteilung. „Solange noch immer die Worte ,soll‘, ,soll wohl‘ und ,vermutlich‘ verwendet werden, ist für mich ein ausgesprochener Vorwurf noch keine tatsächlich erfolgte Tat“, befindet Anna Do Ra.

 Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt derzeit gegen den Schaumburger wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt und des Verstoßes gegen das Waffengesetz (wir berichteten). Es soll im vergangenen Jahr zu Übergriffen auf Flüchtlinge in den Gewahrsamszellen der Bundespolizeiinspektion in Hannover gekommen sein.

 Ebenfalls wegen Misshandlungen gegen Flüchtlinge ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Siegen gegen mehr als 50 Beschuldigte. Neben Wachleuten einer Notunterkunft im nordrhein-westfälischen Burbach gerieten auch Behördenmitarbeiter in den Fokus: Sozialbetreuer, Heimleitung, Polizisten und Mitarbeiter der Bezirksregierung in Arnsberg sollen von den Übergriffen gewusst haben, ohne dagegen einzuschreiten.

 Ende September 2014 war bekannt geworden, dass Wachleute Flüchtlinge in Burbach misshandelt und gedemütigt hatten. Einer der Übergriffe in einem „Problemzimmer“ der Unterkunft war von den Tätern gefilmt worden. Auf Fotos posierten die Wachleute mit den Opfern. Inzwischen werde einer Vielzahl möglicher Straftaten nachgegangen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen. „Wir ermitteln wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung.“ vin

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