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Schere geht auseinander

Landkreis / Ausbildungsplätze Schere geht auseinander

Die Schere geht immer weiter auseinander: Die Kluft zwischen der Zahl an Bewerbern für Ausbildungsplätze und an Lehrstellen ist in Schaumburg auch im gerade abgelaufenen Ausbildungsjahr größer geworden.

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Cornelia Kurth, Leiterin der Agenturfiliale in Stadthagen.

Quelle: rg

Landkreis (ssr). Dieser seit drei Jahren anhaltende Trend hat sich aktuell eher noch beschleunigt, wie eine Statistik der Agentur für Arbeit ausweist. Standen im Jahr 2009 kreisweit 1020 gemeldeten Bewerbern noch 863 gemeldete Stellen gegenüber, betrug dieses Verhältnis 2012 hingegen 1488 : 785.

Als Gründe für die im Vergleich zu 2011 stark gestiegene Zahl an jungen Leuten auf Lehrstellensuche nannte Cornelia Kurth, Leiterin der Agenturfiliale in Stadthagen, hauptsächlich drei Ursachen: die Spätfolgen des Doppelabi-Jahrgangs, die Abschaffung der Wehrpflicht und massive Bemühungen der Agentur, Schulabgänger zu Bewerbungen zu motivieren. Einen weiteren Hintergrund dürfte aber auch die Rekordzahl an Schulabgängern bilden – eine Ziffer, die nach Auskunft von Kreisschulamtsleiter Friedrich-Wilhelm Dehne vom nächsten Schuljahr an aus demografischen Gründen für geraume Zeit kontinuierlich wie kräftig sinken wird.

Dass  hingegen die Zahl an Ausbildungsplätzen leicht gesunken ist, liegt nach Darstellung von Kurth vor allem am Rückgang im Einzelhandel, an einigen Insolvenzen im Kfz-Bereich und an der Zurückhaltung einzelner Industriebetriebe. Zudem hätten sich etliche Firmen im Ausbildungsjahr 2010/11 „richtig eingedeckt“.
Die wachsende Kluft demonstriere „die immer größere Herausforderung, Jugendliche und Betriebe örtlich, berufsfachlich und qualitätsmäßig zusammen zu bringen“, brachte Kurth die zunehmende Problematik auf den Punkt.

Rund 120 von den rund 700 Schulabgängern, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, befinden sich nach Angaben von Kurth in Qualifizierungs- und Überbrückungsmaßnahmen. Dafür stehen der Agentur in Schaumburg jährlich rund 280 000 Euro zur Verfügung. Einige andere würden jobben oder ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Ähnliches machen.

„Der Großteil“ an bisher erfolglosen Bewerbern sei aber an hiesigen Fachoberschulen zu finden, so Kurth. Rund ein Drittel von diesen würden dort erfahrungsgemäß keinen Abschluss machen, rechnete die Expertin vor und fügte hinzu: „Zumindest diese würde ich lieber in Ausbildungsstellen sehen als an der offenkundig für sie weniger geeigneten Schulform.“

Dafür benötige man freilich zusätzliche Lehrstellen. „Die hiesige Wirtschaft darf in den Bemühungen um mehr Ausbildungsplätze nicht nachlassen“, forderte Kurth. Denn: „Einfach nur zu sagen, die Demografie werde es schon richten, das ist zu wenig.“

Die Vertreterin der Agentur für Arbeit riet Betrieben, „nicht nur auf Top-Kandidaten zu schauen“. Für junge Leute mit gewissen, oft überwindbaren Defiziten stünden Ausbildungsbetrieben staatlich geförderte Hilfsangebote zur Verfügung. „Wenn wir junge Leute aufwändig fit machen für das Berufsleben, dann muss die Nachfrage seitens der Wirtschaft aber auch mal kommen“, spitzte Kurth zu.

„Zu Hause sitzen muss man nicht“

Auch nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres gibt es noch Chancen auf bestimmte Lehrstellen und auf berufsvorbereitende Maßnahmen. Das hat Cornelia Kurth, Leiterin der für Schaumburg zuständigen Filiale der Agentur für Arbeit, am Mittwoch vor Journalisten betont.

So suchten vor allem Betriebe im Gastronomiegewerbe aktuell noch Auszubildende. Ähnliches gelte für einige Bereiche des Handwerks wie etwa die Maler- und Lackiererbranche.

Außerdem stünden bei von der Agentur angebotenen Überbrückumgsmaßnahmen noch Plätze zur Verfügung, schilderte Kurth. Teilweise könnten junge Leute bei Teilnahme an diesen Kursen sogar Geld verdienen. „Zu Hause sitzen muss man nicht“, regte die Expertin betroffene Jugendliche zur Aktivität an.

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