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Schlaflos in Schaumburg

Gesundheitsreport Schlaflos in Schaumburg

Der Krankenstand bei den Erwerbstätigen ist im Landkreis im vergangenen Jahr dem DAK-Gesundheitsreport zufolge leicht gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent ab.

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Immer mehr Menschen leiden unter Schlaflosigkeit.

Quelle: dpa

LANDKREIS/STADTHAGEN. Gegenüber dem Landesdurchschnitt von 3,9 Prozent war der Krankenstand in der Region mit 4 Prozent aber etwas höher. Die gesündesten Niedersachsen leben im Landkreis Vechta (3,9 Prozent), die meisten Krankmeldungen gibt es in Wilhelmshaven/Region Nordwest (4,6 Prozent).

Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sind zwar um fünf Prozent zurückgegangen, machen mit einem Anteil von 19,8 Prozent aber immer noch den meisten Arbeitnehmern im Landkreis zu schaffen. Mit 19,2 Prozent fast gleich auf sind die psychischen Krankheiten wie Depressionen, die um ganze 25 Prozent gefallen sind. Im landesweiten Vergleich macht die Psyche den Schaumburgern wiederum häufiger zu schaffen. Auch Erkrankungen des Atmungssystems wie die Bronchitis, die mit 13,9 Prozent an dritter Stelle folgen, sind um 16 Prozent zurückgegangen.

Nur wenige schlafen gut

Woher die Verbesserung der Gesundheit im Einzelnen rührt, kann die DAK-Sprecherin Marion Winkler nicht genau erklären. Ein bislang eher vernachlässigtes Problem hebt der Report dafür umso mehr hervor: „Dass es immer weniger Menschen gibt, die gut schlafen können, findet in Statistiken kaum Erwähnung“, sagt Winkler. Stress, vielseitige Beschäftigung und vor allem der Umgang mit digitalen Medien seien wesentliche Gründe dafür. „Körperliche Arbeit hat abgenommen und die Anforderungen haben sich verändert. Die Digitalisierung hat Privates und Geschäftliches immer mehr vermischt“, erklärt Winkler. „Das Smartphone lädt sich nachts an der Steckdose wieder auf, der Mensch aber nicht.“

Nach einer Befragung geben landesweit 45 Prozent der Arbeitnehmer an „ziemlich oft“ oder sogar „immer müde“ zu sein, fast ein Viertel bekommt nur maximal fünf Stunden Schlaf, mehr als ein Drittel hat mindestens dreimal wöchentlich Schwierigkeiten, in den Schlaf zu kommen oder durchzuschlafen. Bei mehr als acht Prozent wird Insomnie (Schlaflosigkeit) ärztlich diagnostiziert. Dabei würden sich die Wenigsten direkt wegen ihrer Schlafstörung an den Arzt wenden. „Viele Menschen erklären sich ihre Probleme selbst oder tun es einfach mit einem ‚die hab ich halt‘ ab“, so Winkler. Besonders die Berufsgruppe der Pflegedienste sei im Landkreis betroffen.

Generell seien Schichtarbeit und wechselnde Arbeitszeiten die Hauptrisikofaktoren, wer mehr als fünf Nachtschichten im Monat ableistet, leide besonders häufig an Insomnie. Auch Überstunden, fehlende Pausen und die ständige Erreichbarkeit verschlimmern das Problem.  geb

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