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Schmerzkiller Cannabis

Neurologe für Hanf-Medizin Schmerzkiller Cannabis

Die Pläne der Bundesregierung, die Therapie von Schwerstkranken durch Cannabis-Präparate zu erleichtern, stoßen in Schaumburg auf Zustimmung. Für „begrüßenswert“ hält Dr. med. Peter Lüdemann das Bestreben der Politik.

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Dr. med. Peter Lüdemann.

Quelle: pr.

Landkreis. „Jede Erweiterung des therapeutischen Spektrums hilft Patienten, die anders nicht behandelt werden können“, meint der Chefarzt der Neurologie am Kreiskrankenhaus Rinteln.
Bisher seien Patienten, die an Multiple Sklerose (MS), Aids oder Krebs leiden, auf die Wirkung von Opioiden angewiesen. „Diese Schmerzmittel haben zum Teil starke Nebenwirkungen, die für die Patienten unangenehm sein können“, erklärt Lüdemann.

Die Nebenwirkungen von Cannabis-Präparaten seien dagegen für einige Betroffene durchaus wünschenswert. „Gerade Krebs- und Aids-Patienten leiden häufig unter Gewichtsverlust. Cannabis-Präparate steigern den Appetit“, beschreibt der Neurologe den Nebeneffekt. Darüber hinaus sei die Wirkung auf die Psyche bei lebensbedrohlichen Erkrankungen positiv: „Cannabis dämpft die Angst.“

Auch MS-Patienten helfen die im Hanf enthaltenen Wirkstoffe, so Lüdemann. „Bei ihnen verstärken sich die Spastiken und die Schmerzen gegenseitig. Daher sind die aus Cannabis gewonnenen Medikamente besonders effektiv, weil sie beide Symptome behandeln.“

Seit 2011 gibt es laut Lüdemann ein MS-Medikament mit Hanf-Inhaltsstoffen auf Rezept, für das die Krankenkassen die Kosten übernehmen. „Aber nur für Patienten, die unter schweren Spastiken leiden, die anders nicht mehr zu behandeln sind.“ Dagegen sind Krebs- und Aids-Patienten auf andere Schmerzmittel angewiesen. „Dabei könnten auch sie davon profitieren“, ist Lüdemann überzeugt.

Zwar liege es in der Freiheit der Ärzte, ihnen die Cannabis-Präparate als Privatrezept zu verschreiben, aber dann müssten die Betroffenen selbst bezahlen. „10 Milliliter des Medikaments, das man sich in den Mund sprüht, kosten 100 Euro“, rechnet Lüdemann vor. Die monatlichen Kosten für die Patienten beziffert er auf mehrere hundert Euro.

Da sich viele Betroffene das nicht leisten können, greifen sie auf Balkonpflanzen zurück. Doch das ist nicht nur illegal, sondern oft auch wirkungslos, so Lüdemann. „Mit dem Naturprodukt Hanf verhält es sich wie mit Äpfeln – es gibt verschiedene Sorten. Und diese haben ganz unterschiedliche Wirkstoffe. Daher kann ich die Selbstnutzung von Cannabis nicht empfehlen.“

Eine Gemeinsamkeit zwischen der medizinischen Behandlung und dem Rauchen eines Joints gebe es aber: Die Fahrtauglichkeit ist eingeschränkt. „Allerdings kann der Arzt die Fahrerlaubnis erteilen, wenn der Patient gut eingestellt ist und sich die Reaktionszeit nicht verschlechtert hat.“ ber

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