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Schöttelndreier: Schaumburg in Person

40 Jahre - 40 Köpfe Schöttelndreier: Schaumburg in Person

Er galt geradezu als Personifizierung des Schaumburger Landes. Heinz-Gerhard Schöttelndreier, der erste direkt gewählte Landrat in Niedersachsen, prägte den Begriff von der Schaumburger Identität – und er lebte ihn vor.

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Heinz-Gerhard Schöttelndreier 1989 an seinem ersten Arbeitstag als direkt gewählter Landrat.

Quelle: ssr

Landkreis. 32 Jahre lang hatte der geborene Schierneichener bereits in der Schaumburger Kreisverwaltung gearbeitet, als er 1998 von der SPD zum Landrats-Kandidaten ausgerufen wurde. „Das kam für mich damals völlig überraschend“, erinnert sich der heute 72-Jährige. Denn Schöttelndreier galt als erfahrener, exzellenter Verwaltungsmann in zentraler Funktion im Kreishaus, hatte aber auf öffentlicher Bühne bis dato kaum agiert. Dass er dann mit 64 Prozent der Stimmen den CDU-Mitbewerber förmlich deklassierte, „das hat mich stolz gemacht“, gibt Schöttelndreier zu.

„Dass ich Verwaltung kann, wusste ich“, sagt er rückblickend. Doch das schnelle Tempo, mit dem er auch in die repräsentative Rolle dieses neuen Amtes hineinfand, hat viele „und auch mich selbst überrascht“, gesteht er heute. „Ich wollte ein Landrat zum Anfassen sein“, betont er. Nach Feierabend und an Wochenenden war er bei unzähligen Terminen vor Ort – ihm wurde mit Augenzwinkern eine Art Allgegenwart nachgesagt. „Ich war immer unruhig, wenn ich nicht auf fünf Hochzeiten gleichzeitig tanzen konnte“, sagt Schöttelndreier und fügt hinzu: „Es ging mir darum, mit möglichst vielen Bürgern in Kontakt zu kommen.“ Zu hören, wo Nöte und Sorgen sind. „Viele Leute hatten eine höhere Hemmschwelle zum Sachbearbeiter ins Amt zu gehen als mir gegenüber abends beim Bier ihre Beschwerden zu äußern“, erinnert er sich.

Die Weichen für das Gesamtklinikum Schaumburg gestellt zu haben, sieht der heutige Ehrenlandrat als die wichtigste Entscheidung seiner Amtszeit an. „So haben wir gerade noch die Kurve gekriegt, bevor die kleinen Krankenhäuser wirtschaftlich den Bach runtergegangen wären.“ Mit oberster Priorität rangiert in seinem Rückblick aber auch der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit als Folge des Wegbrechens tausender Industriearbeitsplätze. „Wirtschaftsförderung stand daher an erster Stelle“, unterstreicht der Ex-Landrat.

Seine Verwaltungspolitik war nach verbreitetem Urteil von frühzeitigem Einbinden der Kreistagsfraktionen und von Beteiligten gekennzeichnet, was oft in einstimmige Beschlüsse mündete. Diesem Stil haftete der Begriff der „Konsenspolitik“ an.

„Die großen Gestaltungschancen, die mir dieses neue Amt bot“, so Schöttelndreier, „habe ich immer mit dem Gedanken ausgefüllt: das machst du für Schaumburg.“ Der Begriff der Schaumburger Identität „ist wohl mein Kind“, bekennt er. Zu einer Zeit, als die Gedankenspiele zur Zusammenlegung von Landkreisen hochschwappten, sei es wichtig gewesen, die starke Verbundenheit der Schaumburger untereinander hervorzuheben.

Die Schaumburger Nachrichten seien ihm bei seiner Tätigkeit immer „ein wichtiges Korrektiv“ gewesen: „Für mich waren sie eine Art Seismograph, wie unsere Pläne und Entscheidungen bei den Bürgern ankommen.“

Mit Eintritt in den Ruhestand wurde Schöttelndreier ehrenamtlicher Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt. Ansonsten treibt er viel Sport (Laufen, Radfahren, Fitness), liest und kümmert sich intensiv um die Familie.  ssr

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