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Aus dem Landkreis „Schülerscouts“ statt Schülerlotsen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis „Schülerscouts“ statt Schülerlotsen
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16:27 26.01.2014
Quelle: dpa
Von martina Koch

Landkreis. Aufeinander achten, füreinander da sein: Unter diesem Motto unterstützt das Präventionsteam der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg Schüler aller Schulformen, die sich in einem Schulprojekt für ihre Mitschüler einsetzen wollen. Die Hilfe der sogenannten Busscouts und Schülerscouts wird von betroffenen Schülern auch begrüßt, was sie jedoch kritisieren, ist die Unregelmäßigkeit der Einsätze: Adrian (10), Schüler am Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) hat bisher nur selten einen Busscout gesehen. „Teilweise schubsen ältere Schüler am Busbahnhof kleine Kinder um, da musste dann ein Freund von mir eingreifen, weil kein Scout da war“, sagt der Schüler. Auch Lennart (11) wünscht sich öfter die Unterstützung eines Scouts am Bus: „Am Freitag ist der Bus immer so voll, dass es sehr schwer ist, einzusteigen.“ Sein Klassenkamerad Niklas (11) hat bisher keine Probleme mit Dränglern gehabt. „Trotzdem finde ich es gut, dass es an unserer Schule Schülerscouts gibt“, fügt Niklas hinzu.

Dass sich die Scouts aktuell rar machen, könnte nach Angaben von Christoph Hübener, sonderpädagogischer Mitarbeiter am WBG, an der Fluktuation liegen: „Schüler machen ihr Abitur und hören automatisch mit der Tätigkeit auf“, erläutert Hübener. In Kooperation mit der hiesigen Polizei sowie dem Busunternehmen SVG arbeitet Hübener aber bereits an einem neuen Schulungsverfahren. „Wir sind dabei, neue Schüler für unser Busscout-Projekt zu rekrutieren“, sagt Hübener.

Am Busscoutprojekt der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg sind auch das Ratsgymnasium Stadthagen, die Integrierte Gesamtschule (IGS) Schaumburg und die Oberschule Am Schlosspark beteiligt. Schülerscoutprojekte gibt es an der IGS Helpsen, IGS Obernkirchen, am Gymnasium Rinteln, an der Realschule Lindhorst und am Gymnasium Bad Nenndorf.

Schülerscout-Projekt

Wer kann Schülerscout werden? Grundsätzlich kann jeder Freiwillige eines achten Jahrgangs Schülerscout werden, zusätzlich muss jedoch das Einverständnis der Eltern gegeben sein.
Welche Anforderungen muss ein Schülerscout erfüllen? Die Schüler sollten bereit und auch in der Lage sein, Verantwortung für andere zu übernehmen. Verantwortliche Lehrer, Sozialarbeiter und Polizisten helfen den angehenden Scouts dabei, in diese Arbeit hineinzuwachsen.

Kostet die Ausbildung zum Schülerscout Geld? Nein, jedoch müssen die Bereitwilligen etwas Freizeit opfern. An drei Ausbildungstagen sind das etwa zwei bis drei Stunden, der Rest findet während der Unterrichtszeit statt.

Was bringt der freiwillige Einsatz dem Schüler? Jeder Schülerscout erhält eine Grundqualifikation als Streitschlichter. Außerdem wird die Tätigkeit auf dem Zeugnis vermerkt (viele Arbeitgeber bewerten eine solche Arbeit positiv). Vor allem steigt die Selbstsicherheit, da der Schüler lernt, vor anderen frei zu sprechen und Konflikte eigenständig zu lösen.