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Schützen kritisieren Vorfälle in Hameln

Imageschaden befürchtet Schützen kritisieren Vorfälle in Hameln

„Natürlich sind wir geschockt, dass so etwas in unserer Gegend möglich ist.“ Thomas Bresche, Vorsitzender des Schützenbunds Stadthagen, reagiert auf die Vorfälle in Hameln völlig verständnislos.

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Quelle: dpa

Landkreis. In der Nachbarstadt hatten Mitglieder des Schießsportvereins Hameln 2000 offenbar gegen Geld Dokumente ausgehändigt, die einen Waffenkauf ermöglichten. „Das kann und darf einfach nicht sein und wir distanzieren uns von diesen Vorgängen“, so Bresche. Er betont, dass der Hamelner Verein nicht wie die Vereine in Schaumburg unter dem Dach des Deutschen Schützenbundes angesiedelt ist. Der Weg zur eigenen Waffe sei hier ein weiter Weg – zumindest, wenn dieser legal beschritten wird. „Und darauf legen wir den allergrößten Wert“, erklärt der Vorsitzende.

 Neben der aktiven Teilnahme am Training und der mindestens einjährigen Zugehörigkeit müsse der Sportschütze auch eindeutig vermitteln, dass er eine eigene Waffe tatsächlich benötigt, um eine Leistungssteigerung zu erzielen. Erst wenn Harald Niemann, Präsident des Kreisschützenverbandes, sein Einverständnis gegeben habe, könne ein entsprechender Antrag für die Nachweise erfolgen und damit den Besitz einer Waffe rechtfertigen. Auf der Internetseite der Deutschen Schießsport Union – hier ist der Schießsportverein Hameln 2000 angesiedelt – ist zu lesen, dass aufgrund des sehr hohen Aufkommens an Anträgen für Bedürfnisbestätigungen die durchschnittliche Bearbeitungszeit aktuell etwa acht Wochen beträgt. Niemann schätzt, dass er jährlich im Schnitt maximal 15 solcher Bestätigungen für Schützen aus dem Landkreis Schaumburg beantrage – und das bei einer Mitgliederzahl von 6300. „Das ist absolut überschaubar bei uns.“

 Er ärgert sich über die Machenschaften der Hamelner Schützen. Dahinter stecke häufig Faulheit oder Zeitmangel, um die Trainingseinheiten, Schulungen und Prüfungen zu absolvieren. „Wenn die beschuldigten Vorstandsmitglieder die notwendigen Angaben tatsächlich gefälscht haben, ist das Betrug und beim Schießsport besonders fatal“, so Niemann, der anregt, dass die Politik eine weitere Aufsichtsbehörde bei den Prüfungen festlegt.

 Den Schützen in Schaumburg ist es wichtig, dass sie nicht in eine kriminelle Ecke gedrängt werden und unter Generalverdacht geraten. Natürlich gehe es gerade im sportlichen Bereich um wichtige Millimeter, die über Sieg und Niederlage entscheiden. „Wir sind auch bei Deutschen Meisterschaften oder anderen überregionalen Wettkämpfen dabei“, berichtet Bresche. Da stehe die Leistung im Vordergrund. Bei hohen Ambitionen sei eine eigene Waffe durchaus üblich. Wer mit dem Gedanken zum Schützenbund Stadthagen komme, unbedingt eine eigene Waffe zu besitzen, sei bei ihm aber an der falschen Adresse. „Wir betreiben unseren Sport und beschaffen keine Waffen“, sagt Bresche und ergänzt: „Bei mir gehen die Alarmglocken ziemlich schnell an.“ Das sei schon vor den Vorfällen in Hameln der Fall gewesen.

 Er ist der Meinung, dass jeder Vorstandsvorsitzende eines Schießclubs sensibel und aufmerksam sein muss: „Man hat eine große Verantwortung.  jemi

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