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Aus dem Landkreis Schulen ohne Führung
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Schulen ohne Führung
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00:16 01.11.2013
Besonders für Grundschulen werden in Niedersachsen Schulleiter händeringend gesucht. Quelle: pr.
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Von Verena Insinger

Besonders unbeliebt sei die Leitung kleinerer Grundschulen. „Kein Wunder“, sagt Brigitta Naber, Vorsitzende des Schulleitungsverbandes in Niedersachsen. Immerhin hätten diese Einrichtungen keine Konrektoren, Sekretärinnen und Hausmeister zur Unterstützung. Und besonders im Grundschulbereich müssten die Schulleiter besonders viel unterrichten. Dazu kommt noch der geringe Mehrverdienst als Schulleiter, fügt Holger Wirtz, Direktor des Wilhelm-Busch-Gymnasiums, hinzu. Vor einer Woche wurde der 46-Jährige in den Vorstand des niedersächsischen Schulleitungsverbandes gewählt.

 In Schaumburg werden die Grundschulen Petzer Feld, Evesen, Meerbeck und Rodenberg kommissarisch geleitet. Besonders prekär ist die Lage der Schule am Petzer Feld. Für die Einrichtung findet sich seit knapp eineinhalb Jahren kein neuer Schulleiter.

 Auch an niedersächsischen Gymnasien mangelt es inzwischen an Bewerbern für Direktoren- oder Stellvertreterstellen. In diesem Bereich ist Schaumburg nach Angaben der Schuldezernentin Katharina Augath allerdings gut aufgestellt.

 Anders sehe es bei den integrativen Gesamtschulen aus. Dort sucht die Landesschulbehörde derzeit nach Nachfolgern. Die bisherigen Schulleiter hatten die Posten aus Altersgründen oder Veränderungen im Privatleben aufgegeben. „Das ist die normale Fluktuation“, betont Augath. Bei der IGS Obernkirchen, der IGS Helpsen sowie der Oberschule Lindhorst sind die Direktorenstellen derzeit vakant. Das Einstellungsverfahren bei der Schule in Helpsen steht nach Angaben der Kreisrätin kurz vor dem Abschluss. „Auch bei den anderen beiden weiterführenden Schulen liegen gute Bewerbungen vor“, sagt Augath.

 Grundsätzlich stelle die Landesschulbehörde die Schulleiter ein. Allerdings werde der Kreisausschuss dazu angehört. „Ein Veto-Recht haben wir jedoch nicht“, fügt die Dezernentin hinzu.

 Dass der Mangel an Schulleitern in Schaumburg nicht so gravierend ist wie im Rest Niedersachsens, macht Wirtz an den „guten Rahmenbedingungen seitens der hiesigen Schulträger“ fest, die man im Landkreis vorfinde. „Das macht es für einige Kollegen sicherlich einfacher, sich für den Arbeitsort Schaumburg zu entscheiden.“

 Dennoch stellt der WBG-Direktor als Vorstandsmitglied des Schulleitungsverbandes Forderungen an die Landesregierung:

 Keine Schule ohne Stellvertreter.

 Neue Arbeitszeitverordnung: Schulleiter sollten pro Woche nicht länger als zehn Stunden unterrichten (derzeit stehen sie an einigen Schulen etwa 18 Stunden in den Klassenräumen).

 Entlastung von Verwaltungsaufgaben.

 Gehaltsanpassung für die Übernahme der Leitungsfunktion.

 Arbeitszeitverordnung mit Blick auf Inklusion und Ganztag nachjustieren.

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