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Schwarzwild auf dem Vormarsch

Wildschweine / Klimawandel-Gewinner Schwarzwild auf dem Vormarsch

Vor Wochen hat eine Wildschweinrotte den gepflegten Sportplatz in Steinbergen heimgesucht (wir berichteten) und dort eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Das Areal ist seit der Attacke nicht bespielbar, auch an anderen Orten richtete das Schwarzwild Schaden an.

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Wildschweine sind auch im Landkreis Schaumburg auf dem Vormarsch. 

Quelle: dpa

LANDKREIS . Die Schwarzkittel lassen es sich im Landkreis sehr gut gehen, finden hier geradezu paradiesische Zustände vor. Üppiges Futter lockt, viel pflanzliches sowie tierisches Eiweiß gibt es dort. Und Wildschweine, die viel Nahrung zu sich nehmen, produzieren in vielen Fällen auch viel Nachwuchs.
„Die Schweine kommen aus der Feldmark zurück“, erklärt Lothar Seidel, Leiter des Kreisforstamtes bei dem Landkreis: „Die Dichte hat zugenommen. Das wird angesichts der Rückmeldungen, die an die Verantwortlichen beim Forst herangetragen werden, deutlich.“
Auf der Suche nach Futter sind Wildschweine nicht gerade wählerisch, außerdem flexibel und schlau. Immer öfter arbeiten sie sich mittlerweile in die Gärten der Menschen, insbesondere in am Wald gelegenen Gebieten vor. Aber während sie in großen Städten wie etwa Berlin, wo sie gleichfalls häufiger auftauchen, gern verweilen, treten sie in dem ländlich geprägten Kreis Schaumburg rasch den Rückzug an.
Freilich sollte man es, wenn man diese Art von Besuch bekommt, auf etwaige Auseinandersetzungen mit jenen Tieren nicht ankommen lassen. Seidel: „Ein Keiler bringt 80 Kilo oder mehr auf die Waage, mit diesen Voraussetzungen kann ers einen erwachsenden Mann locker umstoßen. Darüber hinaus sind auch seine Hauer für Menschen äußerst gefährlich.“
Heikel können sich in jenem Zusammenhang auch Begegnungen mit weiblichen Tieren, den Bachen, gestalten. Diese können nämlich, insbesondere wenn sie sich und ihre Jungen bedroht wähnen, sehr aggressiv werden. Seidel informiert: „Wildschweine können heftig zubeißen, Menschen schwere Verletzungen beibringen.“
Übrigens wurde in den vergangenen Wochen nicht nur der Sportplatz in Steinbergen von jenen Tieren aufgemischt. Die Schwarzkittel statteten daneben auch dem Golfareal in Obernkirchen sowie der JBF-Station einen Besuch ab. Auch manch privatem Anwesen haben sie sich zuletzt wiederholt angenähert. In diesen Fällen treten sie allerdings meist den schnellen Rückzug an. Gründe für diese Haltung liegen in Erfahrungen begründet, die man von Seiten der sehr intelligenten Schwarzkittel mit den Lebewesen gemacht hat. Seidel: „Diese Wildschweine nehmen den Menschen als Feind wahr. Sie merken in den Wäldern ja auch, dass aus ihrer jeweiligen Gruppe oftmals mehrere Tiere fehlen, wenn sich zuvor Personen in ihrer Nähe befanden.“
Die Wildschweine zählen zu den Gewinnern des  Klimawandel. Die mit jener Entwicklung verbundenen Veränderungen, die anderen Lebewesen enorm zu schaffen machen, kommen ihnen zugute. Auf dem Speiseplan der Schwarzkittel stehen Mäuse, Würmer, Schnecken, Puppenlarven. Bejagen lassen sich die expandierenden Tiere im Moment relativ schwerlich, der Wald bietet ihnen ausreichende Deckung. Doch wenn das Laub der Bäume bald fällt, der Forst sich lichtet, erhöhen sich auch die Chancen der Jäger, Wildschweine vor die Flinten zu bekommen, die sich auf hohem Niveau befindende Population einzuschränken. Eine Begrenzung ist laut Seidel notwendig, ausgewachsene Tiere haben in ihrer freien Wildbahn praktisch keine Feinde. 
Seidel: „Wildschweine sind wehrhafte Tiere, in der Lage, potentiellen Feinden erhebliche Verletzungen beizubringen. Füchse und andere Jäger überlegen daher schon ganz genau, auf wen sie Jagd machen. Eine Verletzung können sie sich nicht leisten.“
Die Jagd auf Wildschweine ist sehr anspruchsvoll, ein Kapitel für sich. Dabei ist das daran befindliche Fleisch äußerst lecker, eine echte Delikatesse. Doch behindert wird jene Hatz oft durch unvernünftige Autofahrer. Seidel meint verärgert: „Es gibt Leute, die trotz aufgestellter Schilder, mit denen auf eine Jagd verwiesen wird, mit 100 Stundenkilometern durchrasen. Damit bringen sie nicht nur sich, sondern auch die Jäger, deren Hunde in Gefahr.“  ano

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