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„Sie haben noch 20 Minuten“

Landkreis / Bombendrohung gegen Jobcenter „Sie haben noch 20 Minuten“

Bombenalarm in Schaumburg: Gegen 9.45 Uhr am Dienstagmorgen klingelt im Jobcenter Schaumburg am Stadthäger Gerberhof das Telefon.

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Die Polizei riegelt den Gerberhof ab, die Suche der Spürhunde bleibt erfolglos. rg

Quelle: rg

Von Jan-Christoph Prüfer

Stadthagen/Rinteln. Ein Mann ist am anderen Ende, die Nummer unterdrückt. Er sagt: „Sie haben jetzt noch 20 Minuten. Dann geht die Wumpe hoch.“ Und legt auf.

Jobcenter-Leiter Bernd Dittmer ruft sofort die Polizei, schickt Mitarbeiter und Kunden nach draußen, alarmiert die Kollegen im benachbarten Sozialamt. Da das Jobcenter Schaumburg auch in Rinteln über eine Geschäftsstelle verfügt, wird dort ebenfalls geräumt. „Wir haben eine zentrale Servicenummer, er hätte also beide meinen können“, erklärte Dittmer gestern.
In den beiden Schaumburger Städten rückte die Polizei aus, in Stadthagen gingen Beamte der hannoverschen Bereitschaftspolizei in den Einsatz.

Am Stadthäger Gerberhof befinden sich außer dem Jobcenter diverse Einzelhändler und ein Discounter, die die Polizei ebenfalls räumen musste. Die Zahl der Evakuierten schätzt die Polizei für Stadthagen und Rinteln auf 400.

Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe stellten in den Gebäuden vorsorglich das Gas ab. Ermittler gingen mit zwei Sprengstoff-Spürhunden aus Nienburg ins Stadthäger Jobcenter, in der Weserstadt kamen Tiere aus Seelze und Hildesheim zum Einsatz. Die Suche blieb an beiden Standorten erfolglos.
Gegen 12.30 Uhr war der Spuk vorbei. Eine Bombe wurde nicht gefunden. Die Mitarbeiter konnten zurück in die Gebäude. Verletzte gab es keine.

Jobcenter-Leiter Dittmer schätzte die Stimmung gestern auf dem Gerberhof als eher verärgert denn verängstigt ein. Auch er selbst habe sich nicht gefürchtet, an einen ernsten Hintergrund des Anrufs von Beginn an nicht geglaubt. Die Einschätzung „Spinner“ habe er vielfach von seinen Kollegen gehört. Aber auch: „Trotzdem natürlich lieber rausgehen.“
Ärgerlich hätte der Zwischenfall auch für Leistungsempfänger ausgehen können, sagt Dittmer. Anfang des Monats seien Bezüge gerade raus. „Wenn der Arbeitstag kurz vor Monatsende mittendrin für ein paar Stunden unterbrochen wird, kann es eng werden mit der rechtzeitigen Überweisung.“

Die Polizei ermittelt gegen den Anrufer wegen „des Verdachtes der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten“.

++++ Nicht die erste Drohung ++++

Die Lage in den Jobcentern gilt oft als angespannt. Kunden klagen über aus ihrer Sicht zu geringe Leistungen, aber auch über die teils als herabwürdigend empfundene Behandlung bei der Behörde. Bereits im März 2012 hatte ein Stadthäger Leistungsempfänger Bilder von einem Baseballschläger und einer – unechten – Pistole im sozialen Netzwerk hochgeladen und dazu geschrieben, er wolle „es zu Ende bringen“. Im September desselben Jahres hat in Neuss ein Jobcenter-Kunde seine Sachbearbeiterin erstochen.   jcp

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