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Sie wollen ein Leben ohne Krieg

Flüchtlinge sind zum Teil nach jahrelanger Odyssee in Bückeburg gelandet Sie wollen ein Leben ohne Krieg

Überall Kämpfe, marodierende Soldaten, Milizen oder IS-Kämpfer, kein Essen, keine Arbeit, keine Versorgung, Tote.

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Ein bisschen Normalität: Kicken auf der Königsberger Straße mit einem gespendeten Ball.

Quelle: rc

Bückeburg. Die Gründe wiederholen sich an diesem Morgen, warum Mohamed (Somalier, 25 Jahre), Ibrahim (Eritreer, 30 Jahre), Jamal (Somalier, 23 Jahre) und Abdullah Mohammed (Syrer, 45 Jahre) aus ihren Heimatländern geflüchtet sind – und nach zum Teil jahrelanger Odyssee in Bückeburg gelandet sind.

Sie sind in den von der Bundeswehr für ihre Lehrgangsteilnehmer gemieteten Häusern an der Königsberger Straße untergebracht, wie etwa 80 weitere Flüchtlinge. Die anderen 160 leben derzeit in der Übergangseinrichtung in der Jägerkaserne, die kurzfristig am Sonntagabend quasi aus dem Boden gestampft wurde (wir berichteten).

Wie lange sie in Bückeburg bleiben, ehe sie in eine der niedersächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen weitertransportiert werden, ist unklar.

Im Moment haben sie ein Dach über dem Kopf, zu essen und zu trinken. Alle seien freundlich, würden helfen. „Hier ist es schön“, sie blicken über deutsche Reihenhaus-Idylle. Eine Sicherheit, die sie auf der Flucht über die sogenannte Balkan-Achse nicht erlebt haben. „Nur die Ungarn waren freundlich und haben uns in Ruhe gelassen“, schildert Ibrahim. Sonst seien sie bedrängt, geschlagen und ausgeraubt worden.

Vor zehn Jahren ist Ibrahim aus Eritrea geflohen und hat sich durch die Wüste in die Türkei und nach Griechenland durchgeschlagen. Seine Familie ist in alle Winde zerstreut, sein Vater in Saudi-Arabien, die Brüder irgendwo in Asien und Afrika, die Mutter tot. Er wolle Deutsch lernen und endlich in eine Schule gehen. Englisch und türkisch spricht er, auch ein bisschen griechisch. Zurück in seine Heimat will er nicht mehr. „Was wir brauchen, ist ein Leben ohne Krieg.“

Abdullah Mohammed ist mit seiner gesamten Familie, Frau und drei Töchtern – 20, 18 und fünf Jahre alt – aus Aleppo in Syrien über die Türkei nach Deutschland geflohen. 14 Tage haben die Fünf für die Flucht gebraucht. Sie sind froh, dass sie es unverletzt und zusammen nach Deutschland geschafft haben, übersetzt Ibrahim, der als Dolmetscher fungiert.
Vor Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime war Abdullah Besitzer eines Mini-Markts. Das Haus wurde zerbombt. Zurück will auch er nicht mehr, sollte der Bürgerkrieg einmal vorbei sein: „Wir wollen Frieden und Leben und eine Zukunft für unsere Kinder.“

Jamal hat in Somalia erlebt, wie verschiedene Clans und Glaubensrichtungen aufeinander losgingen und mordeten in einem auseinander gefallenen Staat. „Wir alle sind Muslims und respektieren Religionen.“

rc

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