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Sozialamt empfängt Flüchtlinge in der VHS

Stadthagen Sozialamt empfängt Flüchtlinge in der VHS

Taschen und Koffer haben sich am Donnerstag vor der Volkshochschule (VHS) an der Jahnstraße gestapelt, aus den Bussen stiegen zahlreiche Menschen: Hier fand nicht etwa eine Bildungsreise ihren Abschluss. Vielmehr hatte das Sozialamt des Landkreises die Anmeldung der Flüchtlinge in die Räume der VHS verlegt.

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Sozialarbeiter, Sachbearbeiter und Dolmetscher nehmen die Flüchtlinge vor dem VHS-Gebäude in Empfang.

Quelle: sk

Stadthagen/Landkreis. Mehrere Busse brachten insgesamt 123 Schutzsuchende aus Syrien, aus dem Irak und aus Afghanistan in die Kreisstadt, von wo aus sie in Orte im Landkreis und dort in bereitstehende Wohnungen gebracht wurden. Wenige Alleinreisende, dafür etliche Familien mit kleinen Kindern sind angekommen. Die Kleinen waren in Schneeanzüge gekleidet, trugen Bommelmützen und Stiefel.

Die in Schaumburg angekommenen Flüchtlinge waren zuvor in Standorten der Landesaufnahmebehörde in Bramsche, Braunschweig oder Friedland registriert und untersucht worden. Jetzt haben sie ihre „Büma“ in der Hand, die „Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender“. Ihren Asylantrag werden sie jedoch wohl erst in etlichen Monaten stellen können, wenn sie hierzu einen Termin erhalten haben, erklärte Stephan Hartmann, Berater für Zuwanderer beim Kreisverband Schaumburg der Arbeiterwohlfahrt (Awo).

Die nächsten Schritte nach der Anmeldung beim Sozialamt, das seine Tische gestern kurzerhand in der VHS herrichten musste, folgten zügiger. Umgehend wurden die Flüchtlinge in kleinen Gruppen und begleitet von Sozialarbeitern in die Sparkasse gebracht, wo sie ein Konto einrichten konnten, um Geldzuwendungen empfangen zu können. Manche von ihnen nahmen das Geld bar in Empfang. Anschließend ging es, wiederum gemeinsam mit den deutschen Helfen, in die Wohnungen, die nun erst einmal ihr zu Hause sind. Die Sozialarbeiter von der Awo zeigten den Angekommenen anschließend noch den Weg zum nächsten Supermarkt, damit sie sich verpflegen können.

Auch weiterhin sind die Helfer für die Flüchtlinge notwendige Ansprechpartner. Neun Sozialarbeiter von der Awo und ein Kollege von der Stadt Rinteln sind derzeit für die Flüchtlinge da, zählte Hartmann auf. 100 bis 150 Flüchtlinge betreut ein Sozialarbeiter. Die Zahl der Mitarbeiter werde noch aufgestockt. Sehr hilfreich war am gestrigen Ankunftstag, dass außerdem ein arabisch sprechender Dolmetscher zugegen war.

Wer den Neuankömmlingen helfen möchte, an den hat die Awo eine Bitte: Es werden dringend Fahrräder gebraucht, damit die Flüchtlinge mobil werden, zum Beispiel Ämter aufsuchen können. Etliche Schutzsuchende sind weit ab von der Kreisstadt im Auetal oder in Wölpinghausen untergekommen. Wer helfen möchte, kann den Awo-Kreisverband unter der Telefonnummer (05721) 939830 erreichen.

Den 123 Schutzsuchenden, die gestern nach Schaumburg kamen, folgen weitere. 200 pro Woche sollten den Landkreis eigentlich erreichen, so Hartmann. Aber das Land komme derzeit mit der Registrierung nicht hinterher. sk

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