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Soziale Partnerschaft auch in der Region

Landkreis/Bückeburg / Gildetag Soziale Partnerschaft auch in der Region

Mit großer Beteiligung hat im Rahmen des bundesweit veranstalteten „Tags des Handwerks“ der Gildetag in Schaumburg stattgefunden. Vertreter der Kreishandwerkerschaft Schaumburg, der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe und des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg trafen sich dabei zu einem mehrstündigen Gedanken- und Meinungsaustausch in Bückeburg.

Landkreis/Bückeburg (jp). Nach der Begrüßung in der Stadtkirche durch Landesbischof Karl-Hinrich Manzke und Kreishandwerksmeister Horst Frensel bekamen die Teilnehmer des Gildetages von Helmut Meier, Bauabteilungsleiter im Landeskirchenamt, sowie Christa Röder-Zahorka, Leiterin des Bauausschusses im Kirchenvorstand der Stadtkirchengemeinde, die Sanierung der historischen Kirchenfenster sowie der Westfassade dargestellt.

Diese umfangreichen Sanierungsarbeiten sollen 2015 zum 400-jährigen Jubiläum der Kircheneinweihung abgeschlossen sein. Landesbischof Manzke verwies noch einmal auf das Alleinstellungsmerkmal der Bückeburger Stadtkirche als erstes reformatorisches Gotteshaus Norddeutschlands. Erläuterungen im Detail erhielten die Teilnehmer des Gildetages dabei von Mitarbeitern der Firma Meier aus Obernkirchen, die mit den Sanierungsarbeiten an der Sandsteinfassade beauftragt ist. Direkt in Augenschein genommen werden konnten die Arbeiten dabei sowohl von innen, wobei auch die Fürstenloge der Stadtkirche betreten werden konnte, als auch von der Spitze des Gerüsts, das seit Mai diesen Jahres auf der Nordseite der Stadtkirche steht.

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus, bei dem die Teilnehmer von Superintendent Andreas Kühne-Glaser vom Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg begrüßt wurden, hob Landrat Jörg Farr die Verbundenheit des Landkreises sowohl mit der Kirche als auch der Handwerkerschaft hervor. Die Kirche als Auftraggeber des heimischen Handwerks, so wie es derzeit an der Stadtkirche geschehe, habe eine Tradition von fast 2000 Jahren. Die Stadtkirche Bückeburg sei, auch wenn die Inschrift über dem Portal etwas anderes sage, ein Zeugnis sowohl der Baukunst als auch des Glaubens. Der Landkreis wiederum komme mit Handwerk wie auch Kirche oftmals in Berührung, so zum Beispiel bei der Zusammenarbeit in der Diakonie.

Kreishandwerksmeister Horst Frensel setzte die wirtschaftliche Bedeutung und die soziale Verantwortung des Handwerks in Kontrast zu den weltweiten Turbulenzen in der Finanzwelt 2008 und in diesem Jahr. Mit knapp 900.000 Betrieben, vier Millionen Beschäftigten und 480.000 Auszubildenden sei das Handwerk eine tragende Säule der Gesellschaft. Gegenüber der Börsenwelt habe man es hier mit einem gänzlich anderen Gesellschafts- und Wertesystem zu tun.

Erst vor zwei Jahren sei die Welt durch die Spekulationen „einiger weniger Wahnsinniger“ an den Rand des wirtschaftlichen Kollapses geraten, und heute spreche man schon wieder darüber, dass es Menschen gebe, die auf die Pleite ganzer Staaten wetteten.

„Kann es richtig sein, dass sich ein spanisches Bauunternehmen mit geliehenem Geld spanischer Banken die Mehrheit des Traditionsunternehmens Hochtief sichert?“ fragte Horst Frensel, und um dem noch eine Spitze draufzusetzen: „Und kann es richtig sein, dass der Vorstandsvorsitzende dieses spanischen Unternehmens Abermillionen in Fußballspieler steckt, so dass diese im Laufe ihrer Karriere so viel Geld verdienen, dass sie es in ihrem ganzen Leben nicht mehr ausgeben können? Was muss ein Bauarbeiter der Firma Hochtief über sogenannte soziale Verantwortung denken?“

Die Handwerkerschaft hingegen sei ein Wirtschaftszweig, in der soziale Verantwortung täglich neu gelebt werde, weil er anders gar nicht funktionieren könne. Gerade dieses Miteinander in kleinen und ländlichen Betrieben habe dazu beigetragen, dass Deutschland so vergleichsweise glimpflich aus der Wirtschaftskrise von 2009 herausgekommen sei.

Landesbischof Karl-Hinrich Manzke ging in seinem Impulsreferat auf den Begriff der sozialen Partnerschaft ein und machte an Hand einiger konkreter Beispiele deutlich, dass das gesellschaftliche Miteinander vielfach einer Korrektur bedürfe. Dabei gelte es, die Themen der sozialen Partnerschaft auf die Region „herunterzubrechen“.

Für eine Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders wünschte sich der Landesbischof unter anderem mehr Erziehung zu Zivilcourage, die Pflege sozialer Netzwerke in der Region, die Förderung von Erziehungshilfe (beispielsweise durch Familien-Coaching) und die Bereitschaft von Handwerksbetrieben, junge Leute im Rahmen eines Praktikums während der Konfirmandenzeit mitarbeiten zu lassen.

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