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Spezialkräfte nehmen Verdächtige fest

Tresor-Knacker Spezialkräfte nehmen Verdächtige fest

Spezialkräfte der Hildersheimer Polizei haben am frühen Mittwochmorgen gegen 4 Uhr zwei mutmaßliche Tresor-Knacker geschnappt. Sie sollen gerade von einem Einbruch gekommen und auf dem Weg nach Hause gewesen sein. Den beiden Männern werden mehr als 50 Einbrüche zur Last gelegt.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Landkreis. Von Ulrich Behmann

Zehn Taten sollen die auf Seniorenheime spezialisierten vermeintlichen Serientäter allein in Hameln begangen haben. Auch in Bad Nenndorf, Springe, Hildesheim, Peine, Braunschweig, Gifhorn, Salzgitter und Goslar sollen die Deutschen (51 und 54 Jahre alt), die in Hildesheim wohnen, ebenfalls „gearbeitet“ haben. Der Gesamtschaden beläuft sich nach vorsichtigen Schätzungen auf mehr als 100.000 Euro. Der Jüngere soll polizeibekannt und bereits wegen diverser Straftaten in Erscheinung getreten sein.

Ermittlern der Polizeiinspektionen Hameln-Pyrmont/Holzminden und Hildesheim sei es nach monatelanger akribischer Arbeit gelungen, eine überregionale Serie von spektakulären Einbrüchen zu beenden, sagte Oberkommissar Jens Petersen am Donnerstag. Den beiden Tatverdächtigen wird vorgeworfen, im Zeitraum von Juli 2016 bis Januar 2017 über 50 Mal in Alten- und Pflegeheime sowie in die Jugendhilfeeinrichtung „Wendepunkt“ in Hameln eingebrochen zu sein. Einige Heime wurden mehrfach heimgesucht. Die mutmaßlichen Diebe stiegen ausschließlich in die Büros der jeweiligen Verwaltung ein. „Die Zimmer der Bewohner haben die Einbrecher nicht betreten“, erzählt Petersen. Die Täter waren nur an den Panzerschränken interessiert.

Schildermast als Hebelwerkzeug

In der Regel bohrten die Einbrecher nachts Löcher in Fensterflügel und Terrassentüren. In einigen Fällen wurden auch Hebelwerkzeuge benutzt. Die Tresore wurden entweder an Ort und Stelle geknackt oder abtransportiert. Das Vorgehen der Täter nennt Petersen „dreist“. Am „Wendepunkt“ an der Leuthenstraße in Hameln wurden vier je fünf Meter lange Holzlatten benutzt, die von einer nahegelegenen Baustelle gestohlen worden waren. An der Gorch-Fock-Straße rissen die Diebe einen Schildermast aus seiner Verankerung. Das Metallrohr sollte offenbar als Hebel Verwendung finden. „Die Verdächtigen ließen sich selbst dann nicht aus der Ruhe bringen, als einmal ein sperriger Tresor mit einem lauten Knall zu Boden fiel“, erzählt Petersen.

Die meisten Beutestücke wurden abseits des Tatortes gewaltsam geöffnet, geplündert und in Flüssen, beispielsweise in der Innerste bei Hildesheim, versenkt. Taucher der Zentralen Polizeidirektion holten am Mittwoch mehrere Tresore aus dem Wasser.

Tatzusammenhänge rasch erkannt

In mühevoller Kleinarbeit war es den Ermittlern gelungen, die vor ihnen liegenden Puzzleteile zusammenzusetzen. Tatzusammenhänge zwischen den weit voneinander entfernt liegenden Tatorten wurden rasch erkannt, potenziell gefährdete Einrichtungen informiert und die Pflegekräfte sensibilisiert. Erste Indizien deuteten darauf hin, dass die Gesuchten aus Hildesheim stammen. Ende Oktober gerieten die beiden Männer nachts im Landkreis Hameln-Pyrmont, ganz in der Nähe eines Alten- und Pflegeheimes, in eine Polizeikontrolle. Die Beamten, die von der Einbruchserie wussten, sammelten wertvolle Informationen für die weiteren Ermittlungen, sodass sich schließlich ein Gesamtbild ergab.

In den Morgenstunden des 25. Januar schlugen Spezialkräfte aus Hildesheim im Auftrag der heimischen Fahnder zu. „Die ins Visier der Ermittler geratenen Männer waren offenbar gerade auf dem Heimweg, nachdem sie in der Nacht eine weitere Tat im Bereich Peine verübt hatten“, berichtet Oberkommissar Petersen. In dem von den Hildesheimern benutzten Fahrzeug sei diverses Beweismaterial sichergestellt worden. Noch am selben Tag wurden Wohnungen durchsucht und Beweise gesichert. Die Auswertung der Spuren und der sichergestellten Gegenstände werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. „Die Männer werden sich wegen gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls und anderer Delikte verantworten müssen“, sagte Petersen. Der Erste Kriminalhauptkommissar Frank Beißner, Leiter des für Einbruch und Diebstahl zuständigen 2. Kommissariats in Hameln, sagte, ausschlaggebend für den Ermittlungserfolg sei unter anderem „die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Dienststellen“ gewesen.

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