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Spielen im Namen des Herrn

400 Jahre Stadtkirche in Bückeburg Spielen im Namen des Herrn

Die Stadtkirche in Bückeburg begeht ein Jubiläum: Sie wird dieses Jahr 400 Jahre alt, was Mitte Mai groß gefeiert werden soll. Das nehmen wir zum Anlass, in einer kleinen Serie einige der vielfältigen Tätigkeitsfelder der Schaumburg-Lippischen Landeskirche vorzustellen.

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Die Jungen und Mädchen des Kindergartens können auf einem großen Spielplatz im Garten der Einrichtung toben.

Quelle: js

Landkreis. Landkreis. Den 400. Geburtstag feiert die Stadtkirche Bückeburg in diesem Jahr. Eine Zahl, die sich nur die wenigsten Jungen und Mädchen im evangelischen Kindergarten Bodelschwingh-Haus in Bückeburg vorstellen können. Doch die dortigen Erzieherinnen arbeiten mit Herzblut daran, den Jungen und Mädchen den Weg in die Schule zu ebnen, damit sie irgendwann mit weit größeren Nummern umgehen können.

Das Bodelschwingh-Haus ist eine von 15 Kindertagesstätten (Kita), die die Landeskirche Schaumburg-Lippe unterhält. Etwa 1100 Kinder im Alter von eins bis sechs Jahren befinden sich in der Obhut der Kirche. „Unser Ziel ist aber nicht das Missionieren“, versichert Pastor Stephan Strottmann, Beauftragter für die Evangelischen Kitas. Man wolle vielmehr das „christliche Menschenbild“ vermitteln und die Familien „in Gegenwart und Zukunft“ unterstützen. 140 Pädagogen sind dafür kreisweit im Einsatz.

Sieben davon arbeiten im Bodelschwingh-Haus. Das Besondere: Die Kita teilt sich die Einrichtung mit einem heilpädagogischen Kindergarten der PLSW. „Es funktioniert wie eine WG“, sagt Claudia Tölke, Leiterin der evangelischen Kita. „Auf diese Weise entstehen ganz natürliche Berührungspunkte, die auch von den Eltern so gewünscht sind“, sagt sie. 42 Kinder teilen sich einen Flur, eine Küche, den großen Garten mit Sandkasten und Spielplatz sowie einen Bewegungsraum mit 16 betreuungsintensiven Jungen und Mädchen. Diese gelebte Inklusion wird durch ein wesentliches Merkmal erweitert. Bedingt durch das Einzugsgebiet der Kita sind etwa 60 bis 70 Prozent Migrantenkinder.

Das führt mitunter zu Problemen, gerade im sprachlichen Bereich. Allerdings würden die betroffenen Jungen und Mädchen auf ganz natürliche Weise Deutsch lernen. „Nach ungefähr einem halben Jahr verstehen sie andere Kinder. Danach geht es mit dem Sprechen von ganz allein“, weiß Tölke.

Die Akzeptanz Anderer ist aber nur ein Grundpfeiler des christlichen Glaubens, der in der Kita vermittelt wird. Verschiedene Projekte wie Bibelwochen oder die wöchentliche Andacht von Pastor Strottmann im großflächigen Bewegungsraum stehen auf dem religionspädagogischen (Stunden-)Plan. Das Beten gehört ebenfalls dazu – auch für andersgläubige Jungen und Mädchen. „Das Kind muss nicht in der Kirche sein. Wir machen den Eltern aber in den Vorgesprächen klar, dass wir hier christlich erziehen“, sagt Tölke. Das bedeute nicht, dass nicht auf die Bedürfnisse andersgläubiger Kita-Besucher geachtet wird. So steht beispielsweise immer ein vegetarisches Gericht auf dem Mittagstisch.
Sieht man vom religionspädagogischen Aspekt ab, unterscheidet sich die evangelische Kita nicht von einer kommunalen Einrichtung. Und sowohl hier als auch dort freuen sich die Erzieher, wenn sich die Kleinen in die richtige Richtung entwickeln. „Sobald ich sehe, dass Kinder selbstständig Konflikte verbal lösen, geht mir einfach das Herz auf“, sagt Tölke.

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