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Stadthäger Chefarzt Grotjahn wechselt nach Großburgwedel

Landkreis Stadthäger Chefarzt Grotjahn wechselt nach Großburgwedel

Viel freie Zeit hat Christoph Grotjahn in den vergangenen vier Jahren mit den Fahrten zwischen Wohnsitz und seinem Arbeitsort verbracht. Zum 1. April wird sich das ändern. Dann wird der Chefarzt der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie (Margen/Darm-Medizin) seinen Posten in Stadthagen räumen. Den 45-jährigen Grotjahn zieht es ins Klinikum Region Hannover nach Großburgwedel. 

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Klinikum-Geschäftsführer Christian von der Becke (Mitte) verabschiedet Chefarzt Christoph Grotjahn (links) und beruft als Nachfolger Michael Hecht.

Quelle: pr

Landkreis. Landkreis (ll).  „Weitestgehend aus privaten Gründen“ geschehe der Wechsel, verdeutlichte Grotjahn die Motivation für den Wechsel bei seiner Verabschiedung in Stadthagen. Denn Grotjahn, Vater von drei Kindern, wohnt mit Familie im hannoverschen Stadtteil Groß Buchholz. Von seinem Arbeitsplatz trennen den Chefarzt künftig nur noch zehn Minuten. Bei einer nach Grotjahns Worten „maximalen Arbeitsbelastung“ ein durchaus nachvollziehbarer Grund – und die Möglichkeit, in Zukunft mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. „Es gab Zeiten, da habe ich meine jüngste Tochter wochenlang nicht gesehen“, sagte Grotjahn am Mittwoch.

 Für das Krankenhaus in Stadthagen ist Grotjahns Abschied indes ein harter Schlag: Als „innovativ“ und „wissenschaftlich auf neuestem Stand“ bewertet der Ärztliche Direktor des Klinikums Schaumburg, Professor Christian Hegelmaier, die Leistung seines scheidenden Chefarztes. Seit April 2008 ist Grotjahn Chefarzt der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie in Stadthagen gewesen. Seither hat er nach den Worten von Klinikum-Geschäftsführer Christian von der Becke „neue Methoden eingeführt“ und die „Qualität der Versorgung in Schaumburg verbessert“. Grotjahn selbst betonte, dass die Zahl der Untersuchungen in der Gastroenterologie in dieser Zeit „erheblich gestiegen“ sei. Weil „die Innere Medizin als Rückgrat einer Klinik“ verstanden werde, so von der Becke, sei Grotjahns Weggang umso bedauerlicher. „Wir verabschieden einen hervorragenden Chefarzt“, sagte der Geschäftsführer. Grotjahns Nachfolger wird Michael Hecht, der bereits seit zehn Jahren als Oberarzt in der Inneren Medizin in Stadthagen tätig ist.

 Keinen Hehl machte der scheidende Chefarzt daraus, dass medizinische Versorgung und die Betriebswirtschaft in Kliniken meilenweit entfernt liegen können. „Diese vier Jahre waren überschattet von einer Diskussion über die Kliniklandschaft in Schaumburg“, bilanzierte Grotjahn seine Zeit in Stadthagen. Versorgungspolitisch, so der Chefarzt, betrachte er Stadthagen mit einem Einzugsgebiet von Minden über Bad Oeynhausen bis Nienburg weiterhin als wichtigen Krankenhausstandort. Gleichwohl machte er deutlich, dass betriebswirtschaftliche Gründe für ein Zentralklinikum sprächen. Seinem bisherigen Arbeitgeber gab Grotjahn mit auf den Weg, „Konzepte zur Personalgewinnung“ zu erarbeiten, die angesichts der „dramatischen Schwierigkeit, Fachkräfte zu akquirieren“ einfach „unumgänglich“ sei.

 Das hat Grotjahns neuer Arbeitgeber, das kommunale Regionskrankenhaus in Großburgwedel, offenbar bereits vollzogen. Mit Grotjahn als Chefarzt der Inneren Medizin wolle das Klinikum einen Schwerpunkt in der Ausrichtung setzen. Grotjahns neuer Chef, der Ärztliche Direktor Jekabs Leititis, hatte jüngst öffentlich erklärt, dass das Großburgwedeler Klinikum auch mit dem Wechsel Grotjahns „Leuchtturm-Wirkung“ entfalten solle. Das dortige Klinikum plane einen Erweiterungsbau für rund 30 Millionen Euro.

„Änderung der Gesellschafter hat keine Auswirkung auf Vertrag“

 Das geplante Gesamtklinikum Schaumburg war auch Thema am Rande der Verabschiedung Grotjahns. Noch immer sei nicht das letzte Wort zur gesellschaftsrechtlichen Fusion des jetzigen Trägers der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg mbH, der „proDiako“, und der „Agaplesion AG“ gesprochen. „Wir befinden uns auch weiterhin in Verhandlung“, sagte Heinz Kölking, Geschäftsführer von „proDiako“. Bis Mitte des Jahres wollten „proDiako“ und „Agaplesion“ in dieser Angelegenheit für Klarheit sorgen. Derzeit gelte es nach Angaben Kölkings, die „verschiedenen Kulturen in den drei Krankenhäusern“ übereinzubringen. Dem Vernehmen nach ist dies besonders unter Berücksichtigung unterschiedlich gewachsener Strukturen, verschiedener Fachabteilungen und der Zusammenlegung eines konfessionellen Krankenhauses in Bückeburg mit vormals kommunalen Kliniken in Rinteln und Stadthagen keine einfache Angelegenheit. Inwieweit es Abweichungen von den organisatorischen Planungen zum Gesamtklinikum geben wird, ob und wann der Baubeginn in Vehlen erfolgen könnte – dazu wollte Kölking zurzeit keine Stellung beziehen.

 Der Landkreis Schaumburg, der mit 24 Prozent an der Projektgesellschaft beteiligt ist, sieht zurzeit keinen Anlass, die Pläne zu überdenken. Selbst wenn „Agaplesion“ die Mehrheit an „proDiako“ übernimmt und damit auch Mehrheitsgesellschafter würde, behalte der Konsortialvertrag weiter seine Gültigkeit. „Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Konsortialvertrag nicht mehr gilt“, teilte Landkreissprecher Klaus Heimann auf Anfrage mit. „Die Änderung der Gesellschafter hat keine Auswirkungen auf den Vertrag.“ Zwar sei „proDiako“ der durch den Vertrag gebundene Partner des Landkreises, aber auch eine Veränderung der Mehrheitsanteile innerhalb der Gesellschafter ändere daran nichts.

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