Landkreis (ssr). Bisher hatten die Stadtwerke lediglich in der Kernstadt von Obernkirchen Strom geliefert. Im gesamten restlichen Versorgungsgebiet zwischen Bückeburg und Steinhuder Meer hat das Unternehmen bisher nur mit Gas und mit Wasser gehandelt.
Die Stadtwerke wollen nach den den Worten von Aufsichtsratschef Bernd Hellmann (Stadthagen) zeigen, „dass wir das Stromgeschäft flächendeckend können“. Der Entschluss zu diesem Schritt sei nach und nach gereift. Dieser wäre theoretisch auch schon früher denkbar gewesen, ergänzte Hellmann, „aber in den vergangenen ein, zwei Jahren hatten wir andere, wichtigere Herausforderungen zu bestehen“.
Zwar haben Strom-Vertrieb und Stromnetze rein formal nichts miteinander zu tun. Gleichwohl sehen Beobachter mit Blick auf die gerade angelaufene Debatte um die so genannte Rekommunalisierung der Stromnetze in der jetzt beschlossenen Marktausweitung aber ein nicht unwichtiges Signal.
Hunker betonte, in einem Umkreis von rund 80 Kilometern böten die Stadtwerke Schaumburg-Lippe unter den regional ansässigen Energielieferern aktuell den günstigsten Stromtarif. Pikant: Die Stadtwerke, zu 15 Prozent in Besitz des Energiekonzerns E.on Westfalen-Weser, macht diesem durch die Marktausweitung auf dem Stromsektor verstärkt Konkurrenz.
Der Strompreis der hiesigen Stadtwerke ist laut Hunker seit dem 1. Januar 2009 unverändert. Die Kosten hätten sich aber erhöht. Seitdem sei zum Beispiel die Umlage für Erneuerbare Energien von 3,59 Cent pro Kilowattstunde dazugekommen, berichtet Hellmann. Daher werde sich der Aufsichtsrat im Februar mit dem Strompreis befassen, eine Anpassung sei für den 1. April zu erwarten, deutete Hellmann an.
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