Landkreis (kle, kil). „Relativ entspannt“ schätzt Detlef Könemann, Betriebsleiter der Sauthoff GmbH, verantwortlich für den Abtransport der LVP-Säcke, die Situation ein. „Es ist ja ein bekanntes Problem“, kommentiert er die Diskussion um die Stabilität der Säcke, die nach strengen vertraglichen Vorgaben geprüft würden. Mitarbeiter hätten beim Abtransport häufiger Probleme: Wenn die Beutel mit scharfkantigen Gegenständen – etwa mit jeder Menge CD-Kunststoffhüllen – gefüllt seien, rissen sie schnell mal in den Händen der Mitarbeiter. Der Müll fliege dann durch die Gegend, Anwohner seien verärgert. Den Müll aufzusammeln, sei die Pflicht der Mitarbeiter, manchmal hinderten sie aber Wind und Zeitdruck daran, alles aufzuräumen.
Wären stabiliere Säcke dann nicht sinnvoll? Sicher würde man den Bürgern damit „etwas Gutes“ tun, meint Könemann. Aber doppelt so starke Säcke brächten auch doppelte Kosten. Außerdem verleite das die Menschen womöglich noch stärker zur „Missnutzung“ der Beutel. Die Gratis-Müllbeutel seien schließlich weder dazu da, damit Gartenauflagen im Winter zu verpacken, noch anderen Müll darin zwischenzulagern – „Mitarbeiter finden immer wieder LVP-Säcke in Bio- und Restmülltonnen.“
Generell meint er: Wenn man nur Leichtverpackungen hinein tue, rissen die Säcke auch nicht. Auch solle man den Müll nicht mit Druck in die Säcke stopfen. Allerdings räumt Könemann auch ein, dass es ab und zu zu Produktionsfehlern komme.
Beschwerden von Bürgern bleiben am Ende nie aus, sagt Marlies Wiepking, Sprecherin der Abfallwirtschaftsgesellschaft Landkreis Schaumburg (AWS). Diese drehten sich aber eher selten um die Qualität der Säcke. „Wenn Leute sich melden, dann meist deswegen, weil ein gelber Sack nicht abgeholt wurde.“ Befindet sich in einem Sack nämlich augenscheinlich etwas, was nicht dort hineingehört, kann er schon mal liegen bleiben, erklärt Wiepking. „In dem Fall informieren wir die Bürger dann genau, was in den Sack gehört und was nicht.“ Rührschüsseln, Eimer und Gießkannen, wie sie schon so mancher Bürger in einem gelben Sack verstaut habe, gehörten jedenfalls nicht hinein. „Sogar Kunststoffstühle und Dachrinnenreste haben wir schon darin gefunden.“
Was darf in den Sack?
In den „Gelben Sack“ dürfen alle Verkaufsverpackungen, die mit dem Grünen Punkt gekennzeichnet sind und nicht aus Glas oder Papier bestehen. Das betrifft:
- Verpackungen aus Kunststoff, zum Beispiel Tragetaschen, Beutel, Einwickelfolien
- Flaschen von Spül-, Wasch- und Körperpflegemitteln, Becher von Milchprodukten
- Schaumstoffe wie Obst- und Gemüseschalen
- Verpackungen aus Metall wie Konserven, Getränkedosen, Verschlüsse, Aluminiumschalen und Alufolie
- Verpackungen aus Verbundstoff wie Getränke- und Milchkartons und Kaffeeverpackungen
Was wurde eigentlich aus der Orange-Tonne?
Im Herbst 2011 kam sie: die „Tonne auf Probe“. Die Orange-Tonne als neue Wertstofftonne wurde zunächst versuchsweise von der AWS an bestimmten Punkten aufgestellt, um zu testen, ob diese sinnvoll ist und ob sie von den Bürgern akzeptiert wird. Damals war die Debatte um eine mögliche verpflichtende Einführung der Tonne gerade aktuell.
„Unser Eindruck aus Rückmeldungen ist, dass die Behälter positiv angenommen und gut genutzt werden“, sagt Peter Kühn, Geschäftsführer der AWS. Allerdings sei das Erfassungsgebiet recht klein und die Tonnen nur an Punkten aufgestellt, wo ohnehin ausreichend Platz dafür sei. Eine allgemein gültige Aussage über die Akzeptanz der Tonne lasse sich aus dem Versuch also wohl nicht endgültig ableiten. Zudem: „Schaumburg ist in Niedersachsen wieder führend, was die Wertstofferfassung angeht.“ Die Leute trennten ihren Müll demnach ohnehin schon sehr fleißig. „Da fragt man sich wirklich, ob eine solche Tonne wirklich nötig ist.
Die Befüllung der Orange-Tonne ist nach wie vor freiwillig. Hinein gehören Gegenstände aus Kunststoff, Elektrokleingeräte und Leichtverpackungssäcke.
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