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„Statistik zeigt, dass wir an Boden verlieren“

Landkreis / Weser-Radweg „Statistik zeigt, dass wir an Boden verlieren“

Die Sonne scheint, der Wind bläst sanft in den Rücken und die Weser fließt nebenher: So könnte der perfekte Tag für Radtourfans aussehen. Der Weser-Radweg ist seit Jahrzehnten eine sehr viel befahrene Strecke – und soll das auch bleiben. Da die Besucherzahlen zuletzt aber eher rückläufig waren, hat der Landkreis Hameln-Pyrmont eine Qualitätsoffensive gestartet. Ziel ist eine Zertifizierung des Radwegs durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Weserbergland (jemi).  Der ADFC hat in dem Zusammenhang ein Gutachten erstellt und genau aufgelistet, was sich ändern muss. Daraus geht hervor, dass die Wegweisung Mängel aufweist. „Das war uns bis jetzt gar nicht bewusst“, sagt Petra Wegener, Geschäftsführerin von Weserbergland Tourismus. Gerade in den Gegenden, in denen ein Bundesland auf das andere trifft, sei keine einheitliche Beschilderung vorhanden. Außerdem müssen laut Gutachten Gefahrenquellen beseitigt werden. Einige Wegführungen seien zu schmal.

 Ein Ingenieurbüro in Hannover arbeitet derzeit an einem Plan, wie die Routenführung in Zukunft aussehen könnte. 1,2 Millionen Euro Fördergeld stehen dafür zur Verfügung. Das Geld stammt aus Mitteln der EU, des Landes und der Landkreise.
 Bei den neuen Wegen spielen die Städte und Gemeinden an der Weser eine eher geringe Rolle. In einigen Kommunen äußerten vor allem Politiker Bedenken, ob der Tourismus in den Städten zurückgehen könnte, wenn weniger Radler direkt durch die Orte fahren. Regionalmanager Heiko Wiebusch hält entgegen: „Es werden neue Rastplätze geschaffen mit großen und übersichtlichen Informationstafeln, unmittelbar vor den Ortseingängen.“ Diese weisen auf die Sehenswürdigkeiten in den jeweiligen Orten hin.

 Während der Radwanderweg an der Weser lange auf dem dritten Platz auf der Beliebtheitsskala der Mitglieder des ADFC stand, sei er aktuell auf den vierten Platz abgerutscht, weiß Wegener. Das bestätige den Trend, dass die Wesertour zwar immer noch gern befahren wird, aber an Bedeutung verloren hat. Einige Punkte seien nicht mehr zeitgemäß. Deshalb müsse nachgebessert werden.

Wichtig für eine gute Bewertung sei etwa, dass es Radwege auf beiden Weserseiten gibt. Der Fluss stehe im Mittelpunkt der Touren, meint Wiebusch. „Bei Befragungen der Gäste ist festgestellt worden, dass sich das Kundenverhalten verändert hat.“ Nur noch wenige fahren den kompletten Weg von 500 Kilometern. Stattdessen werden Teilrouten ausgesucht. Um herauszufinden, wie viele Gäste den Radweg benutzen, werden im Mai Zählstellen eingerichtet.
Rintelns Tourismusmanager Matthias Gräbner findet es ebenfalls richtig, in den Radweg zu investieren. „Die Statistik zeigt, dass wir an Boden verlieren.“ Der Weser-Radweg sei touristisch gesehen das Premiumprodukt im Weserbergland, und alle Städte profitierten davon.

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