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Sterbehilfe – ja oder nein?

Landkreis Sterbehilfe – ja oder nein?

Die 29-jährige Amerikanerin Brittany Maynard leidet an einem Gehirntumor. Ein hoch dosiertes Betäubungsmittel sollte ihr am ersten November einen würdevollen Tod im Kreis ihrer Familie ermöglichen.

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Brittany Maynard ist im Besitz eines hoch dosierten Betäubungsmittels, das ihr einen würdevollen Tod ermöglichen soll.

Quelle: dpa

Landkreis. Doch sie hatte sich entschieden, dem Leben noch eine kleine Chance zu geben. Trotzdem entfachte Maynard die Debatte um das Thema Sterbehilfe dadurch erneut, auch in Schaumburg.

 Der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker findet es schwierig, die Diskussion um Sterbehilfe allein an einem medialen Fall erneut aufzuhängen. „Trotzdem empfinde ich ein tiefes Bedauern gegenüber dem Schicksal dieser jungen Frau und ihrer Familie“, betont Becker.

 Es ist auf der einen Seite durchaus zu begrüßen, wenn Einzelfälle Anstoß zu Gesprächen über dieses Thema bringen, „denn wir brauchen diese Debatten“. Es sei aber durchaus möglich, dass die öffentliche Debatte über einen Einzelfall einen subtilen Handlungsdruck erzeugen kann, der Brittany Maynard die selbstverständliche Möglichkeit nehmen könnte, jederzeit von dieser Entscheidung zurückzutreten.

 Im Deutschen Bundestag finden seit einiger Zeit unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema Sterbehilfe statt, wie Maik Beermann, Mitglied des Bundestages für die CDU, zu berichten weiß. „Die aktuellen Diskussionen sind von Unsicherheit und Ängsten geprägt, die viele Mitmenschen haben, wenn sie an ihr Lebensende denken“, so Beermann.

 Für ihn als Christdemokrat sei es wichtig, sich dabei auch mit den ethischen und moralischen Fragen zu befassen. In seinen Augen benötigt Deutschland eine Stärkung der alternativen Begleitmaßnahmen Hospizarbeit und Palliativ-Medizin und betont: „Die organisierte Sterbehilfe durch Vereine und privatwirtschaftliche Unternehmen gehört verboten“. Ihm persönlich sei die Zielsetzung in dieser Debatte sehr wichtig. Menschen sollten an Menschenhand und nicht durch Menschenhand aus dem Leben scheiden.

 Im Strafgesetzbuch für Deutschland sind folgende Regelungen zum Thema Sterbehilfe festgehalten: Tötung auf Verlangen ist per Gesetz verboten. Suizid und Beihilfe zum Suizid stellen in Deutschland keine Straftat dar. „Soweit sich mir die Gesetzeslage erschließt, werden die Rahmenbedingungen zur Sterbehilfe sehr stark eingeschränkt“, sagt Becker. Zum einen müsse medizinisch gründlich geprüft werden, ob bei einem Patienten eine unheilbare Krankheit vorliegt. „Außerdem gibt es eine Aufklärungspflicht über alternative schmerzmedizinische Behandlungen“, ergänzt der Abgeordnete. Zwischen dieser Aufklärung und einer Beihilfe zum Suizid müssen mindestens zehn Tage liegen.

 Der Hospizverein Rinteln befürwortet den begleitenden Suizid nicht. „Wir wollen durch unsere Sterbe- und Trauerbegleitung zeigen, dass würdevolles Sterben auch anders möglich ist“, betont Heike Wilkening-Büthe vom Hospizverein. Palliative Versorgung könne demnach eine ganze Menge Leid verhindern, „bevor man so eine Entscheidung trifft, sollte man es erst mal anders versuchen“. mak

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