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„Stunde der Wintervögel“

Ausgeflogen „Stunde der Wintervögel“

Erste Trends aus der bis einschließlich Sonntag gelaufenen größten Naturschutz-Mitmachaktion Deutschlands, der Nabu „Stunde der Wintervögel“, sehen in drei Landkreisen den Haussperling ganz vorn. Bis zum Montagmittag wurden den Naturschützern 2535 Hausspatzen gemeldet.

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190 Sichtungen von Buntspechten (rechts) und 83 von Eichelhähern wurden dem Nabu aus der Region gemeldet.

Quelle: fn

Landkreis. Das lärmende Grüppchen Feldsperlinge zetert eng beisammen aus der Hecke. Sechs, sieben, acht Stück. Torsten Wiechmann zückt den Kugelschreiber und macht schnell acht Striche auf dem Notizzettel. Auch ein einzelner Mittelspecht kommt auf seine Meldeliste, dazu sechs Grünfinken.

52 Exemplare gezählt

Beim Blick durch sein Spektiv sieht der Mann aus Bad Münder abseits in der hohen Eiche ein weiteres gefiedertes Etwas. Im Geäst sitzt ein Vogel, den er noch nicht auf seiner Liste hat. Den Kopf leicht zur Seite geneigt, umklammert er mit seinen mit winzigen Zehen einen schneebedeckten Ast – ein Kernbeißer. Wochenlang hat sich diese Finkenart nicht in seinem Garten blicken lassen. In anderen Gärten wohl auch nicht. Denn in den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden wurden während der Nabu-Aktion „Stunde der Wintervögel“ nur 51 Exemplare gezählt.

Erste Trends aus der bis einschließlich Sonntag gelaufenen größten Naturschutz-Mitmachaktion Deutschlands, der Nabu „Stunde der Wintervögel“, sehen in drei Landkreisen den Haussperling ganz vorn. Bis zum Montagmittag wurden den Naturschützern 2535 Hausspatzen gemeldet. Deutschlandweit gab es 284 335 Sichtungen dieser Vogelart – sieben Prozent weniger als noch im Vorjahr. 76 699 Naturfreunde zählten in 51 042 Gärten insgesamt 1 732 470 Vögel.

Die Schnabelspitze vorn hat also der (Haus)-Spatz. Gleichzeitig sind bei den ansonsten weit verbreiteten Arten Kohl- und Blaumeise im Bundestrend deutliche, teils dramatische Rückgänge zwischen 32 und 36 Prozent gegenüber den Vorjahreswerten zu verzeichnen. Bei Sumpf-, Tannen- und Haubenmeisen sind es sogar 50 bis 60 Prozent weniger, so der Nabu. Für Oliver Nacke vom Kreisverband der Naturschutzorganisation sind dies alarmierende Zahlen.

Wesentlich weniger Vögel gesichtet

„Diese eigentlich recht anspruchslosen Allerweltarten, die im Siedlungsraum allenthalben weit verbreitet sind, haben nun einen solch starken Einbruch. Dies deckt sich mit den Beobachtungen, die zahllose Menschen in den vergangenen Monaten in weiten Teilen Deutschlands und Europas machten. Sie sehen in ihren Gärten und besonders an den Futterplätzen wesentlich weniger Vögel als bislang“, sagt Nacke.

Auch Wintergäste aus dem Norden haben sich in diesem Jahr recht rar gemacht. Erlenzeisige und Bergfinken – sonst eigentlich immer an den Futterhäuschen zu entdecken – sind wie auch Seidenschwänze kaum eingeflogen. Das sei wegen des bislang milden Winterwetters auch zu erwarten gewesen, so Nacke.

Für die Finken sind es offenbar keine guten Zeiten. Die Zählung von Grünfinken ergab im Landkreis Schaumburg 130 Stück – ein Rückgang von mindestens 47 Prozent gegenüber 2016. Ähnlich niedrig ist die Anzahl der gemeldeten Buchfinken: Schaumburg 166 Stück, ein Minus von 50 Prozent.

Die Ursachen für die Rückgänge werden in der Fachwelt stark diskutiert. Mitverantwortlich sein soll das in diesem Jahr besonders reichhaltige Angebot an Baumfrüchten wie Bucheckern in der freien Landschaft, sodass die Vögel bei der Futtersuche nicht unbedingt Vogelhäuschen anfliegen müssen.

Schlechte Brutsaison

Auch eine schlechte letzte Brutsaison mit wesentlich weniger Jungvögeln soll eine Rolle spielen. Experten vermuten, dass das nasskalte Frühjahr zu einer schlechten Fortpflanzungsrate gerade bei den höhlenbrütenden Arten geführt hat. Wenn die Elternvögel über längere Perioden mit nassem Gefieder in die Bruthöhle fliegen, könne es zur Unterkühlung und dem Tod von Jungvögeln kommen, heißt es vom Nabu-Landesverband Niedersachsen.   fn

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