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Suche nach Flüchtlingsunterkünften

Schaumburg Suche nach Flüchtlingsunterkünften

Seit zwei Tagen steht fest, dass der Landkreis Schaumburg bis Ende Januar 2016 zusätzliche 1200 Flüchtling aufnehmen muss. Mehr denn je wird also kreisweit händeringend nach Wohnungen für Flüchtlinge gesucht. Die Eigentümer gehen dabei kein Risiko ein.

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Die Kommunen suchen derzeit nach Wohnungen für die erwarteten 1200 Flüchtlinge in Schaumburg. 

Quelle: dpa

Landkreis. In Frage kommt nach den Worten des Ersten Kreisrats Klaus Heimann jede Art von abgeschlossener Wohnung bis zu einer Größe von 100 Quadratmetern. Das fange bei Ein-Zimmer-Wohnungen an. „Am meisten helfen aber Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, in denen wir Familien unterbringen können“, führt Heimann auf SN-Anfrage aus. Genommen werde sowohl unmöblierter als auch möblierter Wohnraum.
Die Wohnungseigentümer schließen den Mietvertrag mit dem Landkreis ab. Im Vertrag wird das Recht auf Untervermietung an Flüchtlinge verankert. Abgesehen davon handelt es sich laut Heimann „um ganz normale Mietverträge mit allem, was dazugehört“. Der Landkreis als Mieter haftet also beispielsweise für alle Schäden, die durch Untermieter verursacht werden.
Wer eine Wohnung anzubieten hat, kann dies bei der Kreisverwaltung unter folgenden Nummern tun: (0 57 21) 703-790; 703-772, 703-361 oder 703-360.
Bislang hat sich der Landkreis alleine um die Unterbringung der Flüchtlinge gekümmert. Wie berichtet, sollen die Kommunen an der Suche und Ausstattung von Flüchtlingswohnungen aber künftig förmlich beteiligt werden. Dazu soll der Kreistag in seiner Sitzung am 6. Oktober eine sogenannte Heranziehungssatzung beschließen, die zehn Tage später in Kraft tritt. „Wir setzen stark auf die Kooperation der Kommunen mit den dort vorhandenen Ortskenntnissen, die uns auch signalisiert worden ist“, betont der Erste Kreisrat. Im Zweifel könne es zukünftig aber im Sinne der Satzung auch zu Zuweisungen von Flüchtlingen durch die Kreisverwaltung an einzelne Kommunen kommen.
„Wir halten am dezentralen Konzept der Unterbringung fest“, unterstreicht Landrat Jörg Farr. „Gerade dazu dient die Beteiligung der Gemeinden, um weitere Wohnungen zu finden.“
Den mittelfristigen Maßstab stellt dabei eine Quote von 1,5 Prozent dar: Um die Flüchtlinge möglichst gleichmäßig im Landkreis zu verteilen, ist angepeilt, dass jede Kommune so viele Flüchtlinge aufnimmt, wie es einem Anteil von 1,5 Prozent an der Gesamteinwohnerschaft entspricht. Dabei werde jedoch „bewusst mit Augenmaß vorgegangen“, wie der Erste Kreisrat betont.
Komme es in einzelnen Kommunen zu Schwierigkeiten, sei der Landkreis bestrebt, „einen Puffer an Wohnraum vorzuhalten“. Daher sei auch die Kreisverwaltung weiter auf der Suche nach Wohnungen, unter anderem auch für Gemeinschaftsunterkünfte. ssr

Unbekannte verüben Brandanschlag

Eisbergen/Bückeburg. Unbekannte haben am Montagabend versucht, eine Flüchtlingsunterkunft in Eisbergen anzuzünden. Wie die Polizei mitteilt, blieb es bei einer versuchten schweren Brandstiftung, verletzt wurde niemand. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler warfen die Täter gegen 23.30 Uhr eine Glasflasche mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen die Außenfassade der Unterkunft. Bis auf eine Rußspur hinterließ der Molotowcocktail aber nur geringen Sachschaden. Zur Tatzeit hielten sich in der Unterkunft 37 Bewohner unterschiedlicher Nationalitäten auf, so die Polizei. Der Staatsschutz der Polizei Bielefeld und die Polizei Minden haben die Ermittlungen aufgenommen, eine elfköpfige Sonderkommission gegründet.
Derweil gab es einen Vorfall vor der Jägerkaserne Bückeburg, in der derzeit etwa 240 Flüchtlinge untergebracht sind. Ein Auto soll vor dem Kaserneneingang angehalten haben. Am Steuer saß ein Mann. Nach Zeugenaussagen soll er einen Hitlergruß in Richtung der Soldaten gemacht haben. Der Staatsschutz der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg hat die Ermittlungen aufgenommen. r

Grüne fordern Bankkonten für Flüchtlinge

Landkreis. Um geduldeten Flüchtlingen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, setzen sich die Schaumburger Grünen dafür ein, dass diese ein Bankkonto eröffnen können. „Dies war bis vor zwei Wochen noch nicht möglich, da zur Vermeidung von Geldwäsche für eine Kontoeröffnung Ausweispapiere benötig wurden, die geduldete Flüchtlinge nicht besitzen“ berichtet der grüne Kreistagsabgeordnete Christoph Ochs.
Nun haben die Grünen im Stadtrat Rinteln als auch im Kreistag beantragt, die Sparkasse Schaumburg und die Volksbank Schaumburg aufzufordern, alles in die Wege zu leiten, dass möglichst bald die ersten Flüchtlinge ein eigenes Konto eröffnen können.
Geduldete Flüchtlinge erhalten nach Darstellung von Ochs derzeit die vom Landkreis monatlich ausgezahlte Unterstützung nur an den Auszahlungskassen der Sparkasse in Rinteln und Stadthagen. Beispielsweise in Bad Nenndorf lebende Flüchtlinge müssten weite Fahrstrecken zurücklegen. Zudem würden sich durch die Konzentration auf nur zwei Standorte in den beiden Filialen regelmäßig lange Schlangen bilden, was diskriminierend wirke. Dieses könnte durch das Bereitstellen eines Kontos vermieden werden, da hierdurch an allen Geldautomaten rund um die Uhr das Geld abgehoben werden könnte, so Ochs. r

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