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Südlink: Farr kritisiert scharf „Schnelligkeit vor Sorgfalt“

Becker und Beermann legen nach Südlink: Farr kritisiert scharf „Schnelligkeit vor Sorgfalt“

Ungewohnt deutliche Worte gefunden hat Landrat Jörg Farr (SPD) in Sachen „Südlink“. Auf der Informationsveranstaltung der Kreisverwaltung in Lauenau kritisierte Farr in scharfer Form, bei der bisherigen Planung habe es „Schnelligkeit vor Sorgfalt“ gegeben.

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Quelle: pr.

Landkreis. . Bei der internen Entscheidung des Netzbetreibers „Tennet“ für die Vorzugstrasse und für die Planungsvarianten „gab es ein dominantes Übergewicht der Gradlinigkeit und Bündelung gegenüber Ansprüchen unserer Bürger und Umweltbelangen“, prangerte Farr weiter an. Es gebe „erhebliche offene Fragen“ im Antrag der Betreiberfirma, was die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung angehe.

Als „nicht tragfähig“ bezeichnete der Landrat „die Reduzierung möglicher Trassenverläufe von Nord nach Süd auf nur eine Vorzugsvariante“. Dasselbe gelte für die zugrundeliegende Methodik. Ihm stelle sich die Frage, was „Tennet“ bewogen habe, den westlich von Hannover verlaufenden Vorzugskorridor „Mitte/West“ auszuwählen, obwohl ein ebenso vorgestellter, freilich um 59 Kilometer längerer und somit teurerer „Ostkorridor“ in den „Tennet“-Unterlagen „als deutlich besser geeignet dargestellt wird“. Farr weiter: „Wir werden nicht akzeptieren, dass Kostenargumente höher gewichtet werden als die Schutzinteressen der Bürger, die Entwicklungsmöglichkeiten unserer Gemeinden und die Belange der Umwelt.“

Farr schimpfte nicht zuletzt auch über die Vorgehensweise von „Tennet“: „Wir haben uns darüber geärgert, dass Trassenvarianten zu unterschiedlichen Zeiten veröffentlicht wurden.“ Das hatte hiesigen Betroffenen weniger Zeit zum Reagieren gegeben als andernorts.

Protest gegen die Trassenplanung erhob am Donnerstag per Pressenotiz auch der hiesige Landtagsabgeordnete Karsten Becker (SPD). Dieser sieht für die Variante quer durch den Landkreis „keine überzeugende Begründung“. Gegen die Trasse spreche „klar die dichte Besiedlung sowie die einmalige Kultur- und Naturlandschaft“. Becker begrüßt ausdrücklich einen Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums, der jüngst vorgelegt worden sei. In diesem werde aus Naturschutzgründen die unterirdische Variante thematisiert.

Unterstützung bekommt Becker vom CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann. Für diesen stellt sich die Frage, warum die Erdverkabelung nicht als die primäre Ausbauart angesehen wird: „Kann die Wirtschaftlichkeit bei einem derart großen und langfristig gedachten Vorhaben Vorrang vor Gesundheits-, Landschafts- und Naturschutz haben?“

Nach Angaben Beermanns befindet sich der Antrag von „Tennet“ derzeit im „Schwebezustand“. Er erwarte wie auch die Bewohner der betroffenen Gebiete, so Beermann, „einen Antrag, der rechtssicher ist und vor allem die am besten geeignete Trasse herausstellt und sich nicht mit zig Alternativtrassen beschäftigt“. Der CDU-Parlamentarier rechnet frühestens für den kommenden Sommer mit den Antragskonferenzen der Bundesnetzagentur. Der Abgeordnete macht sich dafür stark, dass sich möglichst viele Bürger an den Anhörungen der Bundesnetzagentur beteiligen. Vor dem Hintergrund des bisherigen Vorgehens von „Tennet“ will Beermann, dass „das weitere Verfahren transparent verläuft, mit offenen Karten gespielt wird und die betroffenen Bürger im Vordergrund stehen“. bes, ssr

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