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„Südlink“-Kritiker kehren vor Berlin um

Bundesnetzagentur-Präsident erkrankt „Südlink“-Kritiker kehren vor Berlin um

Das für Montag geplante Gespräch der Bürgerinitiative gegen die Stromtrasse „Südlink“ mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, ist kurzfristig abgesagt worden. Die zehn Vertreter aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden waren schon auf dem Weg nach Berlin, als sie die Nachricht von der Erkrankung Homanns erreichte.

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Quelle: SN

Weserbergland/Landkreis. Das teilte Rolf Keller aus Börry (Hameln-Pyrmont) als Sprecher der Bürgerinitiative mit. Nun hofft Keller, dass Homann nach seiner Genesung kurzfristig ins Weserbergland kommt.

 Wie die Bürgerinitiative Weserbergland auf ihrer Homepage mitteilt, hat sie sich der „Erdkabeloffensive Südlink EOS“ angeschlossen, der Kritiker der geplanten Hochspannungsleitung aus der Region Hannover bis in den hessischen Raum angehören. Der Zusammenschluss fordert die komplette Erdverkabelung der „Südlink“-Gleichstromtrasse zwischen Wilster und Grafenrheinfeld. Koordinatoren für die EOS sind Jutta Fritzsche von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Marienmünster“ (Kreis Höxter) und Gert Bindernagel von der Bürgerinitiative Jeinsen (Region Hannover).

 Laut Netzbetreiber Tennet schreibt der Gesetzgeber grundsätzlich vor, Übertragungsnetze auf der Höchstspannungsebene als Freileitung zu errichten. Um Erfahrungen mit dem Einsatz von Erdkabeln bei HGÜ-Verbindungen zu sammeln, sei die Verbindung zwischen Wilster und Grafenrheinfeld aber als Pilotprojekt für eine mögliche Teilerdverkabelung ausgewiesen. „An welchen Abschnitten auf Erdkabel zurückgegriffen wird, ist Gegenstand der weiteren Planungen. Die Teilerdverkabelung ist rechtlich eng begrenzt“, hieß es bei Tennet.

 Vor wenigen Tagen hörte sich das dann etwas anders an, wie im jüngsten Newsletter des Netzbetreibers geschrieben wird: „Wir wollen hier den gesetzlichen Rahmen voll ausschöpfen und profitieren dabei von unseren Erfahrungen bei anderen Projekten.“ Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, dass 25 Prozent der Trasse als Erdkabel verlegt werden sollten.

 Auch die Vertreter von 17 Landkreisen entlang der geplanten Trasse aus vier Bundesländern – darunter auch der Landkreis Schaumburg – haben in der sogenannten „Hamelner Erklärung“ die Erdverkabelung zum Thema gemacht. Sie fordern Bundesregierung und Landesregierungen auf, in ihren Zuständigkeitsbereichen dafür zu sorgen, dass die gesetzlichen und tatsächlichen Möglichkeiten geschaffen werden, insbesondere durch Erdverkabelung die Belastungen gering zu halten.

 Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels als Sprecher der Landkreise konkretisierte jüngst die Forderung, dass die Belastungen so gering wie möglich für Mensch und Umwelt sein müssten: „Neben einer vernünftigen neuen Planung wird dafür ein Paradigmenwechsel unumgänglich sein, der die Erdverkabelung zur Regel und die Freileitung zur Ausnahme macht.“

 Heute wird dazu in Kassel für Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung sowie für interessierte Bürger eine Fachkonferenz ausgerichtet. Dabei soll der aktuelle rechtliche und gesetzliche Rahmen für den Einsatz von Erdkabeln systematisch beleuchtet werden. cb

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