Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Synode setzt sich mit Sterbehilfe und Homoehe auseinander

Landkreis / Landeskirche Synode setzt sich mit Sterbehilfe und Homoehe auseinander

Finanzen, Pfarrhof, Homosexualität, Sterbehilfe – die Liste der Themen, über die die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe bei ihrer vierten Tagung am Wochenende gesprochen hat, ist lang. Über die Ergebnisse informierten Vertreter der Landessynode und der Diakonie am Sonnabend die Öffentlichkeit.

Voriger Artikel
Kein einfacher Weg von A nach B
Nächster Artikel
„Menschen wünschen sich Frieden“

Landesbischof Karl-Hinrich Manzke.   sk

Landkreis/Stadthagen. Einer der wichtigsten Punkte war die Arbeit der Diakonie Schaumburg-Lippe, die ihr Vorstandsvorsitzender Axel Sandrock vorstellte. Es sei sinnvoll, in regelmäßigen Abständen zu berichten, was die Diakonie macht, so Sandrock. Man habe versucht, in Arbeitsgruppen mit der Synode ins Gespräch zu kommen, beispielsweise beim Thema Ambulante Pflege. Derartige Abstimmungen soll es künftig regelmäßig geben.

Die Diakonie verursacht pro Jahr Kosten in Höhe von etwa 750.000 Euro, 250.000 Euro davon schießt die Kirche zu. Weiteres Geld kommt vom Landkreis für die Sucht- und Schuldnerberatung und von den Ratsuchenden selbst. 25 Mitarbeiter sind derzeit bei der Diakonie beschäftigt.

In jüngerer Zeit müssen sie sich vor allem mit Suchtfragen auseinandersetzen, verstärkt mit Medienmissbrauch, beispielsweise übermäßigem Computerspielen und dem Umgang mit Smartphones. Die Diakonie reagiert darauf nach den Worten Sandrocks, indem sie ihre Mitarbeiter weiter spezialisiert. Auf 40 bis 50 Fälle kommt ein Berater derzeit pro Monat, außerdem betreuen die Mitarbeiter Leiter von insgesamt 40 Suchtgruppen im Landkreis, die zum Teil auch unabhängig von der Diakonie sind.

Eine Fusion mit dem Diakonischen Werk in Niedersachsen kommt für Sandrock und Karl-Hinrich Manzke derzeit nicht infrage. „Diese Struktur wollen wir nicht aufgeben“, ließ der Landesbischof auf Nachfrage wissen und verwies auf die vom Landkreis weitergegebenen Beratungsaufgaben und die kirchenkreisähnliche Organisation der Schaumburger Diakonie.

Hinsichtlich der Finanzen steht die Landeskirche im Moment vergleichsweise gut da. Knapp eine Million Euro Überschuss verzeichnete sie im Jahr 2013. „Wir sind dankbar, dass wir eine relativ günstige Situation haben“, sagte Manzke. Rund 180.000 Euro sind bereits an die Gemeinden zurückgeflossen, um deren diakonische Aufgaben wie etwa Unterstützerkreise für Flüchtlinge mitzufinanzieren. Der große Rest des Geldes geht jedoch nächstes Jahr an die kirchliche Versorgungskasse und deckt dort einen Teil der Kosten. Rund 4,8 Millionen muss die Landeskirche in den nächsten beiden Jahren dafür insgesamt aufbringen, teils aus ihren Rücklagen. Der Haushalt 2013 hat ein Gesamtvolumen von rund 11,5 Millionen Euro und ist damit wegen höherer Personalkosten gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.

Offen ist die Zukunft des Pfarrhofes Bergkirchen, der nach den Worten von Synodenpräsident Klaus-Dieter Kiefer jährlich ein Defizit von 60.000 Euro verursacht. Rund 100 Gastgruppen nehmen die Einrichtung jedes Jahr in Anspruch, weniger als zehn Prozent davon kommen aus der Landeskirche. Das Landeskirchenamt soll nun einen Vorschlag erarbeiten, wie es mit dem Hof weitergehen kann. „Ich tue mich selbst schwer damit, zu sagen, wenn das nicht mit einer schwarzen Null läuft, können wir das nicht fahren“, so Manzke.

Eine weitere Herausforderung für die Landeskirche ist das Thema Homosexualität. Wie soll man mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften umgehen? Ein trauungsähnlicher, öffentlicher Gottesdienst, wie er in Hannover geplant wird? Eine Segnung, wie man sie bereits jetzt vereinzelt durchführt? Oder gar keine kirchliche Unterstützung?

„Es geht darum, das Thema ohne Zeit- und Entscheidungsdruck zu diskutieren“, sagte Manzke. Dem Beispiel Hannovers wolle er aber nicht folgen, es soll also für die Segnung homosexueller Paare keinen öffentlichen Gottesdienst und auch kein Glockengeläut geben.

Auch das aktuell vom Bundestag wieder aufgegriffene Thema Sterbehilfe wurde diskutiert. Landesbischof Manzke sprach sich für den aktuellen Gesetzesentwurf der Bundesregierung aus, wonach gewerbliche Sterbehilfe verboten werden soll. Gleichzeitig mahnte er jedoch, es dürfe keine darüber hinausgehenden gesetzlichen Regelungen geben. Die passive Sterbehilfe, also die Unterstützung und Begleitung der Patienten und Angehörigen durch Ärzte, sei ebenda im Gespräch gut aufgehoben.

Keine Neuigkeiten gibt es hingegen in puncto Kirchenamtspräsident. „Die Frage stellt sich nicht“, antwortete Kiefer auf die Frage nach einer Neubesetzung des Amts. Sebastian Geisler, der bis September 2015 zum Landeskirchenamt Hannover abgeordnet ist, von der Landeskirche aber noch besoldet wird, habe dieses Amt formal noch inne, und dabei werde es auch bis auf Weiteres bleiben. Zwei Personalien hatte Kiefer dann aber doch noch zu verkünden: Pastor Jens Hauschild aus Nienstädt und Annette Welge aus Wendthagen wurden in die Obersynode gewählt.  aw

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg