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„Tiere werden weggeschmissen wie Müll“

Landkreis / Tierheime sind überfüllt „Tiere werden weggeschmissen wie Müll“

Die Mitarbeiter in den Tierheimen der Region müssen in den Sommermonaten besonders viele Katzen und Hunde aufnehmen. Allen voran Katzenbabys, die erst vor einigen Wochen das Licht der Welt erblickt haben, sind es, die häufig einfach ausgesetzt werden. „Alleine letzte Woche haben wir 30 neue Katzen dazubekommen“, erklärt Edda Müller, Mitarbeiterin im Tierheim Stadthagen.

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Kerstin Kassen, Leiterin des Stadthäger Tierheims, zeigt ein Katzenbaby, das vor einigen Tagen gefunden wurde.

Quelle: par

Landkreis (par). Egal, in welches Tierheim man derzeit schaut, Überfüllung ist überall ein Thema. „Unser Anbau ist bereits voll – wir laufen über“, sagt Kerstin Kassen, Leiterin in Stadthagen. Das Werfen der Katzen beginnt im Mai, doch schon nach sechs Wochen können sie erneut schwanger werden. „Viele Besitzer sind damit überfordert und wissen nicht, wohin mit den Tieren. Dann werden sie einfach ausgesetzt.“ Ihr eindringlicher Appell an alle Besitzer von Hauskatzen: „ Lassen Sie bitte die Tiere kastrieren.“ Während die vielen neuen Katzen alle Mitarbeiter ganz schön auf Trapp halten, dürfen auch die Hunde nicht vernachlässigt werden. „Viele Hartz IV- Empfänger mussten in letzter Zeit ihren Vierbeiner abgeben. Diese landen dann natürlich erst einmal bei uns“, erklärt Müller. Kassen stellt klar: „Wer sich finanziell kein Tier leisten kann, der muss eben drauf verzichten.“

Auch im Tierheim in Bückeburg herrscht derzeit Hochbetrieb. „Gerade zur Ferienzeit werden die Tiere weggeschmissen wie Müll“, findet Monika Hachmeister, Leiterin des ortsansässigen Tierheimes, deutliche Worte. Neben den vielen Katzenbabys, die derzeit ausgesetzt werden, finden auch viele Hunde notgedrungen ihren Weg zu Hachmeister und ihrem Team. Dabei macht sie auch ein neues Gesetz dafür verantwortlich, warum so viele Hunde ausgesetzt oder abgegeben werden. „Seit dem 1. Juli ist die Hundehaftpflichtsteuer Pflicht. Zudem müssen alle einen Chip eingesetzt bekommen. Das können sich viele nicht leisten“, gibt sie als Begründung an. Derzeit nimmt das Bückeburger Tierheim nur noch in absoluten Notfällen Neuankömmlinge bei sich auf. Allgemein prognostiziert die Leiterin den Einrichtungen eine schwierige Zukunft. „Es kommen harte Zeiten auf alle zu – auch bei uns sieht es finanziell alles andere als gut aus“, räumt sie ein. Auch sie spricht sich, wie ihre anderen Kollegen , für eine Kastrationspflicht aus.

Auch Jutta Schneider, Vorsitzende des Tierschutzes Rodenberg / Bad Nenndorf und Umgegend weiß ein Lied davon zu singen, was die Problematik mit Hunden und Katzen im Landkreis derzeit angeht. „Es kommen Leute vorbei, die behaupten, ihnen wäre ein Hund zugelaufen. Dabei ist es ihrer, und sie wollen ihn einfach los werden.“ Auch in ihrem Tierheim wurde vor Kurzem ein Aufnahmestopp verhängt. „Nur noch in absoluten Notfällen machen wir eine Ausnahme.“

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