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Tonne: BBS-Versorgung „miserabel“

Landkreis / Unterrichtsversorgung Tonne: BBS-Versorgung „miserabel“

Als „miserabel“ hat der hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne die Unterrichtsversorgung an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Niedersachsen bezeichnet. Tonne kritisierte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU), dieser behandele die BBS bildungspolitisch als „Stiefkinder“.

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Für die Fachbereiche Metall- und Kfz-Technik wie hier an der Berufsschule in Stadthagen ist es schwer, Fachlehrer zu bekommen.

Quelle: rg

Landkreis (ssr). „Wenn es eine so schlechte Unterrichtsversorgung an den allgemeinbildenden Schulen gäbe, würde es massenweise Proteste hageln“, schreibt Tonne in einer Presseerklärung. Darin geht er auf die spezielle Situation an den BBS in Schaumburg ein. Mit einer durchschnittlichen Unterrichtsversorgung in der Fachtheorie von 93,4 Prozent bestehe hier „großer Aufholbedarf“, fordert Tonne, besonders in den Fachbereichen Metall- und Fahrzeugtechnik.

Als „grotesk und unverschämt“ bezeichnete Tonne einen Hinweis der Landesregierung, dass viele BBS die ihnen zugewiesenen Stellen nicht alle im Jahr 2011 besetzt hätten und deswegen die Unterrichtsversorgung nicht höher sei. Damit unterstelle Althusmann den BBS, diese seien an der schlechten Unterrichtsversorgung selbst schuld. Durch diese „fehlgeleitete Bildungspolitik“ schade Althusmann auch der Wirtschaft und insbesondere dem Handwerk in Schaumburg.
Deutlich gelassener beurteilt der Stadthäger BBS-Leiter Jürgen Steltner die 93,4-prozentige Unterrichtsversorgung. Diese Quote sei „nicht schlecht“, die Schulleitung sei „damit nicht unzufrieden“, sagte Steltner auf Anfrage. Die BBS in Schaumburg lägen ziemlich genau im Landesschnitt. Vor etwa 15 Jahren habe die Versorgungsquote noch bei 70 Prozent gelegen.

Für die Teilzeitschüler des dualen Ausbildungssystems sei es ohnehin schwierig, sämtliche Fächer lückenlos im Stundenplan unterzubringen, führte Steltner aus. Man konzentriere sich daher auf die fachtechnische Ausbildung, etwa bei Sport oder Religion würden dagegen eher mal Abstriche hingenommen.

Das eigentliche Kernproblem sei vielmehr die Schwierigkeit, in den Fächern Metall-, Kfz- und Elektrotechnik geeignete Lehrer zu finden. „Wir haben die Stellen, können sie aber wegen fehlenden Fachkräfteangebots teils nicht besetzen“, berichtete Steltner. Daher komme es hier hin und wieder auch zu Unterrichtsausfällen. Man behelfe sich in einzelnen Fällen mit so genannten „Seiteneinsteigern“, also Diplom-Ingenieuren oder -mathematikern oder versuche an Lehrer aus anderen Bundesländern heranzukommen.

Der Rintelner BBS-Leiter Herbert Habenicht verwies darauf, dass die Quote der Unterrichtsversorgung speziell bei BBS nicht das alleinige Erfolgskriterium sei. Wichtige Messlatten seien etwa die Abschlussquote und -qualität sowie die Frage, wieviele der Absolventen anschließend Jobs bekommen. „Wie unser Qualitätsmanagement zeigt, kann man auch mit unserer Quote gute Ergebnisse erzielen.“ Aber: „Natürlich wünschen wir uns mehr Lehrerstellen, denn dann wären noch bessere Resultate erreichbar.“

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