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00:19 08.06.2015
Was ist was? Italienische und Schaumburger Toskana. Quelle: Anke Weber
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Von Anke Weber
Er ist ein Doggen-Baby und ich hatte ihn auf einer Internetseite entdeckt. Eine Art Fernsteuerung des Herzens hatte zu diesem Klick geführt. Schlicht unaushaltbar war das hundelose Leben nach dem Tod meines Rüden. Also klickte ich. Keineswegs im Ausland. Ich sah mir nur norddeutsche Seiten an. Und da war er plötzlich. Kaschmir. Quasi während des Klickens geboren und er schien in Hannover zu wohnen.
Mein Herz konnte nicht mehr zurück. Ich wollte ihn. Trat in Kontakt mit seinen Menschen. Aber die waren wenige Wochen zuvor in die Toskana gezogen. Also fuhr ich. In die Toskana. Mit meinem Mann. Zum Welpenstreicheln. Die Aussicht, bald das seidige Doggen-Baby-Fell zu spüren, tröstete mich darüber hinweg, meine voll in der Blüte stehende Fliederhecke, die Maiglöckchen und die im Garten singende Nachtigall hinter mir zu lassen. Bis ich endlich bei ihm war, hatte ich keine Augen für die Landschaft. Doch nach dem Welpen-Besuch – sein Name ist wirklich Programm – waren noch ein paar Urlaubstage in der Toskana geplant. Wenn man schon dort war. Und plötzlich war ich nicht nur in eine kleine Deutsche Dogge verliebt, sondern auch in die Toskana. Lavendel ist ein würdiger Ersatz für Flieder. Der Duftrausch, den die Toskana im Frühjahr bietet, ist einzigartig. Rosmarin wächst am Straßenrand. Zusammen mit tausend würzig duftenden Kräutern, deren Namen ich nicht kenne. Abgesehen von Olivenhainen, Weinbergen und vielen Burgen habe ich Monster-Pusteblumen gesehen. Und nie zuvor habe ich derart geballten Nachtigall-Gesang zu hören bekommen. Italienisches Landleben im Schnelldurchlauf.
Auf der Rückreise der Kulturschock. Schnee in den Alpen. Ein schwerer Abschied vom italienischen Dolce Vita. Noch härter: Pasta gegen Knödel tauschen. Ich wollte dringend wenden. Diesen bedrohlichen Bergmassiven entkommen und zurück in die sanften Hügel mit ihren gelben Häusern. Doch mein Mann fuhr weiter. Immer Richtung Norden. Und plötzlich waren sie wieder da. Die sanften Hügel und ein gelbes Haus in der Ferne. Dahinter das Meer. Wenn auch nicht das Mittelmeer. Aber immerhin ein Meer. Dabei hatten wir doch gar nicht gewendet. Bella Schaumburger Toskana!

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