Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Trügerische Sicherheit

Pilzsuche mit App Trügerische Sicherheit

Die Blätter sind bunt, die Tage werden kürzer, und auch die Pilzsuche gehört für viele zum Herbst dazu. Einfach lecker oder echt giftig?, lautet dann die Frage. Apps sollen auch Nicht-Experten mit der Antwort helfen.

Voriger Artikel
Verkehrsmeldungen für Mittwoch, 2. November
Nächster Artikel
Mehr Stellen für weniger Azubis
Quelle: jcp

LANDKREIS. Aber ganz so leicht ist das nicht, denn neueste Technik hin oder her: Im Forst warten nicht nur Leckereien, sondern auch Gefahren – und nicht jede App taugt etwas.
Das Problem ist dasselbe wie beim guten alten Buch: Optisch sieht der eine oder andere Fiesling einem leckeren Kollegen zum Verwechseln ähnlich, auch auf dem Smartphone-Bildschirm. Die Folge kann zum Beispiel Durchfall sein, im allerschlimmsten Fall kostet der Fehler den Pilzsammler das Leben.

Entsprechend rät Lothar Seidel zur Vorsicht. Der Leiter des Kreisforstamtes meint: „Man sollte nicht einfach losgehen und anfangen, Pilze im Wald zu sammeln.“ Zunächst solle man sich auf Arten konzentrieren, bei denen man hundertprozentig sicher ist. Allerdings räumt Seidel ein, von ernsthaften gesundheitlichen Folgen durch den Verzehr von speiseuntauglichen Pilzen selbst noch nie gehört zu haben.

Seidel hält nicht allzu viel von den Pilz-Apps. Zwar könnten sie durchaus eine Hilfe sein. „Aber einfach in den Wald zu gehen und sich an einer App zu orientieren, halte ich für einen Fehler.“
Die Neustädter Biologin Rita Lüder möchte kein Pauschalurteil fällen: „Es gibt gute und schlechte Apps.“ Im Prinzip ist es also wie bei Büchern. Die Apps hätten aber den Vorteil, dass sie veränderbar sind und Pilze herangezoomt werden können.

Die Natur vorsichtig behandeln

Bereits seit ihrer Kindheit ist Lüder Pilzsammlerin. Tatsächlich habe sie selbst schon darüber nachgedacht, eine App zum Thema zu veröffentlichen.
Laut Lüder gibt es drei grundsätzliche Regeln: „Ich darf alles anfassen, nichts roh essen, muss achtsam sammeln.“ Natürlich zähle auch ein pfleglicher Umgang mit der Natur. „Also nicht mit der Hacke den Wald durchforsten.“

Anfängern rät Lüder unter anderem, sich zunächst auf die zweifelsfrei erkennbaren Maronen zu konzentrieren. Beim Champignon etwa sei die Gefahr schon deutlich größer, danebenzugreifen: Der beliebte Speisepilz weist starke Ähnlichkeit mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz auf.

Nicht zufrieden ist Lüder übrigens mit dem bisherigen Verlauf der Pilzsaison. „Es war lange viel zu trocken“, erklärt sie. „Für Pilze sind das keine guten Bedingungen.“
Und Förster Seidel bittet Pilzsucher, sich auf die Wanderwege und deren unmittelbare Umgebung zu beschränken. Nicht nur mit Rücksicht auf die Pilze: Viele Tiere befinden sich jetzt schon in der Ruhephase. Seidel: „Wer im tiefen Wald herumläuft, könnte das dort nistende Wild aufschrecken.“ ano

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg