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Aus dem Landkreis Trügerische Sicherheit
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Trügerische Sicherheit
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00:16 05.11.2016
Quelle: jcp
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LANDKREIS

Aber ganz so leicht ist das nicht, denn neueste Technik hin oder her: Im Forst warten nicht nur Leckereien, sondern auch Gefahren – und nicht jede App taugt etwas.
Das Problem ist dasselbe wie beim guten alten Buch: Optisch sieht der eine oder andere Fiesling einem leckeren Kollegen zum Verwechseln ähnlich, auch auf dem Smartphone-Bildschirm. Die Folge kann zum Beispiel Durchfall sein, im allerschlimmsten Fall kostet der Fehler den Pilzsammler das Leben.

Entsprechend rät Lothar Seidel zur Vorsicht. Der Leiter des Kreisforstamtes meint: „Man sollte nicht einfach losgehen und anfangen, Pilze im Wald zu sammeln.“ Zunächst solle man sich auf Arten konzentrieren, bei denen man hundertprozentig sicher ist. Allerdings räumt Seidel ein, von ernsthaften gesundheitlichen Folgen durch den Verzehr von speiseuntauglichen Pilzen selbst noch nie gehört zu haben.

Seidel hält nicht allzu viel von den Pilz-Apps. Zwar könnten sie durchaus eine Hilfe sein. „Aber einfach in den Wald zu gehen und sich an einer App zu orientieren, halte ich für einen Fehler.“
Die Neustädter Biologin Rita Lüder möchte kein Pauschalurteil fällen: „Es gibt gute und schlechte Apps.“ Im Prinzip ist es also wie bei Büchern. Die Apps hätten aber den Vorteil, dass sie veränderbar sind und Pilze herangezoomt werden können.

Die Natur vorsichtig behandeln

Bereits seit ihrer Kindheit ist Lüder Pilzsammlerin. Tatsächlich habe sie selbst schon darüber nachgedacht, eine App zum Thema zu veröffentlichen.
Laut Lüder gibt es drei grundsätzliche Regeln: „Ich darf alles anfassen, nichts roh essen, muss achtsam sammeln.“ Natürlich zähle auch ein pfleglicher Umgang mit der Natur. „Also nicht mit der Hacke den Wald durchforsten.“

Anfängern rät Lüder unter anderem, sich zunächst auf die zweifelsfrei erkennbaren Maronen zu konzentrieren. Beim Champignon etwa sei die Gefahr schon deutlich größer, danebenzugreifen: Der beliebte Speisepilz weist starke Ähnlichkeit mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz auf.

Nicht zufrieden ist Lüder übrigens mit dem bisherigen Verlauf der Pilzsaison. „Es war lange viel zu trocken“, erklärt sie. „Für Pilze sind das keine guten Bedingungen.“
Und Förster Seidel bittet Pilzsucher, sich auf die Wanderwege und deren unmittelbare Umgebung zu beschränken. Nicht nur mit Rücksicht auf die Pilze: Viele Tiere befinden sich jetzt schon in der Ruhephase. Seidel: „Wer im tiefen Wald herumläuft, könnte das dort nistende Wild aufschrecken.“ ano

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