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Turnhalle als letzte Option

Flüchtlingsunterbringung Turnhalle als letzte Option

Die Kreisverwaltung spielt mit dem Gedanken, Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen. Hintergrund sei, dass die Zuweisungsquote für die kommenden Monate nahezu verdoppelt worden sei, sagte Erster Kreisrat Klaus Heimann am Donnerstag in der Sitzung des Sozialausschusses.

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Quelle: Symbolfoto

Landkreis. „Wir werden die Kommunen anschreiben und nachdrücklich um Mithilfe bei der Suche nach Wohnungen bitten“, sagte Heimann und verwies darauf, dass der Kreis kaum noch über Möglichkeiten für die dezentrale Unterbringung verfüge. Auf Nachfrage Lothar Bieges (FDP) bestätigte der Erste Kreisrat, dass angesichts der stark steigenden Zuweisung von Asylbewerbern auch Turnhallen in die Überlegungen einbezogen werden. „Wir haben bereits sondiert, welche Hallen dafür in Betracht kommen“, so Heimann weiter.
„Im Schulsport soll es dadurch keine Einschränkungen geben“, ergänzte die zuständige Dezernentin Katharina Augath. Leidtragende seien vielmehr die Vereine. Allerdings werde in den Überlegungen darauf geachtet, dass die Einschränkungen so gering wie möglich ausfallen.
Unzufrieden mit den Gedankenspielen der Kreisverwaltung zeigte sich der Ausschussvorsitzende Sigmar Sandmann (SPD). Durch die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten sei es vielerorts gelungen, die Integration der Asylbewerber zu erleichtern, so der Sozialdemokrat. Die Nutzung von Turnhallen als Notunterkünfte sei daher kontraproduktiv.
Bis Ende März sollen nach Angaben Heimanns pro Woche 200 Asylbewerber vor dem Kreishaus ankommen, in den Sitzungssälen erfasst und anschließend auf die Unterkünfte verteilt werden. Der Anteil der Flüchtlinge an der Einwohnerzahl in Schaumburg steigt den Plänen zufolge auf 1,5 Prozent.
Biege wollte darüber hinaus wissen, ob nach wie vor ein Großteil der Asylbewerber in Schaumburg vom Balkan kommen. Heimann zufolge mache diese Gruppe zwar noch einen erheblichen Teil aus, allerdings nehme der Anteil von Menschen aus Kriegsgebieten wie dem Irak und Syrien zu.
Auf die Frage von Horst Sassenberg (CDU), ob der Landkreis an der jüngsten Massenabschiebung beteiligt gewesen sei, reagierte der Erste Kreisrat zurückhaltend. Ihm stehen keine entsprechenden Informationen zur Verfügung, zumal andere Behörden für die Durchführung verantwortlich seien.
Günter Kasulke (Grüne) rückte indessen die Betreuung der Flüchtlinge in den Mittelpunkt: Der Lüdersfelder wollte von den Verwaltungsmitarbeitern wissen, ob die Zahl der Sozialarbeiter aufgestockt werden müsse. Heimann bestätigte, dass es solche Pläne gebe, allerdings können diese nicht so schnell umgesetzt werden, wie es sich die Verantwortlichen wünschen. Nach Angaben von Ausschussmitglied Heidemarie Hanauske (SPD), die auch Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist, will die Organisation zum 1. Januar zwei neue Sozialarbeiter einstellen.
Heimann zufolge soll auch beim Jobcenter Personal aufgestockt werden. Er sprach von vier bis fünf neuen Stellen. „Größere Belastungen kommen auf uns ab Mitte 2016 zu.“ Derzeit steigt die Zahl der Flüchtlinge, die vom Jobcenter betreut werden um bis zu 30 pro Monat. bes

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