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„Überfüllt und lebensgefährlich“

Schulbusverkehr in Schaumburg „Überfüllt und lebensgefährlich“

Mehr Fahrgäste und bessere Konditionen für alle hatte der Landkreis im Visier, als die Schulbusse vor zwei Jahren in den Linienverkehr integriert wurden – „total überfüllt“ und „lebensgefährlich“ nennen Eltern die Situation in den Bussen für die Schüler.

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Busfahrten nach Schulschluss geraten für Schüler oft zum Nahkampf.

Quelle: DPA

LANDKREIS. 8500 Schüler pro Tag zählt der Landkreis, die auf die Beförderung angewiesen sind. Nach Informationen des Kreiselternrates finden sich diese auf dem Heimweg oft im dichten Gedränge im Kampf um die Sitzplätze wieder. Einer Ratsgymnasiastin sei dabei im November der Arm so stark verdreht worden, dass sie einen Haarriss nahe des Handgelenks davongetragen hatte und einen Gips verpasst bekam. Andere Eltern berichten von Schülern, die während der Fahrt kollabierten. Wer bei der Stadthäger Linie 2010 die Fahrkarte nicht schnell genug zur Hand hat, werde vom Fahrer gleich wieder brüsk aus dem Bus geworfen. In etlichen Fällen hatten die Schüler überhaupt keine Chance einzusteigen, weil die Busse an den Haltestellen vorbei gebraust seien.

„Solche Vorfälle sind nur die Spitze des Eisbergs und verteilen sich auf alle Linien“, meint Eckart Hermann, Vorsitzender des Kreiselternrates. Zwar sammelt sein Gremium alle formellen Beschwerden über PDF-Formulare, diese werden aber deutlich seltener ausgefüllt abgegeben als erwartet. 35 konnte Hermann seit 2015 auswerten, Überfüllung war mit 16 Fällen das Hauptproblem. „Zu Beginn des Schuljahres ist die Situation für die Kinder sehr belastend, dann fangen sie an, ihre Strategien für die Fahrt zu entwickeln und ein gewisser Gewöhnungseffekt stellt sich ein“, beobachtete Hermann – gesteht gleichwohl aber ein, dass die Abteilung Schülerbeförderung beim Landkreis bemüht sei, auf konkrete Beschwerden zu reagieren.

Mahnert: Reibereien seien nicht zu vermeiden

Strukturelle Probleme weist Ralf Mahnert vom Amt für Schulen, Sport und Kultur dagegen wegen der geringen Zahl von Meldungen von der Hand: „Jeder wird befördert, der eine Fahrkarte hat.“ Mit den Verkehrsbetrieben sei abgesprochen, dass ein mit Schülern samt Ranzen besetzter Bus ab einer Auslastung von 80 Prozent voll ist, um übermäßiges Geschiebe zu vermeiden. Planmäßig seien mehrere Busse pro Linie zur Stoßzeit unterwegs – die Schüler gleichmäßig auf die nacheinander haltenden Bussen zu verteilen, sei das größere Problem. Die Schaumburger Verkehrsgesellschaft gibt auf Anfrage für das Jahr 2016 an, mehr normale Einzelfahrkarten verkauft zu haben, ohne nähere Zahlen zu nennen. Von Überfüllung in der Schülerbeförderung könne aber keine Rede sein.

Den einzelnen Fällen nachzugehen, sei für das Schulamt schwierig, ohne Zeitpunkt und Buslinie genau zu kennen. „Wie auf dem Schulhof wird es auch in den Bussen immer wieder zu Reibereien kommen, die wir nicht verhindern können“, meint Mahnert. Generell seien die Schulen Ansprechpartner für die Entschädigung bei Schulwegunfällen, auf allgemeine Beschwerden müssen zunächst die Verkehrsbetriebe reagieren. Mittels einer Fahrgasterhebung – der ersten seit 1996 – werde sich der Landkreis noch in diesem Jahr ein Bild über die Lage im ÖPNV machen.  geb

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