Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Überzeugungsarbeit ist die größte Hürde

Landkreis / 321 schwerbehinderte Arbeitslose gemeldet Überzeugungsarbeit ist die größte Hürde

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen ist in Schaumburg relativ konstant. Nach Auskunft der Agentur für Arbeit Hameln waren im Juli 321 Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis gemeldet – neun mehr als im Vorjahr.

Voriger Artikel
Den Dinos auf der Spur
Nächster Artikel
Neue Fahrpläne im Busverkehr

„Normale“ Arbeitsstelle trotz Behinderung: Eine Mitarbeiterin im Supermarkt verständigt sich mithilfe von Gebärdensprache.

Quelle: ddp

Landkreis (kil). „Vom aktuellen Aufschwung am Arbeitsmarkt konnten sie noch nicht profitieren“, berichtete Astrid Hahner, Mitarbeiterin der Arbeitsagentur.

Im Vergleich zum gesamten Agenturbezirk sei die Situation in Schaumburg etwas schlechter. Ein Team speziell geschulter Mitarbeiter ist für die Integration Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt zuständig. Ein wesentlicher Unterschied zur „normalen“ Vermittlung: „Wir arbeiten viel individueller“, erzählte Hahner. Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit in den Betrieben zählten zu den wichtigsten Aufgaben. „Die Vorurteile der Arbeitgeber sind oft groß“, sagte sie.

Davon abgesehen haben Arbeitgeber eine gewisse Pflicht. Die sogenannte „Fünf Prozent-Regel“ besagt, dass in einer Firma ab 20 Mitarbeitern, mindestens fünf Prozent Schwerbehinderte beschäftigt sein müssen. Für jede nicht besetzte Pflichtstelle sind Ausgleichsabgaben zu zahlen, was Teamleiterin Kathrin Schwerdtfeger zufolge öfters vorkommt. Die größte Gruppe der Kunden bildeten die über 50-Jährigen sowie Menschen mit Behinderungen des Stütz- und Bewegungsapparates.

Zu den Aufgaben der Arbeitsagentur gehöre außer aufklärerischen und beratenden Tätigkeiten auch die Übernahme von Lohnkostenzuschüssen an Arbeitgeber sowie von Kosten für Umrüstungen am Arbeitsplatz. „Ich schaue mir die örtlichen Gegebenheiten genau an und gucke, ob sie den Leistungsfähigkeiten des Kunden entsprechen“, erklärte Hahner. So müssten zum Beispiel für einen Hörgeschädigten, der eine Maschine bedient, Ton-Signale auf visuelle umgestellt werden.

Aktuell laufe zudem ein Sonderprogramm des Landes Niedersachen zur Beschäftigung Schwerbehinderter. Für eine befristete Beschäftigung für drei bis sechs Monate können Unternehmen mit Betriebssitz in Niedersachsen eine Förderung erhalten. „Einstellungen müssen bis zum 31. Dezember 2011 erfolgen“, betonte Hahner, die in dieser Probephase eine Möglichkeit für beide Seiten sieht, herauszufinden, ob die Arbeitsstelle die richtige ist.

Als schwerbehindert gelten Schwerdtfeger zufolge Menschen mit einem Behinderungsgrad von 50 Prozent. Die Dunkelziffer liege vermutlich höher als die Zahl der Gemeldeten, denn es bestehe in der Regel keine Pflicht, den Arbeitgeber über seine Behinderung zu informieren.

In den Kundenkreis fielen darüber hinaus Personen, die nicht im eigentlichen Sinn als schwerbehindert gelten, aber einer ähnlichen Vermittlungsarbeit bedürften. Hierzu zählten unter anderem Menschen mit Lernbehinderungen und psychischen Erkrankungen, so Hahner.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg