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Umzug nach Vehlen erst 2017

Klinikum Schaumburg Umzug nach Vehlen erst 2017

Der Bau des Klinikums Schaumburg in Vehlen kommt voran. In diesem Monat beginnen die Arbeiten für den Baukörper Ost, im November für den Gebäudeteil West. Erschließung und Außenanlagen sollen ab Sommer 2015 folgen.

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Die Geschäftsführer Bettina Geißler-Nielsen und Dr. Achim Rogge stellen die Planung für das Klinikum Schaumburg vor. 

Quelle: dil

Landkreis. Die bauliche Fertigstellung wird für das vierte Quartal 2016 erwartet, der Umzug nach einer Erprobungsphase im ersten Quartal 2017. „Mitten im Winter, aber für diese logistische Leistung gibt es inzwischen erfolgreiche Vorbilder“, versicherte der Sprecher der Geschäftsführung der Projektgesellschaft, Dr. Achim Rogge, jetzt beim Förderverein des Kreiskrankenhauses Rinteln.

 „Der Neubau wird Verbesserungen und Erleichterungen bringen, aber bis dahin liegen vor dem Personal noch zwei harte Jahre der Vorbereitung neben dem normalen Dienst“, fuhr Rogge fort. Und Geschäftsführerin Bettina Geißler-Nielsen ergänzte lachend: „Das bedeutet dann wohl: Urlaubssperre ab Herbst 2016.“

 Diese Daten waren wichtig für den Förderverein, denn seine Existenz hängt vom Bestehen des Krankenhauses in Rinteln ab. Schluss also im Frühjahr 2017? Vorsitzender Dieter Hanke kündigte an, mit dem ähnlich gestrickten Förderverein des Kreiskrankenhauses Stadthagen Fusionsgespräche zu führen. Da beide Vereine als gemeinnützig anerkannt seien, würde es Zeit und Papier sparen, wenn einer den anderen übernähme und man die Zielsetzung entsprechend ändere. Wegen der nicht mehr langen Zukunft des Rintelner Krankenhauses gebe es ohnehin keine Neueintritte und Spenden mehr. Der Verein zählt noch 47 Mitglieder, deren Beiträge machen etwa 1600 Euro im Jahr aus. 2013 wurden davon zwei Fernsehgeräte mit Kopfhörern und zwei Radiorekorder jeweils für die Intensivstation und ein Rollboard (Erleichterung für Pflegekräfte beim Umbetten) angeschafft. Dafür hätte die Klinik in kommunaler Trägerschaft kein Geld gehabt. Aktuell hat der 1999 gegründete und einst über 100 Mitglieder starke Verein gut 1500 Euro in der Kasse, um zu helfen.

 Rogge und Nielsen appellierten an den Verein, sich nicht einfach aufzulösen, denn auch das neue Klinikum brauche ehrenamtliche Unterstützung. „Fernseher kaufen wir sicher selbst“, sagte Rogge. „Aber wir werden einen gewissen Fahrdienst brauchen.“ Geißler-Nielsen ergänzte: „Patienten dabei helfen, sich zurecht zu finden, mit ihnen spazieren gehen und zum Beispiel Zeitungen besorgen, dafür wollen wir Ehrenamtliche beschäftigen.“ Rogge verwies als Beispiel auf die „grünen Damen“ in anderen Kliniken. Auch das beruhigende Handhalten beim Patienten auf dem Weg zum Operationssaal könnten Ehrenamtliche übernehmen. Auch sah er Aufgaben im Bereich der Gesundheitsprävention: „Menschlichkeit und Prävention bekommen wir nämlich nicht bezahlt.“

 „Das Denken in Einzelhäusern muss aufhören“, mahnte Rogge, die Zukunft positiv zu sehen. Schaumburg könne sich glücklich schätzen, noch einen großen Landeszuschuss zum Bau eines neuen Klinikums zu bekommen, Salzgitter zum Beispiel gucke da in die Röhre: „Sie gehören in Schaumburg zu den Gewinnern der Neuordnung der Kliniklandschaft.“ Die bisherigen Häuser seien auf Dauer nicht mehr konkurrenzfähig, würden wegen zu geringer Fallzahlen und beruflicher Aufstiegsmöglichkeiten nur mit großer Mühe noch neue, gute Ärzte anziehen. „Wen wir jetzt einstellen, der kommt wegen der Chancen in einer neu gebauten Klinik.“

 Die Neukonzipierung schreitet ebenfalls voran. In diesen Wochen treffen sich immer öfter Ärzte und Pflegekräfte medizinischer Disziplinen, die in allen drei Kliniken oder zwei der drei Krankenhäuser in Schaumburg vorgehalten werden, um die gemeinsame Zukunft zu diskutieren und vorzubereiten. Dabei geht es nicht nur um die Beschaffung der entsprechenden Geräte.

 „Die Patienten stimmen mit den Füßen ab“, fuhr Rogge fort. Schon jetzt verliere Schaumburg im Jahr rund 8000 Fälle an Kliniken in Nachbarlandkreisen. Rinteln habe 2013 noch 3600 Fälle, Bückeburg 9300 und Stadthagen 9000 zu versorgen gehabt. Die Verweildauer in Rinteln (nur 79 Betten nach einst 298), Bückeburg (166) und Stadthagen (198) liegt zwischen fünf und sechs Tagen.

 Die Spezialisierung hat in Rinteln schon begonnen. Die Neurologie für Schlaganfallpatienten soll im Januar mit zehn Betten starten; Ziel sind 54 Betten. Die Geriatrie (derzeit zehn Betten) soll weiter wachsen. Ein Schwerpunkt wird auch die Schulter- und Gelenkchirurgie. Die nötigen Strukturen werden nach und nach aufgebaut. Die Urologie folgt 2016.

 Um die Akzeptanz für das neue Klinikum in der Vehlener Feldmark zu erhöhen, will die Geschäftsführung 14-tägig einen Newsletter herausgeben. Ein Tag der offenen Tür im Rohbau ist ebenso geplant wie ein solcher später im fertigen Klinikum. Dann wird auch der Förderverein in Rinteln wissen, was für eine Zukunft er hat. dil

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