Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Und noch eine SPD-Kandidatin

Rehburg-Loccumerin will in den Bundestag Und noch eine SPD-Kandidatin

Die Kernideen sozialdemokratischer Politik möchte Marja-Liisa Völlers in Berlin vertreten. Die Münchehägerin bewirbt sich bei der SPD im Wahlkreis Nienburg II-Schaumburg darum, Kandidatin für die Bundestagswahl 2017 zu werden.

Voriger Artikel
Klinikum: Verdi fordert Sicherheit
Nächster Artikel
Klinikmitarbeiter schlagen Alarm

Die Sozialpolitik liegt Marja-Liisa Völlers am Herzen.

Quelle: ade

Landkreis/Rehburg-Loccum. „Ich traue mir das zu“, sagt die 31-Jährige. Das ist ein Grund, weshalb sie ihre Bewerbung eingereicht hat. Für eine gerechtere Gesellschaft will sie sich nach eigenen Angaben einsetzen. Außerdem wolle sie Chancen nutzen, sich im Interesse des Wahlkreises Nienburg II-Schaumburg ins Gespräch zu bringen.

 Völlers wurde in Bückeburg geboren und wuchs in Münchehagen auf. Ihr Abitur hat sie in Stadthagen gemacht. Nach dem Studium zog die junge Frau zurück nach Münchehagen. Seit vier Jahren arbeitet sie als Lehrerin für Geschichte und Englisch an der Integrierten Gesamtschule Schaumburg in Stadthagen.

 Wo in Nienburg der Schuh drückt, bekommt sie verstärkt seit 2011 mit. Damals wurde sie in den Münchehäger Ortsrat und den Rehburg-Loccumer Stadtrat gewählt. Weitere Posten im Nienburger Raum hat sie beispielsweise als Kreisvorsitzende der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik sowie im Vorstand der Arbeiterwohlfahrt und im SPD-Unterbezirk Nienburg übernommen.

 Informationen aus Schaumburg bekomme sie durch ihre Arbeit sowie durch Gespräche im Kollegium, mit Schülern und Eltern. Gerade dort, sagt Völlers, erfahre sie „immer mehr über die Vielschichtigkeit der Gesellschaft“ – und auch darüber, dass in sozialen Bereichen an vielen Stellen noch gearbeitet werden könnte.

 Schon immer war das ein Herzensthema von Völlers: Nicht ohne Grund habe sie als Thema für ihre Master-Arbeit die Geschichte des Kurbadens für arme Menschen gewählt. Als Beispiel diente ihr dabei der Kurort Bad Rehburg, in dem das alte Armen-Krankenhaus bis Anfang dieses Jahrtausends noch stand.

 Die SPD-Mitgliedschaft habe Tradition in ihrer Familie. Ihr Großvater beispielsweise sei 20 Jahre lang Bürgermeister Münchehagens gewesen. Sie selbst trat erst mit 25 der Partei bei. Grund sei gewesen, dass sie erst genau herausfinden wollte, ob das, wofür die Partei steht, auch das ist, was sie vertreten will.

 Darüber hinaus, erklärt Völlers, wolle sie den Image-Schaden überwinden helfen, den die SPD im Wahlkreis durch die Kinderpornografie-Affäre um den ehemaligen Abgeordneten Sebastian Edathy davongetragen hat. „Wir ducken uns nicht weg wegen dieses Vorgängers“, sagt sie.

 Dass auch Ralph Tegtmeier aus Bad Nenndorf für die Sozialdemokraten in den Bundestag will (wir berichteten), ist Völlers bekannt. Und da die Frist für die Kandidatur erst Mitte März endet, können durchaus noch weitere Genossen Bewerbungen einreichen. Die Entscheidung darüber, wer im September 2017 antreten soll, wird in einer Delegierten-Konferenz am 24. Juni fallen.

 Die Zeit bis dahin möchte Völlers nutzen, um sich möglichst vielen der SPD-Ortsgruppen in den beiden Landkreisen vorzustellen. Erste Einladungen hat sie bereits. Worauf sie jetzt schon bauen kann, ist die Unterstützung durch ihren eigenen Ortsverein. Jürgen Wagner, Vorsitzender der SPD in Rehburg-Loccum, freut sich eigenen Angaben zufolge sehr über die Kandidatur aus eigenen Reihen.

 Ebenso bekommt Völlers Zuspruch von der Nienburger Unterbezirks-Vorsitzenden Elke Tonne-Jork: „Marja-Liisa Völlers entspricht genau unserer Partei-Linie. Sie ist jung und sie ist weiblich und ich traue ihr das zu.“  ade

 

factbox

"Wir sehen das sportlich"

Positiv sieht der Schaumburger SPD-Vorsitzende Karsten Becker die Bewerbung von Marja-Liisa Völlers aus dem SPD-Unterbezirk Nienburg. „Ich freue mich, dass nun auch aus dem Bereich Nienburg eine ganz offensichtlich qualifizierte Bewerbung vorliegt“, kommentierte Becker auf Anfrage. Ende vergangener Woche hatte der Bad Nenndorfer Ralph Tegtmeier für die SPD-Kandidatur im Bundestags-Wahlkreis Nienburg-Schaumburg seinen Hut in den Ring geworfen (wir berichteten). Becker hat mit Blick auf den Unterbezirk Schaumburg „bisher keine Informationen, dass noch eine weitere Bewerbung in Erwägung gezogen wird“.
Obwohl schon seit 1998 kein Schaumburger Sozialdemokrat mehr im Bundestag vertreten ist, sieht Becker keinen moralischen Anspruch darauf, dass der kommende Kandidat aus dem hiesigen Unterbezirk kommen sollte. „Eine von vorneherein getroffene Festlegung wäre dem Verfahren der Kandidatenfindung und der Bedeutung des Amtes nicht angemessen“, sagte Becker. Die Mitglieder der für den 24. Juni terminierten gemeinsamen Wahlkreis-Delegiertenkonferenz seien frei in ihrer Entscheidung. „Der Bessere der Bewerberinnen und Bewerber wird sich durchsetzen“, so Becker. „Wir sehen das sportlich.“ Aufgrund der höheren Mitgliederzahl stellt der Unterbezirk Schaumburg auf der gemeinsamen Wahlkreiskonferenz die Mehrzahl der Delegierten.   ssr

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg